Freitag, 16. August 2019

England/Wales - 06/2019

Die diesjährige Motorradtour sollte uns auf die britische Insel führen.
Nachdem ich im Mai 2012 in Schottland war, sollte es diese mal etwas südlicher bleiben. Die ganze Vorgeschichte zu dieser Reise gibt es hier nachzulesen.

Wie immer ergaben sich auch bei dieser Reiseplanung noch gewisse Änderungen. Die bedeutendste davon war sicherlich, dass Karsten nicht mit dabei war. Einige Wochen vor der Abfahrt sagte er ab, da es ihm terminlich einfach zu viel wurde und der Familienurlaub auch nur sehr kurz später stattfinden sollte. 
Somit blieben wir fünf, Ronnie, Csibi, Jochen, Uwe und ich übrig. Ronnie und ich hatten vor der Abfahrt noch in Sachen Gepäck aufgerüstet und uns neue Koffer bestellt. Dann war alles bereit und es konnte endlich losgehen!


Für visuell Interessierte hier meine Fotos der Tour:



Samstag, der 08.06.

Unser erstes Tageziel war ein Campingplatz in Luxemburg, an dem wir uns am Abend mit Csibi treffen wollten. Dort hatte ich im Vorfeld (noch mit der Erwartung, wir wären zu viert) ein kleines Häuschen für knapp 60€ gebucht. Bei 20€ (statt der angedachten 15€) pro Person braucht man ja nicht noch anfangen, ein Zelt aufzubauen. Eben dorthin fuhr ich dann mit Ronnie zusammen, wir hatten uns in Marienfeld verabredet um von dort dann gemeinsam eine schöne Strecke durchs Sauerland, das Bergische und schließlich der Eifel zu fahren. Pünktlich um kurz vor halb 11 war ich am Treffpunkt und nur kurze Zeit später traf auch Ronnie dort ein.



Wir machten uns dann auch direkt wieder auf den Weg, hatten wir ja doch schon ein gutes Stück vor uns. Unterwegs wurde mal getankt oder ein kleines Päuschen gemacht, bis wir schließlich bei Königswinter (südlich von Bonn) die Rheinfähre nahmen.




Von hier ging es dann quer durch die Eifel, bis wir schließlich nach Luxemburg kamen. Unterwegs hatten wir Glück mit dem Wetter, einige male zog es sich schon ziemlich zu, bis auf wenige Tropfen blieb es aber trocken.
Im kleinen Fürstentum angekommen tankten wir kurz vor der Ankunft noch einmal und kauften uns noch ein Ankommbier, dann ging weiter zum Platz. Csibi war schon angekommen, wie er uns kurz vorher mitteilte. An der Rezeption meldete ich uns also ebenfalls an und wir bekamen den Hinweis, das unser Mitfahrer schon da und auch schon samt Schlüssel am Häuschen wäre. So war es auch, wir wurden mit kühlem Bier empfangen!
Nach der herzlichen Begrüßung packten Ronnie und ich erst einmal aus und zogen uns um. Mehr hatte Csibi auch noch nicht gemacht. Danach verteilten wir uns auf die Schlafzimmer im Obergeschoss des kleinen Ferienhauses und machten es uns dann bei einem weiteren Kaltgetränk gemütlich. Kaum hatten wir alles reingeholt, brach ein kräftiger Schauer über den Platz hinein. Das Timing mit der Ankunft passte!
Dann gingen wir zusammen Richtung Rezeption, dort war neben einem Imbiss auch ein Restaurant, schließlich hatten wir alle inzwischen ganz guten Hunger. Ins Restaurant konnten wir leider nicht, da alles mit einer großen Reisegruppe ausgebucht war. Aber beim Imbiss sollten wir etwas bekommen (Pommes mit Frikandel Speciaal), was wir dann zum Haus mitnehmen können. Auch die Plätze draußen an der Rezeption wäre von der Gruppe belegt.



Während der Wartezeit fiel uns eine Liste auf, in der man sich offensichtlich eintragen konnte, wenn man für den nächsten Morgen Brötchen bestellen möchte. Da es hier ebenfalls einen üblichen Mini-Markt gab (mit Wurst und Käse) hatte sich somit die Frühstücksfrage des nächsten Morgens auch schon geklärt. Wir trugen uns somit auch in die Liste ein.


Als unser Essen fertig war saß aber niemand mehr draußen, da es nach dem ersten Schauer doch etwas abgekühlt hatte. Somit setzten wir uns dann doch dort hin.
Während wir dort aßen verabschiedete sich ein Vater mit einer Tracer 700 gerade auf dem Parkplatz von seiner Partnerin und den Kindern. Dann fuhr er los. Das sah dann aber eher aus wie bei einem Sommerurlauber auf dem gemieteten Roller, der nicht genau weiß, wann die Automatik ihn anfahren lässt und deshalb zu schnell zu viel Gas gibt. Jedenfalls fuhr er eben nicht langsam die eingeschlagen Kurve sondern mit Schwung aus eben dieser heraus in die neben dem Platz stehende Hecke! Sofort war klar, dass ihm (und auch der Maschine) nichts passiert war, die Hecke hatte ihn gut aufgefangen. Direkt nach dem ersten überraschendem Staunen mussten wir alle direkt anfangen zu lachen. Es war gar nicht so einfach, dass zu verbergen. Diese Slapstick-Einlage sah einfach zu ulkig aus!



Der Rest seiner Familie war nun etwas wegen seiner Fahrkünste besorgt, aber dann fuhr er doch noch erfolgreich vom Hof. Wir aßen auf und tranken noch ein weiteres Bier, bis es erneut zu einem kurzen Regenschauer kam, welcher uns einen wunderschönen, doppelten (auf dem Foto nicht so gut zu erkennen) Regenbogen ins Blickfeld zauberte.



Danach gingen wir zurück zum Häuschen und tranken noch ein, zwei Bierchen, bis es abschließend unter die Dusche und bald darauf ins Bett gehen sollte.


Die gefahrene Tagestour (428 km):


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Sonntag, der 09.06.

Als Csibi und ich aufwachten, war Ronnie schon längst aktiv und hatte auch schon Kaffee gekocht und die bestellte Brötchen samt Belag geholt. Aus dem Bett zur Morgentoilette und direkt an den Frühstückstisch, so lässt man es sich gefallen.
Das Wetter spielte allerdings weniger mit, draußen war es anfangs ziemlich grau und nebelig. Mit der zeit lichtete sich das allerdings dann zusehends und als wir dann schließlich langsam los wollten, schaute schon an einige Stellen blauer Himmel hindurch und die diffus leuchtende Sonne war auch immer deutlicher zu erahnen.




Direkt vom Start weg sollte wohl der schönste Teil der Anreise zum Fährhafen in Calais folgen. In dieser Gegend war ich zu Pfingsten 2004 schon einmal und war ziemlich angetan von Landschaft und Strecken. Genau so war es dann auch. Schöne, meist leere Straßen schlängelten sich durch Luxemburg und bald darauf durch die belgisch/französische Grenzregion der südlichen Ardennen. Eine erste Pause machten wir dann in Bouillon unterhalb der gleichnamigen Burg an der Semois.





Inzwischen war vom morgendlichen Nebel nichts mehr übrig geblieben, die Sonne lachte von einem makellos blauen Himmel. Weiter ging unsere Fahrt durch diese herrliche Gegend, nur um nach rund 35km noch einmal anzuhalten, um eine schöne Aussicht auf die Semois zu genießen (und für eine Pinkelpause).







Eine Rundum-Panoramaaufnahme machte ich auch noch.



Die Fahrt ging weiter und irgendwann endeten die bergigen Straßen der Ardennen und es wurde zusehends flacher. Für die letzte Hälfte der Tagestour machten wir dann noch einen Tankstopp.



Neben den nun fehlenden 3D-Landschaften wurde im weiteren Verlauf auch der Bewuchs spärlicher. Anfangs ging es fast ausschließlich durch Wälder, zum Schluss war eher Agrarlandschaft mit schnurgeraden Straßen angesagt. Somit waren wir alle froh, als wir endlich in Wissant südlich von Calais ankamen. Wir schrieben Jochen an (der sich vorher schon mit "angekommen" gemeldet hatte), damit er uns am Eingang des Campingplatzes abholt. Einige  Minuten später kam er dann auch mit einem Fahrrad angefahren. Die anderen gingen dann zusammen zur Rezeption, während ich an den Moppeds wartete. Diese war aber schon geschlossen, somit konnten wir uns nicht anmelden und die Schranken blieben geschlossen. Später sollte das Büro noch einmal öffnen, aber so lange wollten wir natürlich nicht warten. Zum Glück sind Einspurfahrzeuge ja recht schmal, so konnten wir über den Fußgängerweg auf's Gelände. Am Platz angekommen wieder ein herzliches Willkommen von Uwe und Jochens alter Freund Thorsten, aus dessen Stellplatz wir die kommende Nacht verbringen konnten. Wie es sich gehört wurden wir mit einem schönen Ankommbier (mitgebrachtes Kölsch) begrüßt.



Man tauschte so die letzten Neuigkeiten aus und nachdem die trockene Kehle befeuchtet war, wurde auch gleich mal das Outfit gewechselt, raus aus den Moppedsachen. Es folgte direkt mal der Aufbau der Nachtquartiere, Ronnie hatte sich für die Reise ein neues kleines Ein-Personen-Zelt (Dackelhütte) und Camping-Neuling (abgesehen vom Kindesalter) Csibi ein Quick-Up Kuppelzelt besorgt, in das ohne Probleme zwei Personen Platz haben. Darauf war ich besonders neugierig! Im Vorfeld hatte er schon darüber berichtet und ich war dann doch sehr gespannt, wie diese Technik so in der Praxis funktioniert. Ich muss sagen: Klasse Sache! Das Zelt ausbreiten und die Stangen an den Ecken ausklappen, dann in der Mitte einfach hochziehen und schließlich den Mechanismus verriegel. Dann noch die Heringe in den Boden und ein kleines "Deckelchen" mittig über die Aufstellmechanik, fertig.
An Csibis Zelt fehlte mir persönlich allerdings die Apside, also ein vom Außenzelt geschützter Vorraum. Ich habe beim Zeltkauf immer darauf geachtet, um eben dort Motorradstiefel, Helm, Gepäckrolle oder Koffer unterbringen zu können.



Nachdem unsere Schlafräume standen wollten wir langsam etwas zu Essen haben und Getränke (=Bier) brauchten wir auch noch. Also gingen wir zunächst in einen Supermarkt unweit des Platzes und anschließend zu einer mobilen Friterie nahe des Campinggeländes. Jochen hatte vorher schon von den sehr leckeren Pommes geschwärmt, schließlich sind wir nicht weit von Belgien entfernt! Und in der Tat war es sehr lecker! Unser Bier hatten wir ja praktischer weise schon dabei.





Frisch gestärkt ging es erst zurück zu unserer Parzelle, die letzten Sachen sortieren. Anschließend sollte es erst an den Strand und dann noch in den Ort in eine Kneipe gehen und danach hat man sicherlich keine Lust mehr an sowas.




Mit zwei "Handbier" ging es dann weiter zum Strand. Wenn man schon am Meer ist, will man es schließlich auch sehen. Badewetter war leider nicht mehr, nachdem es lange Zeit wohl sehr schön und warm war, haben wir wohl eher das wechselhafte Wetter mitgebracht.









Von unten ging es dann hoch auf die Promenade, dort genossen wir dann von einer Bank etwas die Aussicht auf die Weite des Meeres.







Dann schlenderten wir weiter um eine nette Lokalität zu finden. Sonderlich viel war nicht geöffnet, aber schließlich fanden wir nette Außenplätze im La Terrasse. Irgendwann wurde es uns aber auch zu frisch und so gingen wir zurück zum Platz. Dummerweise schließen die Nebeneingänge um 20 Uhr, somit blieb der weite Weg um den ganzen Platz herum um zum Haupteingang zu kommen oder aber der direkte Weg über die verschlossene Tür. Wir nahmen dann den direkten Weg....



Immerhin machten wir bei der Aktion nichts kaputt und konnten uns wenige Minuten später schon an das frisch entfachte Feuer setzten. So schmeckte das nächste kühle Bier gleich noch besser!








Die Tagestour (455km):
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Montag, der 10.06.

Der Morgen begann ziemlich trüb, immerhin war es (zunächst) trocken. Während alle ihren Kram zusammenpackten gab es immerhin schon einen Kaffee, dazu hatte ich noch ein Croissant vom Vortag in meinem Tankrucksack, ein kleines Frühstück bevor es los gehen sollte.


Dann ging es ans Aufladen, dabei fing es schon langsam an zu regnen. Also sahen wir auch zu, dass wir fertig wurden und machten uns dann nach der Verabschiedung auf den Weg. Wir waren zwar noch ziemlich früh dran, aber hier im Regen auf dem Campingplatz zu warten machte auch keinen Sinn.





Bis nach Calais waren es gut 20km, die wir komplett über die Küstenstraße fuhren. Leider blieb es beim Regen, aber unsere Stimmung war gut und die Straße führte doch stellenweise recht kurvenreich durch die Dühnenlandschaft. In Calais angekommen fuhren wir zunächst ins Zentrum um uns ein Café zu suchen, direkt am imposanten Rathaus fanden wir dann auch eins.



Nachdem wir uns mit einem großem Kaffee und frischem Backwerk gestärkt hatten, ging es weiter zum Fährhafen. Es folgte die übliche Warteschlange beim Check-in, inkl. Ausweiskontrolle, weil Großbritannien ja nicht zum Schengen-Raum gehört.





Danach ging es auf die passende Spur für die Fährverladung und es hieß wieder warten. Immerhin lies der Regen langsam nach und es gab ein Terminalgebäude mit Cafeteria und Toilette.





Irgendwann war es dann soweit, die Verladung begann. Motorräder zuerst ganz nach vorne an die Seite. Danach wurde verzurrt, das geschah hier mit einem großen Band samt Polster über die Sitzbank.





Nachdem alle Maschinen ordentlich befestigt waren, gingen wir oben an Deck und warteten auf das Auslaufen. Schließlich legten wir ab und tuckerten langsam auf das trübe mehr hinaus. Die letzten Blicke gingen zurück zur Küste und dem Hafen.



Immerhin war der Ärmelkanal an diesem Tag sehr ruhig, somit geriet mein Magen auch gar nicht erst in Stress. Es blieb die ganze Überfahrt (dauerte etwa 1,5h) über recht trübe, so dass wir die weißen Felsen von Dover leider eher erahnen als wirklich gut erkennen konnten, schade.
Immerhin war es aber bei der Ankunft auf der Insel zumindest trocken. So wurde die Route ins Navi geladen und es konnte langsam losgehen!





Natürlich gab es auch hier noch einmal eine Kontrolle, dann aber konnten wir endlich englische Straßen unter die Räder nehmen. Der Weg sollte uns zunächst an der Küste entlang führen, dann um Folkstone herum und schließlich von Dymchurch dann ins Hinterland Richtung High WealdEine richtig schöne Landschaft zog an uns vorbei, während wir über kleine Nebenstraßen durch dichten Wald und immer wieder öffnende Wiesen fuhren. Leider blieb es die ganze Zeit trüb, hin und wieder regnete es etwas, dann war es wieder trocken.
Schließlich begann es deutlich stärker zu regnen und wir kamen gerade an einem Café vorbei, an dem wir dann erst mal einen Stopp machten. Es war unerwartet gut besucht, wie sich herausstellen sollte, hatte es nur noch wenige Tage geöffnet. Glück gehabt.



Wir bestellten uns warme Getränke und checkten erst einmal die Wetterlage. Das sah leider gar nicht gut aus. Unser ursprünglicher Plan war, bis etwas hinter Portsmouth/Southampten zu kommen. Genau von hier bis zum Zielgebiet lag aber jetzt ein großes Regengebiet, welches sich ziemlich auf der Stelle drehte.



Da wollte dann nun wirklich niemand durch, also schauten wir uns mal die Aussichten für den nächsten Tag an und in der Tat sollte es dann besser aussehen. Somit wollten wir die heutige Tour bald beenden und überlegten die möglichen Ziele. Ergebnis: Wir wollten runter zur Küste nach Hastings und uns dort ein Quartier suchen.
Es lebe die moderne Welt! Ich suchte bei Booking nach Unterkünften und fand auch recht schnell etwas passendes. Ein Appartement ziemlich in der Innenstadt für 117€. Also machten wir uns auf den Weg, die für heute letzten gut 21km durch den Regen. Am Stadtrand von Hastings tankten wir dann noch und als wir ankamen, war der Regen auch nicht mehr so stark.
Zunächst fand ich bei der Adresse nichts, was wie eine Ferienwohnung aussieht, erst beim Nachfragen bei der Adresse kam heraus, dass das Appartement im Souterrain liegt. Da hätte ein Hinweis bei der Buchungsbestätigung auch geholfen. Ein Büro oder ähnliches gibt es hier auch nicht, also noch einmal die Mail lesen: Ah ja, einen Code für das Schloss, welches direkt neben der Tür zu finden war. Ich stellte die Nummer ein, betätigte den Schalter aber nichts passierte, die Tür blieb zu. Ich habe zunächst wirklich nicht kapiert, dass es sich hierbei nicht um ein elektronisches Schließsystem handelte, sondern um einen kleinen, mechanischen "Safe". Dieser "Schalter" am Nummerblock war zum Öffnen der mechanischen Verriegelung (die beim Ziehen nur nicht selber auf sprang), hinter der Klappe lag dann der normale Schlüssel.
Endlich konnten wir unser Quartier beziehen, eine wirklich schöne Wohnung! Nachdem wir uns eingerichtet hatten, gingen wir dann mal los.





Es war immer noch trübe und auch kühl, aber zumindest regnete es nur noch schwach. Zunächst ging es direkt zur Promenade und somit an Meer. Bei dem Wetter war natürlich nichts los. Dafür hatten wir langsam etwas Hunger und wollten uns dann ein Restaurant suchen. Wir gingen noch etwas die Promenade entlang und schließlich bogen wir eine Straße Richtung Zentrum ab.



Die meisten Lokalitäten waren noch geschlossen, aber bald fanden wir einen indisches Restaurant, welches schon geöffnet hatte. Alle waren mit der Wahl einverstanden, also gingen wir rein und setzten und an einen lagen Tisch auf der linken Seite. Wir waren offensichtlich die ersten Gäste, das sollte sich aber später noch ändern.



Nach einem leckeren Ankommbierchen bestellten wir munter drauf los und bekamen dann auch diverse leckere Speisen gebracht. Uns hat es wirklich prima geschmeckt!







Nachdem wir uns wieder gestärkt hatten, gingen wir weiter die Straße hinunter und kamen schließlich zur "Bahnhofskneipe". Die, wie wir fanden, absolut passende Lokalität für uns!





Von innen entsprach der Laden in etwa dem, was man schon von außen erwarten konnte. Wir entschieden uns alle für (australisches) Foster's und nach einiger Zeit wurde auch die Dartscheibe entdeckt. Auf Nachfrage bekamen wir dann auch die passenden Pfeile und so frönten wir dann so einige Runde dem Kneipensport (simples 301).





Gegen halb 10 machten wir uns dann langsam auf den Rückweg zu unserem Quartier, dabei schlenderten wir noch etwas kreuz und quer durch das Städtchen. Gibt durchaus nette Ecken zu sehen.





Danach dauerte es nicht mehr lange, bis wir in die Betten krochen oder sonst noch etwas TV schauten bzw. das WLAN nutzen.


Unsere Tagestour (gut 139km):


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Dienstag, der 11.06.

Die debile Bettflucht beschlich offensichtlich Ronnie als erstes, generell waren er und Uwe immer unsere Frühaufsteher. Jedenfalls hatte er schon vor 6 Uhr den Strand besucht (und war wohl sogar im Meer). Zumindest kam er mit Schwimmsachen und Badetuch zurück und hatte auch eine Fotos im Gepäck.





Immerhin hat er auch gleich etwas Frühstück mitgebracht, sehr nett. Langsam standen wir anderen also auch auf und machten uns nach einem Kaffee langsam zur Abreise fertig.
Das Wetter spielte an diesem Tag auch mit, somit waren wir guter Dinge, etwas von dem am Vortag verlorenen Boden gut zu machen.





Nachdem alles verzurrt war, machten wir uns dann auch schon auf den Weg. Es sollte weiter nach Westen gehen, immer durch das waldreiche und leicht hügelige Hinterland mit Respektabstand zur Küste. In erster Linie natürlich, weil sich dort ziemlich viele Ortschaften und Seebäder aneinander reihen und man so deutlich mehr im innerstädtischen Verkehr feststecken würde.



So kamen wir zügig voran und auch das Wetter hielt. In Heathfield machten wir dann an einem Café eine erste Pause. Noch ein Heißgetränk und etwas Backware gab es zur Stärkung. Von dort führte uns der Weg quer durch den South-Downs-Nationalpark.



Irgendwo hier auf einer kleinen Nebenstrecke passierte es. Wir bogen in eine einspurige Straße ab, die wie so häufig auf beiden Seiten von hohen Hecken gesäumt war. Durch die Hecken und das britische Wetter lag generell viel Grünzeug und andere organische Reste auf der Straße, meist durch zwei Spuren der Autos freigeräumt. Durch Unachtsamkeit fuhr ich dummerweise genau bei einer ansetzenden leichten Rechtskurve auf dem schmutzigen Mittelstreifen, der genau dort auch noch ziemlich rutschig war, so dass mir prompt beide Räder leicht wegrutschten. Soweit noch nicht schlimm, reflexartig richtete ich meinen Oberkörper auf, genau in dem Moment, als die Räder (nun auf der sauberen Spur) wieder Grip bekamen. Die Maschine stellte sich somit auf und ich hin sogleich mit meinem Schwerpunkt links von eben dieser. Nicht sonderlich gut bei einer leichten Rechtskurve und wenig Platz, somit kam ich links von der Fahrbahn ab in eine glitschige, ausgefahrene Rinne. Dort hampelte ich dann einige Meter wie beim Rodeo auf meinem Sitz umher, bis die Rechtskurve in eine direkt folgende Linkskurve überging. Meine "Fahrrinne" endete dummerweise mit einer ziemlich hohen Kante genau dort wieder auf der Straße. In dem spitzen Winkel kam ich leider nicht sauber dort hoch, so dass es mir den Lenker nach links verschlug und die Maschine auf die rechte Seite kippte. Schon lag ich da. "So ein Scheiß!" dachte ich nur, "Zweite richtige Tour mit der Tracer und schon mach ich sie kaputt!". Zum Glück war das Fahrtempo inzwischen recht gering, so dass ich direkt nach dem Bodenkontakt wieder aufstehen konnte.
Da Jochen und Uwe fuhren hinter mir und erkundigten sich natürlich sofort nach meinem Wohlbefinden, außerdem halfen sei, die Yamaha wieder aufzurichten.
Direkt hinter uns stand nun schon ein Lieferwagen, der natürlich wegen der einspurigen Straße auch nicht vorbei kam, also hieß es gleich mal, den Weg wieder frei zu machen.
Die Tracer sprang allerdings zunächst nicht an, so stellte ich die Zündung erst einmal komplett aus und dann wieder an. Sofort war der Motor nach dem Druck auf dem Starter wieder da und ich fuhr dann direkt weiter. Ronnie und Csibi kamen mir wenige Meter weiter schon entgegen, so konnte ich erst mal schnell Entwarnung geben.
Wir fuhren erst einmal ein ganzes Stück weiter, bis wir dann irgendwann mal einen Stopp einlegten. Jochen sagte  mir dort, dass mein Kennzeichen ziemlich wackelig wäre und in der Tat war einer der seitlichen Verlängerungen gerissen.





Ich hatte den Kennzeichenträger etwas verlängert, damit es weiter nach hinten kommt, schließlich sollen ja auch die Blinker trotz Koffer noch einigermaßen sichtbar sein.
Nun war es langsam auch mal an der zeit, die Sturzschäden anzusehen und recht schnell war klar, dass nicht nur ich, sondern auch die Tracer ziemliches Glück hatte. Die Sturzbügel haben vorne hervorragenden Arbeit geleistet und hinten waren die (neune) Koffer zur Stelle! Also nichts mehr als ein paar Kratzer an den Anbauteilen, dazu leichte Abschürfungen am rechten Handguard. Da hatte ich ja doch Schlimmeres befürchtet! Selbst meine Klamotten waren nur etwas dreckig geworden.
Erleichtert fuhr ich nach der Pause weiter, einzig am rechten Ellenbogen bemerkte ich langsam einen kleinen Bluterguss. Der Protektor hatte aber auch dort Schlimmeres verhindert.
Nachdem wir Southampton umrundet hatten, ging es durch den wunderschönen New Forest NP. Eine traumhaft schöne Gegend mit tollen, kleinen Straßen, die sich durch Wälder und sanften Hügeln schlängelten. Einzig Fotos zu machen haben wir natürlich versäumt.
Weiter ging es nach Dorset und wie gehabt etwas von der Küste entfernt durchquerten wir das nächste, schöne Gebiet. Das nennt sich schlicht und einfach "Area of outstanding natural beauty" (kurz: AONB).





Weniger schön war inzwischen wieder das Wetter, es zog sich wieder mehr und mehr zu. Aber immerhin blieb es trocken. Weiter ging es nun langsam wieder mehr Richtung Küste und in Lyme Regis machten wir direkt am kleinen Hafen eine kleine Pause. Schnell waren wir uns alle einig, dass es für den heutige Tag so langsam reicht.











Ein wirklich schönes Örtchen, ziemlich das, was man sich unter "englisch" vorstellt. Es kam die Idee auf, mal in den Pubs der näheren Umgebung nach Zimmern zu fragen, also gingen Jochen und Ronnie los. Nach ein paar Minuten kamen sie zurück, kein Pub-Zimmer, aber etwa eine Meile entfernt gäbe es einen Campingplatz, in dessen Nähe das kleine Nachbardorf Uplyme liegt, in dem es auch einen Pub gibt.
Das klang doch schon mal gar nicht schlecht, zumal das Wetter auch zu halten schien. Wir fuhren also das letzten kleine Stückchen von der Küste hoch und fanden auch bald den Hook Farm Camping Park. Wir checkten ein und nahmen aus der Rezeption gleich ein paar Ankommbier mit zu unserem Stellplatz, dann bauten wir unsere Zelte auf.









Warum nun jeder in seinem eigenen Zelt schlafen sollte, erschloss sich mir nicht, war dann aber auch egal. Wahrscheinlich, weil genug Platz da war. Wie auch immer...
Nachdem die Nachtquartiere standen, gingen wir dann mal los ins Örtchen, unser Ziel war das Talbot Arms. Ganz hübsches, kleines Dorf und nach etwa 300m kamen wir an der zentralen Kreuzung an, an der auch das Pub lag. Wie es sich gehört.







Geöffnet war auch schon, soweit alles prima. Dann gleich die Ernüchterung: Essen gäbe es hier prinzipiell schon, aber nur am Wochenende. Oha. Also erst mal nur Bier bestellen. Hier gibt es vor allem Otter Ale, in diversen Ausführungen. Wie immer in englischen Pubs, wird direkt an der Theke bestellt und auch gleich bezahlt.









Die erste Variante schmeckte ganz und so überlegten wir, wie wir nun an Essen kommen. Schnell kam die Idee eines Lieferdienstes auf. Am besten natürlich gleich ins Pub, so hätten wir auch keine Sorge wegen der Getränke haben müssen. Diese Idee wurde auch gleich der Wirtin unterbreitet, ob eine Bestellung ins Haus OK wäre. Die sah darin kein Problem (ist ja schließlich eine Win-Win-Situation), holte sich aber noch schnell das OK von ihrem Chef.



Wir schauten also im Netz nach Pizzerien in Lyme Regis und riefen dort an. Tja, bestellen konnte man bei beiden, aber liefern würden sie nicht. Im Endeffekt landeten wir dann schließlich wieder bei einem Inder, der uns Essen bringen würde. Zur Erklärung: Indische Restaurants/Imbisse sind sowas wie bei uns die Döner-Türken. Es gibt sie wirklich an jeder Ecke. So bekamen wir dann eine knappe Stunde später unser Essen (wieder sehr lecker), während wir uns durch die Ale-Sorten tranken. Die Palette an Otter-Bieren reichte von "ganz lecker" bis "muss ich nicht noch einmal trinken".



Als die anderen schließlich auf schottische Whiskys auswichen, machte ich mich langsam vom Acker und ging zurück zum Platz. Dort gab es WLAN und so hatte ich noch einen längeren Videochat mit Genia, bevor ich dann in die Dusche und danach ins Zelt kroch.


Die Tagestour (338km):


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Mittwoch, der 12.06.

Morgens zum Aufstehen war es ähnlich trübe wie schon am Vortag auch, aber immerhin trocken. Ronnie hatten schon sein kleines Frühstückstischen aufgebaut und der Kocher erhitze das Kaffeewasser. Also schnell zur Morgentoilette und sich frisch machen. Ein paar Snacks hatte der Tankrucksack auch noch zu bieten, z.B. einige Waffeln.





Nach der kleinen Stärkung packten wir dann unseren Kram zusammen und machten uns langsam wieder auf den Weg. Schließlich lagen wir noch etwas hinter unserem Zeitplan zurück.
Ich hatte mich im Vorfeld entschieden, keine einzelnen Tagesetappen abzustecken, weil man damit doch recht unflexibel ist. Es gibt somit eine große Route mit der Gesamtstrecke. Um dabei dann nicht den Überblick zu verlieren, habe ich die Gesamtroute einfach auf einer Karte in gleiche Abschnitte zerlegt. Bei 10 Tagen auf der Insel mit einer Strecke von rund 2700km kamen also als Schnitt 270km/Tag zusammen. So konnten wir immer in etwa einschätzen, wo wir im Zeitplan liegen. Genau sowas fehlte im Vorjahr bei der Norwegentour, so dass wir dann im Endeffekt zu schnell durch waren. Was dort nicht schlimm war, da gerade dann das Wetter umschlug und es nicht schlimm war, 2 Tage früher den Heimweg anzutreten. Aber aus solchen Versäumnissen lernt man und daher meine Karte mit den "Normabschnitten". Für den Fall, dass wir zu schnell sein sollten, habe ich am Ende der Runde noch eine etwa 500km lange Zusatzschleife vorbereitet. Schließlich hatten Ronnie, Csibi und ich ja die Fähre von Newcastle gebucht, die eben nicht so spontan und kostenarm umzubuchen wäre.
Unser Weg führte uns an diesem Tag zunächst wieder durch ein weiteres "schönes Gebiet", den Blackdown Hills AONB, danach umfuhren wir Exeter und kamen in ein weiteres landschaftliches Highlight, dem Dartmoor.
Direkt am Anfang dieses Gebiets verfuhren wir uns etwas, da es eine Sperrung der Straße gab und die Sache mit den Umleitungen nicht ganz so klar war. Nachdem wir den richtigen Weg wiedergefunden hatten, machten wir in Moretonhampstead eine kleine Pause, Nachverpflegung in einem Supermarkt und beim lokalen Einzelhandel.



Ich musste die Pause mitten im Ort dann abbrechen, hatte ich doch einen ziemlichen Blasendruck. Somit fuhr ich ein Stückchen weiter in die Landschaft und suchte mir einen geeigneten Platz für die körperliche Erleichterung.





Kaum hatte ich meinen Bock am Wegesrand abgestellt und war auf der Suche nach einer passenden Stelle, kam ein älterer Herr mit seinem Geländewagen durch den kleinen Weg gerollt. Zum Glück war ich noch nicht "so weit". Höflich britisch erkundigte er sich natürlich, ob alles OK sei oder ich etwa Hilfe benötigen würde. Nachdem ich das verneinte und er weiter fuhr, konnte ich nun endlich meine Erledigung machen. Kaum war ich fertig kam auch schon Uew angefahren, der wohl mit der gleichen Intension angefahren kam.





Wir fuhren weiter gen Süden durch das Dartmoor und verließen es wieder, um einen Schlenker an der Küste entlang zu machen. Traumhaft schöne, lange Strände gibt es hier an Englands Südküste wirklich mehr als genug. Leider spielte das Wetter nicht mit. Immer wieder mal regnete es etwas.





Nach der tollen Aussicht von oberhalb des Meeres führte uns die Straße auch noch direkt zur Küste, wo wir eine kleine Pause einlegten.





Dann ging es weiter wieder nach Norden durchs Hinterland, wie gehabt gerne durch kleine, enge Straßen mit nur einer echten Fahrspur. In der Regel ist das keine Problem, Ausweichstellen gibt es genug und die Briten halten in der Regel wirklich sehr früh an, um einen passieren zu lassen. 
Kannte ich auch aus Schottland schon so. Es gibt aber halt auch hin und wieder so unübersichtliche Stellen, wo man dann doch direkt vor dem Gegenverkehr steht. Während ein Motorrad oft (aber auch nicht immer!) ja noch neben einem Auto her passt, muss ansonsten einer zurücksetzten.





Aber meistens regelt sich sowas sehr schnell. Wir kamen wieder in den südwestlichen Teil des Dartmoors und nach einiger Strecke an einer schönen , alten Brücke vorbei, unter der sich ein kleines Flüsschen schlängelte. Und weil das so hübsch aussieht gibt es nebenan direkt einen Parkplatz.











Eine Panoramaaufnahme sollte hier natürlich auch nicht fehlen!



Nach der Pause ging es weiter, bald schon verließen wir das Dartmoor westlich und querten kurz das Tamar Valley (AONB), unser Weg führte uns nun immer weiter in die Landspitze von Cornwall. Einzig das Wetter konnte nicht mit der Landschaft mithalten, es blieb die ganze Zeit eher trüb und wechselhaft. Unseren nächsten Stopp legten wir dann schließlich wieder an der Küste ein, nachdem wir ein Stück im Hinterland der Roseland Heritage Coast fuhren und dann nach St. Mawes kamen. Schon vor der Ortschaft machten wir an einer Promenade einen Halt. Es war auch langsam mal an der Zeit, meine Drohne heraus zu holen.









Neben den Fotos habe ich auch noch ein kleines Video beim Flug über der Bucht gedreht.


Unten am Strand fanden Jochen und Csibi sogar noch eine Schaukel, während ich oben noch eine Panoramaaufnahme machte.





Dann ging es in Zentrum und wir machten in einem Café ein kleine Pause.



Nach der kleinen Auszeit ging es für uns weiter Richtung Norden, um dort zu einer Fähre über die Carrick Roads, so nennt sich dieser Meeresarm, zu kommen. Am örtlichen Castle machten wir keinen weiteren Stopp. Am Fähranleger angekommen reihten wir uns in die Warteschlange und schauten zu, wie unsere "schwimmende Brücke" gerade übersetzte. Die Fahrstrecke ist ja ähnlich wie bei einer heimische Flussfähre z.B. am Rhein.







Dann war unsere Seite erreicht und wir konnte auf die Fähre auffahren.









Beeindruckt waren wir allerdings, was für ein doch recht großes Schiff hier in dieser Bucht vor Anker lag. Scheint trotz der geringen Breite ausreichend tief zu sein.



Auf der anderen Seite angekommen ging es gleich weiter, so langsam näherten wir uns unserem Tagesziel, es sollte Lizard Point sein, dem südlichsten Zipfel Großbritanniens. Dort solle es so einen Art Aussteiger-Campingplatz geben, den wir anpeilten. Unterwegs stoppten wir noch kurz an einem Supermarkt, um ein paar Bierchen zu besorgen.
Die Wege wurden zusehends einsamer, anfangs gab es auch noch mal ein Schild zum Campingplatz, als wir dann aber im Ort (The Lizard) waren fanden wir den Platz nicht. Somit fuhren wir erst einmal weiter Richtung Leuchturm, aber auch dort war kein Hinweis mehr zu finden. Allerdings der Richtungspfeil zum Hostel, welches direkt am Leuchturmgbäude angeschlossen ist. Eine kurze Nachfrage klärte die Sache dann, es gab 4er-Mehrbettzimmer, pro Nase auch nicht mehr als Camping, somit blieben wir einfach hier. Ronnie erklärte sich bereit, ein einzelnes Bett im anderen Raum zu nehmen.





Die nicht benötigten Sachen (Campingkram) konnten wir im Erdgeschoss unter der Treppe ablegen, so mussten wir nicht alles durch die Gegen schleppen. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, wollte einige erst noch duschen, so nutzte ich die Zeit um meine Anafi mal in die Luft zu bekommen. Zudem stand das Ankommbier auch noch aus. Dummerweise war bei einer Flasche in meinem rechten Koffer der Kronkorken-Drehverschluss undicht, so dass etwa eine Drittel der Flasche ausgelaufen war. Zum Glück hielt die Drohnentasche das wertvolle Innere trocken und meine Klamotten waren im anderen Koffer. Somit hatten überwiegend die Regensachen ein Bieraroma.











Nun sollte es aber zurück in den Ort gehen, so langsam hatten wir doch alle ganz gut Hunger. Schnell wurden wir dann auch beim Witchball direkt an der Hauptstraße fündig. Da das Wetter gut war, setzten wir uns erst einmal draußen an die schweren Holztische. Nun war es endlich mal an der Zeit für gescheite Fish & Chips! Ich essen ja normalerweise keinen Fisch, aber das hier mag, ähnlich wie Fischstäbchen auch, ganz gerne. Natürlich auch schön mit Essig über allem. Als es später dann doch recht frisch wurde, gingen wir rein.



Nach einem netten Abend mit einige Bierchen ging es dann langsam zurück zum Quartier. So langsam legte sich auch die Dunkelheit über den südlichsten Zipfel Englands...





Zurück an unsere Herberge gab es ein weiteres Bierchen aus dem Koffer und danach ging ich hoch, um eine Dusche zu nehmen, während die anderen noch draußen etwas herum stöberten. Nachdem ich wieder frisch war, legte ich mich auch gleich in meine Koje und las noch etwas.


Die Tagestour (356km):


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Donnerstag, der 13.06.

Am Morgen war Ronnie wie gehabt schon wieder zeitig unterwegs. Er fing draußen schon vor 6:00 Uhr die Stimmung ein. Danach machte er wie üblich in der Küche Kaffee.





So langsam standen wir anderen dann auch nach und nach auf, um draußen in einen nun wieder trüben Himmel zu schauen. Es regnete hin und wieder etwas, so richtig einig schien sich das Wetter auch noch nicht zu sein. Also erst einmal frühstücken.
Danach packten wir unsere Sachen zusammen und rödelten den Kram auf die Moppeds. Da es zunehmend feuchter wurde, zog ich auch gleich die Regensachen an. Die letzten Tage haben nämlich gezeigt, dass meine Textilklamotten nicht mehr wirklich dicht sind. Zuerst kommt die Feuchtigkeit bei der Jacke vorne hinein, später dann auch bei der Hose. Vor dieser Tour waren die Sachen eigentlich noch dicht...



Fertig ver- und eingepackt machten wir uns nun wieder auf den Weg. Es sollte zunächst weiter die Südküste entlang gehen in den "hintersten" Zipfel von Cornwall, danach dann auf der Nordseite wieder gen Osten. Unseren erster Stopp legten wir dann in Marazion ein. Der Grund ist der knapp 400m vor dem Ort im Meer liegenden St. Michael's Mount. Quasi der englische kleine, unbekanntere Bruder des französischen Mont-Saint-Michel.





Dieser Felsen im Meer ist nicht so beeindruckend und auch kleiner als das französische Gegenstück, aber allemal ein Stopp wert! Wir stellten die Maschinen auf einen kleinen Platz und gingen einige Meter zu Fuß runter zum Meer. Da gerade Niedrigwasser herrschte, hätten wir auch zu Fuß zur Insel gehen könne, aber ein Blick und einige Fotos sollten reichen. Es war nach wie vor etwas regnerisch, gerade hier waren es zum Glück nur wenige Tropfen.





Wir schauten uns etwas um, machten diverse Fotos und überlegten dann, uns für ein Päuschen ein Café zu suchen. Also gingen wir langsam wieder zurück.





Dummerweise hatte bis auf ein Nobelhotel (mit Blick auf den Felsen) kein weiteres Café zu dieser Zeit geöffnet. Da wir in den Edelladen nicht mit Regensache rein wollten, machten wir uns halt wieder auf den Weg. Da Uwe auch die Zigaretten ausgegangen waren, wollte er ganz gerne zu einem Supermarkt. Einen Ort weiter kamen wir dann an einem neuen Einkaufszentrum vorbei, da machten wir einen weiteren Halt und besorgten uns etwas Frühstück auf die Hand.



Zwischenzeitig regnete es mal wieder etwas mehr, dann wieder weniger. Es schien heute wohl wechselhaft zu bleiben. Also ging die Fahrt weiter, das nächste Ziel war Land's End. Diese Landzunge markiert den westlichsten Punkt von Großbritannien.
Innerhalb von zwei Tagen also den südlichsten und westlichsten Punkt der britischen Hauptinsel besucht, dazu war ich 2012 bei der Schottlandtour auch noch bei Dunnet Head, dem nördlichen Punkt. Es fehlt also nur noch eine Besuch am östlichsten Punkt Ness Point in Lowestoft.





Die touristische Vermarktung ist hier ungleich größer als beim Lizard Point, hier gibt es Bars, Restaurants, Kiosks und Souvenirläden.







Nachdem wir die wesentliche Fotospots abgegangen und der Toilettenbesuch auch erledigt war, machten wir uns wir uns wieder auf den Weg, nun ging es die Küste von Cornwall an der nördlichen Seite entlang. Unser nächstes Ziel war das hübsche Seebad St. Ives. Das Wetter blieb sich weiter treu. Mal regnete es gar nicht, mal ein wenig, mal etwas stärker. In St. Ives angekommen fuhren wir zunächst etwas ziellos durch diversen Einbahnstraßen, machten einige Fotos von der Stadt, um wieder auf der Ausfallstraße zu landen. Ein Stopp war nötig und einer tickerte mal die Promenade ins Navi.







So klappte auch das Ankommen wie geplant. Trotz des lausigen Wetters war der ganze Ort proppevoll mit Menschen. Sehr viele Touristen quetschten sich über die schmalen Gehwege an der Hauptstraße entlang, es war gar nicht so einfach Parkplätze für die Moppeds zu finden.
Kaum geparkt, nahm Ronnie ein Stück Brötchen aus seinem Tankrucksack, welches ihm fast direkt durch eine Möwe abgejagt wurde. Diese Viecher muss man wirklich immer im Auge behalten.



Wirklich jedes Haus hier an der Straße ist touristisch genutzt, sei es durch einen Souvenirladen, eine Bar, Café oder Restaurant. Mittendrin dann angeboten Bootsausflüge, Hotels und Touristeninfo. Jochen fand dann ein Café im Obergeschoss, erreichbar durch eine recht unscheinbare, schmale und steile Treppe. Das war ein sehr guter Platz!





Wir bestellten warme Getränke und dazu noch ein Häppchen zu Essen. Das bekam prompt auch eine Silbermöwe mit, die direkt auf dem Dach neben uns saß. Da seit "Findet Nemo" natürlich jede die gierigen Möwen mit ihrem "Meins!" im Kopf hat, waren wir alle natürlich in Sachen Nahrungsschutz auf der Hut. Nachdem der Vogel das mitbekommen hatte, suchte die Möwe sich auch andere Opfer.



Nachdem wir den Treiben lange genug zugesehen hatten, wollten wir nun wieder weiter, also rauf auf die Maschinen und raus aus der Stadt. Es ging mehr oder minder immer an der küstennahen Straße entlang, mal in Sichtweite des Wassers, mal einige hundert Meter entfernt hoch oberhalb des Wasserspiegels. Bei Trevemper machten wir dann einen Tankstopp. Bei Csibi brannte schon länger das Abblendlicht nicht mehr, allerdings hatte er es nicht ausgeschaltet. Da eine spontane Reparatur nicht drin war, wurden mal schnell ein paar Stirnlampen umfunktioniert!



Nach dem Sauwetter den ganzen Tag war ich zudem kurz davor, den ganzen Hobel in die Waschbox zu stellen. Wobei das ja auch nur eine sehr temporäre Lösung gewesen wäre, daher lies ich es bleiben.



Also fuhren wir weiter, das nächste Ziel auf unserer Route war der kleine Ort Tintagel. Wieder ziemlich voll, alles voll Touristen. Wir fuhren auf einen Parkplatz und gerade als wir die Motorräder abstellen wollten, kam so ein Typ an und sagte, wir sollen mit nach hinten kommen. Naja, fuhren wir erst mal hinterher. Am anderen Ende des Parkplatzes stellte der Typ sich dann als Camper samt Zweirad heraus, der wohl dachte, wir wollten auch hier bleiben und somit unsere Zelte bei ihm aufschlagen. Kopfschüttelnd fuhren wir wieder nach vorne.



Für Engländer ist das hier ein geschichtlich-mythischer Ort, soll doch der Legende nach im Tintagel Castle König Artus gezeugt worden sein und hier auch gelebt haben. Da von dieser Burg nur eine Ruine übrig geblieben und zudem ein Fußmarsch nötig ist, um dorthin zu gelangen, ließen wir das bleiben. Einzig eine einsam liegende Kapelle war vom Ort aus zu sehen.



Im Ort selber ist noch das alte Postgebäude aus dem 14. Jahrhundert erhalten, wieder hübsch renoviert mit seinen alten Mauern und dem schiefen Dach, zudem ist auch wirklich wieder eine Poststation drin.





Im Endeffekt war es hier dann doch etwas zu viel Kirmes, also sollte es weiter gehen. Wir machten also wieder Meter und so langsam wurde es auch immer trockener. Das letzte Stück Weg war dann eher öde Hauptstraße geradeaus, so dass wir uns bald ein Quartier suchen wollten. In der Nähe eines etwas älteren, kleinen Freizeitparks sollte es einen Campingplatz geben, also bogen wir dort in den kleinen Ort ab. Aber weder ein Campingplatz noch ein Gasthaus konnten wir entdecken, so fuhren wir schließlich einfach weiter. Das Nest war eh etwas sehr klein, so dass weitere Verpflegung eh fraglich war. Im Städtchen Barnstaple versuchten wir kurz mal einen Supermarkt zu finden, aber auch das war ohne Erfolg. Wir irrten schließlich noch etwas an der Küste zwischen Combe Martin, Watermouth und Ilfracombe umher, fanden einen Campingplatz ohne Ansprechpartner bis wir dann schließlich im Hostel Ocean Backpacker landeten. Das Haus wurde von einem jungen Paar geleitet, welches uns sehr nett empfing!





Wir konnten im Hof parken, unser nicht benötigten Campingsachen konnten wir in einem kleinen Kellerraum abstellen und wir bekamen ein großes Zimmer für uns alle. Nach dem Bezug des Zimmers machten wir uns dann fertig zum Ausgehen, der Hunger trieb uns wieder auf die Straße. Immerhin nun zuverlässig ohne Regen.







Im Hafenbereich fanden wir dann ein sehr großes Restaurant, das Admiral Collingwood. Also erst einmal ein paar Bierchen zum ankommen. Der Laden gehört zur Weatherspoon-Kette mit der Besonderheit, dass die eine eigene App anbieten, mit der man vom Platz aus sowohl bestellen als auch direkt bezahlen kann. 
Nachdem wir das erste Bier klassisch an der Theke geholt hatten, installierte sich Csibi die App und ab da ging die Sache leichter und flotter von der Hand. Ach, schöne neue Welt! Wie lange wir in Deutschland wohl noch auf sowas warten müssen?
Die drei anderen hatten noch den Ehrgeiz, auf den Hügel neben dem Hafen zu steigen, Csibi und ich fanden es hingegen innen ganz gemütlich.









Wir beiden hatten inzwischen einige Bierchen getrunken und nach der Rückkehr der Bergsteiger konnten wir auch endlich das Essen bestellen. Das kam dann rund 15min später ohne weiteres Zutun an den Tisch. Nach der abendlichen Stärkung ging es schließlich zurück ins Hostel, unter die Dusche und ab ins Bett. Die anderen machten es sich noch etwas im Wohnbereich gemütlich.


Unsere Tagestour (323km):


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Freitag, der 14.06.

Nach dem Wach werden ging es ins Bad und dann begann auch schon das erste Zusammenpacken. Dann trafen wir uns in der Hostel-Küche zum Frühstück. Ronnie hatte da wie immer schon etwas vorbereitet. Eingekauft hatten wir ja wie üblich am Vortag, so dass wir direkt loslegen konnten.





Nach der Stärkung ging es an das Ausräumen des Kellerraumes mit dem Campingkram und das Beladen der Moppeds. Als wir alles raus hatten wurde schließlich wurde ausgecheckt.
Es war natürlich bedeckt und es sah auch schon wieder etwas nach Regen aus. Somit war für mich Regenjacke direkt zum Start angesagt.





Landschaftliche war es dafür vom Start weg sehr schön. Es ging direkt etwas ins waldreiche Hinterland der Küste und es dauerte nicht lang, bis wir in den Exmoor Nationalpark kamen. Das Landschaftsbild änderte sich deutlich, das Exmoor ist ein Moorheide-Gebiet, welche überwiegend baumlos bewachsen ist. Dafür gibt es viele Sträucher und andere kleiner Gewächse. Unser kleines Asphaltband windete sich durch eine satt-grüne Landschaft, welche immer mit kleine Bachläufe durchzogen ist.







Es war hier aber nicht nur von oben feucht, auch aus dem Boden nahe unseres Parkplatzes sickerte Wasser aus zahllosen kleinen Quellen und bahnte sich dann als Rinnsal seinen Weg ins Tal. Kreuz und quer fuhren wir durch diese schöne Gegend, bis wir schließlich bei Taunton eine Tank- und Trinkstopp einlegten.





Von hier ging unsere Fahrt dann langsam mehr Richtung Norden, wir durchquerten den Höhenzug der Mendip Hills (wieder ein AONB) und kamen bald nach Bath, östlich von Bristol. Hier war Jochen schon im Vorjahr und wollte gerne für eine Pause in die Stadt. In Bath befinden sich die einzigen heißen Quellen in Großbritannien und so hatten schon die Römer vor fast 2000 Jahren hier Bäder angelegt. Entsprechend wurde Bath später auch Kurort mit beeindruckenden Prachtbauten, welches von der UNESCO zum Welterbe erklärt wurden.







Passend zu unserer Pause mitten in der City hatte sich auch der Himmel aufgelockert und dann kam sogar mal die Sonne raus. Hier entschlossen wir uns, noch bis Gloucester weiter zu fahren. Ich suchte wieder online ein Quartier und buchte uns im Bahnhofshotel ein. Nach der entspannenden Pause ging es weiter gen Norden und als nächstes durchquerten wir ein weiteres AONB, die Cotswolds. Wieder landschaftlich und fahrerisch schön wie recht einsam auf den von uns gewählten Nebenstraßen. Bald schon darauf erreichten wir unser Tagesziel. Unser Hotel "The Station" hatte sicher schon besser Tage erlebt, es war doch ein wenig herunter gekommen. Über dunkle und enge Verbindungsgänge fanden wir in zwei verschiedenen Etagen unsere Zimmer.





Aber es war soweit sauber und die Betten stellten sich auch als bequem heraus. Nachdem wir die Zimmer bezogen und uns etwas frisch gemacht hatten, gingen wir erst einmal unten in die Bar auf ein Ankommbier. Passend dazu spielten Jochen und Csibi eine Partie Billard.





Bald darauf gingen wir dann Richtung City, etwas umschauen und natürlich wollten wir auch noch was essen. Wieder kam dabei die Sonne raus und tauchte die Stadt in ein schönes warmes Licht.





Unser erste Ziel sollte gleich mal die örtliche "Hauptattraktion" sein, die Kathedrale. Sie zählt zu den bedeutendsten im ganze Land. Als wir uns näherten, schallte uns Musik aus dem Inneren entgegen. Wir fragten uns direkt, was dort wohl gerade stattfindet, eine kirchliche Veranstaltung schien das offensichtlich nicht zu sein. Aber erst einmal einige Fotos.







Als wir dann hinein gingen, staunten wir nicht schlecht. Hier fand eine Mischung aus Modenschau und Kostümvorführung, gepaart mit theaterartigen Vorführungen statt. Um den "Laufsteg" waren in mehreren Reihen Stühle aufgestellt und rundherum standen zahlreiche Zuschauer und schauten sich das Spektakel an, unterlegt von lauter Musik.









Von diesem interessanten Schauspiel, vor allem in dieser Kulisse, machte ich dann noch ein kleines Video. Ich fragte mich kurz, ob sowas auch bei uns, sagen wir mal im Mainzer Dom, möglich wäre. Will ich ja doch ein wenig bezweifeln.


Neben diesem Event schaute ich mir dann aber auch noch das Bauwerk etwas genauer an, wobei der Zugang nicht überall möglich war. Die Show fand in der einen Seite des Hauptschiffes statt, der andere Teil war als "Backstage"-Bereich nicht zugänglich.







Cineasten werden womöglich den Gang mit seiner aufwendigen Decke wiedererkennen. Seit dem Jahr 2000 wurden hier Szenen aus drei verschiedenen Harry Potter-Filmen gedreht.







Draußen dauerte es dann ein bisschen, bis wir uns wieder gesammelt hatten. So konnte ich mich noch etwas umsehen und zum Glück gab es rundherum genug Grünstreifen, wo man mal unbemerkt austreten konnte. Rundherum gab es noch einige weitere hübsche Gebäude.





Inzwischen hatten wir nach 21 Uhr, was in England ein gewisses Problem darstellt, wenn man noch etwas essen möchte. Meistens bietet die Küche nämlich Speisen nur bis eben 21 Uhr an. So fragten wir einige male vergebens nach, bis wir zu einem ziemlich großen Laden kamen, "The Regal". Hier sollte es noch etwas zu essen geben und dieser Örtlichkeit gehört auch wieder zur Weatherspoon-Kette. Also Platz suchen, Csibi startet die App und wir können direkt bestellen.



Spätestens als wir unser Essen bekamen, verwandelte sich diese Bar/Restaurant zunehmend in eine Disco. Die Musik wurde deutlich lauter, leider aber auch schlechter. Naja, wir ließen Csibi weiter fleißig bestellen und machte das beste aus dem angebrochenen Abend.



Dann ging es schließlich zurück ins Hotel, zu unserer eigenen Überraschung es war immer noch trocken. So gingen die anderen noch unten in die Hotelbar und ich stellte mich unter die Dusche, um dann frisch ins Bett zu kriechen. Bald schon kamen die anderen auch nach.


Die Tagestour (270km):



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Samstag, der 15.06.

Nach dem Aufstehen und der Morgentoilette ging es langsam runter zu den Maschinen, die Klüngeln aufladen. Ronnie war wie immer schon früh auf und hatte in einem nahen Supermarkt schon Frühstück geholt. So gab es parallel schon mal etwas in die Backen.





Nachdem alle ihren Kram verstaut hatten und auch etwas zu Essen abbekommen hatten, checkten wir langsam aus und machten uns auf den Weg. Von hier waren es noch knapp 40km bis zur "Grenze" nach Wales.



Bei der Fahrt aus Gloucester heraus war schon deutlich weniger Verkehr als am Vortag. Es war noch früh und Wochenende, also kein Wunder. Zunächst kamen wir gut voran, leider war von der "Grenze" nichts zu sehen, ich hatte auf ein Schild oder Tafel gehofft, wie ich es z.B. von Schottland auch kannte. Aber wir waren wohl auf einer zu kleinen Straße unterwegs.
Auf einer weiteren kleinen Nebestraße kurz vor Abergavenny wurde mir dann beim (Vor-(Fahren etwas schwummerig. Vor meine  Augen fing es leicht an zu flackern und leichte Schwindelgefühle setzten ein. Bevor ich noch in auf dieser kleinen, kurvigen Straße die Kontrolle verliere schnell mal anhalten. Die anderen informieren, zweimal kurz durchatmen und dann ein Stückchen zurück zu einer Grundstückseinfahrt, erst einmal eine kleine Pause machen.



Ein bisschen trinken, noch einen Happen essen, schon war alles wieder gut und wir konnten weiter. Das "Problem" trat auch nicht wieder auf. Es dauerte nicht lange und wir kamen in den Brecon-Beacons-NP. Hier gab es dann auch wieder richtig was fürs Auge.







Wir fuhren hin und her durch schöne Landschaften, bis Csibi an einer kleinen Kreuzung ausrollte. Der Druck auf den Anlasser wurde mit einer schlappen halben Umdrehung des Anlassers und nachfolgenden Klickern des Starter-Relais quittiert. Hmm, Batterie leer, da stimmt wohl in Sachen Aufladung etwas nicht. Direkt gegenüber war zum Glück ein kleiner Hof an einem einsamen Haus, dort stellten wir die Maschinen ab. Los ging die Fehlersuche.









Zum Glück wurde Csibi recht schnell fündig. Bei den abgehenden Kabel von der Lichtmaschine hatten sich ein paar Kabel ihrer Isolierung entsorgt und einen Kurzschluss verursacht.
Natürlich hatten wir Werkzeug, Klemmen und Isoband dabei, eigentlich eher historisch bedingt. Schließlich war Ronnie sonst immer mit einer KTM unterwegs und so brauchten wir den Kram eigentlich auch immer. Während das Felltier also repariert wurde, wurde die Pause für einen Kaffee genutzt und die schöne Landschaft bewundert.











Immerhin war es zur improvisierten Werkstatt wenigstens trocken. Neben Werkzeug hatte ich auch noch eine Powerbank mit Starthilfefunktion dabei, so dass wir die Hornet nach der Reparatur auch problemlos wieder ans Laufen bekommen haben.



So konnte es dann weiter gehen, nachdem alles wieder verladen war. Wir fuhren einige male im Nationalpark hin und her, über schöne Straßen durch sattes Grün und über kleine Bergstraßen. So langsam zog es sich wieder mehr zu.





Bei einer Pause auf einem Pass machte ich dann auch noch ein Panoramabild (anklicken). Hier waren die Wetterverhältnisse schon wieder so, dass wir die Helme erst gar nicht vom Kopf nahmen.



Von hier führte uns der Weg direkt Richtung Norden und wieder aus dem Nationalpark heraus, in Llandovery machten wir dann einen Tankstopp. Kaum waren die Spritfässchen wieder voll, setzte recht starker Regen ein, so dass wir erst einmal eine Pause einlegten.







Nach ein paar Minuten hörte dieser starke Schauer aber auch wieder auf und wir konnten uns wieder auf den Weg machen. Weiter ging es Richtung Norden und bald wurde es so richtig idyllisch. Neben den schon üblichen Viehgittern (Cattle grids), die bei Straßenquerungen den Zaun ersetzten (und Huftiere gehen hier nicht drüber), kamen nun auch immer öfters Gatter über den Straßen hinzu, so dass wir regelmäßig anhalten mussten. Dabei war natürlich immer Zeit für ein Foto.







Nach einigen Gattern entwickelten wir einen gut funktionierenden Ablauf: Der Erste hielt vor dem gatter, um es zu öffnen, der Zweite fuhr durch und hielt auf der anderen Seite an, die Anderen fuhren weiter. Der Erste fuhr dann auch durch das geöffnete Gatter hinterher und der Zweite schloss dieses wieder und fuhr dann auch weiter. Am nächsten Gatter hatten die Anderen eben durchfahrenden schon das Tor nach dem selben Muster wieder geöffnet.











Schließlich kamen wir auf der Passhöhe mit dem Namen Wolf's Leap an. Das Wetter passte, also holte ich mal meine Drohne aus dem Koffer.





Neben diversen Fotos machte ich auch noch ein kleines Video:


Dazu ließ ich die Anafi auch noch in der Luft eine Panoramaaufnahme (anklicken) erstellen:



Schließlich packten Csibi und Uwe beide auch noch Selfie-Sticks aus, diese bisher vor uns verheimlicht hatten.





Nach dieser fotorreichen Pause ging es dann weiter gen Norden, bis wir irgendwann in waldreichem Gebiet an Devil's Bridge vorbei kamen. Hier gab es einen Parkplatz ein ein Café, so dass wir dort stoppten. Erst als wir auf dem Parkplatz waren, bemerkten wir die eigentliche Attraktion: Hier war ein kleiner Bahnhof, in dem ein Schmalspur-Dampfzug auf seine Abfahrt wartete.







Kurz darauf war der kleine Zug auch gut mit fahrwilligen Touristen besetzt, so dass die Fahrt starten konnten.


Nachdem die Show gelaufen war, setzten wir uns erst einmal in das Café und machten eine Pause samt Heißgetränk. Zudem überlegten wir, wie weit wir an diesem Tage noch fahren wollten. Die einhellige Antwort lautete: Nicht mehr so weit.





Ich schaute also wieder bei Booking nach und fand dann, zwar etwas südlich der eigentlichen Route, ein Appartement im Ort Rhayader. Da die ganze Gegend hier recht dünn besiedelt ist, war der Umweg von knapp 20km noch in Ordnung.



Vor Ort angekommen fanden wir die Adresse samt Haus auch recht schnell. Darin und auch im Hinterhof gab es diverse Appartments. Nur leider war hier niemand anzutreffen. Wir gingen also umher und schauten etwas ratlos, auch die Bestätigungsmail gab keinen näheren Hinweis: Schlüssel gäbe es vor Ort. Direkt gegenüber des Hauses war ein Supermarkt und eine Kundin gab dann den Hinweis: Die "Rezeption" wäre in einem Café ein Stückchen die Straße Richtung Zentrum entlang.
So war es dann auch! Dort konnte ich uns anmelden und eine Frau kam dann mit und zeigte uns die Wohnung. Schien wieder eine ziemlich gute Wahl zu sein für rund 100€.







Zwei Schlafzimmer und dazu noch Sofas im Wohnzimmer, ein weiteres Zustellbett war auch noch vorhanden. Auch die Küche war bestens ausgestattet, so konnten wollten wir uns gegenüber etwas kaufen und uns selbst verpflegen.



Die Kochaufsicht übernahm wie üblich Ronnie, die anderen durften zuschauen und Bier trinken oder niedere Zuarbeiten verrichten. So verbrachten wir einen gemütlichen Abend in den temporären eigenen vier Wänden.
Erste Erkenntnisse zu Wales: Hier ist es deutlich leerer in Sachen Verkehrsaufkommen, die Landschaft wird langsam etwas "wilder" und es gab die ersten Pässe.


Die Tagestour (307km):


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Sonntag, der 16.06.

Der Morgen begann nach Aufstehen und Morgentoilette mit einem mehr oder minder gemeinsamen Frühstück in der Küche (Frühaufsteher Uwe und Ronnie waren natürlich schon fertig). Dann ging es wie üblich an das Zusammenpacken der Sachen. Das Wetter war an diesem Tag nicht wechselhaft, es regnete direkt und durchgehend.



Beim Verladen ging es noch einigermaßen, passend zum Losfahren dann aber ordentlich. Vorher hatte ich noch irgendwie den Appartementschlüssel verlegt, fand ihn aber dann doch noch (Tasche in der Regenjacke). Also den wieder am Café abgegeben und dann ging es los. Zunächst hatten wir die knapp 20km Strecke zurück zu fahren, um wieder auf unsere Route zu kommen. Ein Stückchen weiter kamen wir dann am Stausee Llyn Clywedog vorbei, hier regnete es gerade nicht und so machten wir einen kleinen Stopp.





Seit der Auffahrt zu diesem See und dem damit verbundenen Verlassen der Hauptstraße war es durchweg bergig und so sollte es auch bleiben. Ein Panoramafoto (anklicken) machte ich auch noch.



So langsam näherten wir uns dem Snowdonia-Nationalpark, der Einstieg für uns war eine Fahrt durch den Mach Loop, einem bekannten Tal, welches oft für militärische Übungsflüge genutzt wird und daher bei Planespottern bekannt ist.



Ein wirklich wunderschönes Tal mit steil aufragenden Bergen an beiden Seiten. Alleine Flugzeuge bekamen wir nicht zu Gesicht. Vielleicht ist ein Sonntag auch nicht der ideale Tag für sowas. Es folgte die Auffahrt zum Bwlch y Groes (Pass of the Cross oder auch Hellfire Pass), mit 546m dem höchsten Pass in Wales. Das klingt zwar ziemlich unspektakulär, aber die Straßen fangen hier im Tal ja oft nur wenige Meter überdem Meeresspiegel an und sind zudem meist sehr schmal und teilweise sehr steil. Abschnitte von >20% Steigung/Gefälle sind nicht selten und auch im Durchschnitt sind es oft um die 15%. Das in Kombination mit engen Kehren sollten sich Fahranfänger sicherlich zweimal überlegen.



Oben angekommen hatten wir wieder das Scheißwetter vom Anfang des Tages, es war ziemlich frisch (nur noch um die 10°C), recht windig und regnete.





Ein paar unerschrockene Radfahrer verirrten sich auch noch hier in die Höhe, ansonsten waren wohl auch noch Wanderer unterwegs, auch wenn die Wanderwege wenig einladend aussah.





Von der kalten, nasse Kuppe machten wir uns wieder auf den Weg runter Richtung Tal und schnell wurde es auch wieder etwas angenehmer. Landschaftlich war die ganze Gegend auf jeden all ein Knaller, wie schön muss das hier erst bei Sonnenschein sein!





Es ging rauf und runter, an Bächen vorbei und über Brücken, hin und wieder waren Wasserfälle zu sehen. Das Auge bekam also wirklich etwas geboten. Leider war so gar kein Drohnenwetter, hier hätte man einige schöne Aufnahmen machen können!





Irgendwann hörte der Regen dann mal wieder auf, das passte ganz gut mit einem Pinkelstopp zusammen, den wir am kleinen See Llyn Mair einlegten. Da es gerade mal trocken war, schauten wir auch gleich mal nach einem Quartier und buchten uns (wieder) in einem YHA-Hostel in der Küstenstadt Conwy ein.





Weiter ging die Fahrt durch diesen schönen Nationalpark bis zu einem weiteren Aussichtspunkt, an dem man einen feinen Blick auf den höchsten Berg von Wales, den Snowdon, hatte.







Der Snowdon ist nebenbei die höchste Erhebung Großbritanniens außerhalb schon Schottland. Von hier darf natürlich ein Panoramafoto nicht fehlen (anklicken).



Kurz darauf flog noch ein großer Rettungshubschrauber am Bergmassiv umher. Ob das nun ein normaler Kontrollflug, eine Übung oder ein echter Einsatz war, wer weiß.





Von hier ging es dann ziemlich direkt weiter zu unserem Tagesziel Conwy. Schon bei Annähern beeindruckt die örtliche Festungsanlage, Conwy Castle. Obwohl eine Ruine (aber ganz gut erhalten) ist diese Befestigungsanlage schon seit 1986 UNESCO-Welterbe. Natürlich mussten wir erst einmal an einem schönen Aussichtspunkt einen Halt machen.



Weiter ging es dann direkt zu unserem Quartier und kaum waren wir dort angekommen, fing es auch wieder an zu regnen. Hatten wir ja eigentlich schon genug an diesem Tag, aber immerhin passte das Timing. Wir teilten uns in zwei Räumen auf, zogen uns um und gingen dann erst einmal in den "großen Salon" um ein Ankommbier zu trinken.



Wie bei vielen Biersorten hier konnte man den "Stolz von Wales" zwar durchaus trinken, ein wirklich leckeres Bier war es aber auch nicht. Nun gut, wir saßen mit Kaltgetränk im Trockenen, es hätte also schlimmer sein können. Irgendwann war der Schauer auch wieder vorbei bzw. der Regen wurde weniger und wir machten uns auf den Weg in die Innenstadt.



Schon bald kamen wir natürlich wieder an der Befestigungsmauer vorbei, auf die man an diesem Torbogen über Treppen gehen konnte. Also nichts wie hoch!







Es ging rauf und runter, um die Ecke und weiter. Teilweise über Stufen, manchmal über "schiefe Ebenen", auf denen es durchaus rutschig sein konnte. bei jedem Durchgang musste man aber zumindest auf seinen Kopf achten!





Auf zweisprachigen Hinweisschildern (englisch und walisisch) wurde man vor allerlei Gefahren gewarnt. Fast ein kleines Wunder, dass wir diese Mauerwanderung ohne körperliche Versehrtheiten überstanden haben. An einer kreuzenden Bahnschiene mussten wir dann wieder von der Mauer runter und es ging unten weiter bis zur eigentlichen Burganlage.







Hier gibt es ein kleines Museum, das interessierte uns jetzt aber weniger (zumal es auch Eintritt kostet), also gingen wir erst einmal weiter Richtung Hafen.





Dort herrschte Niedrigwasser und auch so war generell nicht viel los am (nicht vorhandenen) Wasser. Aber am anderen Ende des Anlegers gibt es eine Attraktion: Das kleinste Haus in Großbritannien!





War natürlich auch geschlossen, aber wir hätten wohl eh nicht alle rein gepasst. Also ging es nun Richtung Innenstadt, schließlich wollten wir auch langsam mal etwas essen.





Auch innerhalb der Stadtmauern sah hier alles ganz hübsch aus, eine ganze Reihe alter Häuser in überwiegend gutem Zustand luden zum Verweilen und Herumschlendern ein. Nur das Wetter halt nicht.







Schließlich fanden wir nach zwei "Fehlversuchen" in Pubs einen Laden, in dem wir auch essen konnten. Nach ein paar Minuten Wartezeit am seitlichen Tresen bekamen wir dann auch einen Platz in einer Sitzecke.







Es gab einiges an Biersorten zur Auswahl, angesichts unserer bisherigen Erfahrungen mit britischem Ale und die Lust auf leckeres Bier gingen wir hier mal auf Nummer sicher und bestellten spanisches San Miguel. Da wussten wir zumindest vorher, was wir bekamen. Zum Essen bestellte ich mir einen Burger, der war auch ganz lecker.
Bevor es schließlich zur Herberge zurück gehen sollte, wurde einem Supermarkt noch ein kleiner Besuch abgestattet. Noch etwas Flüssignahrung und Frühstück für den nächsten morgen.





Es folgte der "Aufstieg" zurück zur Herberge, dort setzten wir uns zunächst noch einmal in den Salon, bevor ich dann irgendwann Richtung Dusche und dann Bett verschwand.


Die Tagesstrecke (275km):


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Montag, der 17.06.

Dieser Tag begann wieder mit einem gescheiten Frühstück, zubereitet wie meistens (wenn es sowas gab) von Chefkoch Ronnie. Es roch gut und man konnte das Brutzeln aus der Küche hören.







Nach dieser leckeren Stärkung und einigen Kaffees ging es wieder an das Zusammenpacken unsere Sachen. Immerhin schien das Wetter heute erst einmal trocken zu bleiben. Mal was anderes...



Zunächst führte uns unser Weg grob Richtung Wrexham, es ging wieder auf überwiegend leeren und schönen Straßen hin und her. Unser erstes Ziel war wieder einmal ein Welterbe, das Pontcysyllte-Aquädukt. Das besondere hierbei ist, dass es als Wasserkanal das Tal des River Dee überspannt und damit Teil des Llangollen-Kanals ist. Zunächst hatte ich das Ziel gar nicht so richtig auf dem Schirm, fährt man hier ja nun einfach täglich seine Route des Navis ab. Den Wegpunkt hatte ich in eine kleine Sackgasse gelegt, in der wir zunächst verwundert stoppten. Erst dann kam mir das eigentliche Ziel in den Sinn. Wir stellten unsere Maschinen also ein Stück weiter auf einem breiten Fußweg ab und gingen zu Fuß zum Kanal rüber. Zunächst fanden wir uns in einer Art kleinem Hafen wieder, in dem einige Narrowboats festgemacht waren.





Früher waren das reine Lastkähne, die keinen eigenen Antrieb hatten, sondern über Treidelpfade von Pferden gezogen wurden. Inzwischen sind die hier liegenden Kähne alle mit Motoren ausgestattet und als Ausflugsboote umgebaut.
Von diesem breiten "Hafenbecken" geht noch ein kleiner Kanal seitlich ab, das Hauptbecken verjüngt sich aber langsam und mündet schließlich auf der Brücke.







Passenderweise tuckerte gerade eins der Boote an uns vorbei auf die Brücke. Weil früher Pferde die Boote gezogen haben, ist auch heute noch ein kleiner Pfad neben der Wasserstraße, praktisch für die Fußgänger, wir machten uns also auch mal auf den (schmalen) Weg.





Während die anderen weiter Richtung andere Seite gingen, wollte ich stattdessen lieber mal mein kleines Fluggerät aus dem Koffer holen und in die Luft bringen. Die Brücke und die Umgebung sah auch aus der Luft nicht schlecht aus!







Natürlich machte ich nicht nur Einzelfotos, auch ein komplettes Panorama (anklicken) musste her!



Abschließend durfte natürlich ein kleiner Film vom Flug über die brücke und dem "Hafen" nicht fehlen. Ein wirklich beeindruckend Bauwerk in Verbindung mit dem ganzen Kanal.


Ich landete die Anafi wieder und verstaute alles den Kram danach wieder im Koffer. Inzwischen kamen auch die anderen zurück und so beschlossen wir, nebenan im kleinen Café noch ein Getränk zu nehmen.
Nach dieser Attraktion stand erst einmal etwas Ödnis auf dem Plan, näherten wir uns doch nun dem Ballungsraum Liverpool-Manchester. Heißt also, viele Straßen, sehr dicht besiedelt. Da mussten wir halt irgendwie durch. Ich hatte da eine Route über möglichst überschaubaren Nebenstraßen gebastelt, aber toll war das natürlich trotzdem nicht. Wir wollten ungefähr bis an den Rand vom Lake Destrict, vielleicht bis Kendal. Wir kamen auch ganz gut voran und machten schließlich in Ingleton, gut 30km vor Kendal, einen Tankstopp. Nachdem wir die Spritfässer gefüllt und die Maschinen zwecks einer kleinen Pause an die Seite stellten, entdeckte Jochen da etwas an bzw. in seinem Hinterreifen.





Die Speichelprobe ergab dann recht schnell, dass der Gegenstand nicht nur in der Oberfläche steckte. Schöner Mist. Immerhin hatten wir ein Pannenset dabei, also so eine Dose mit einer aufschäumenden Dichtungsmasse, die man mit Druck in den Reifen spritzt.
Erst gab es die Frage, ob man diesen Nagel oder Schraube besser im Reifen lässt, aber dann entschloss sich Jochen, ihn doch raus zu ziehen. Danach entwich die Luft natürlich erst einmal umso schneller. Also flott rein mit dem Pannenspray!







Zunächst jauchte das Zeug aus dem Loch wieder raus. Damit es sich besser auf der Außenwand des Reifens verteilt, fuhr Jochen erst einmal eine kleine Runde. Danach kam immerhin deutlich weniger raus. Also noch einmal nachlegen und etwas fahren. Nach dieser zweiten kleinen Runde schien das Loch abgedichtet. Zum Glück, schließlich kam aus der Dose nun auch nix mehr raus. Da aber keiner wusste, ob es auf Dauer so bleibt, wollten wir nun auch nicht mehr sonderlich weit fahren. Hier im Ort gab es zum Glück einen Camping/Caravanpark, den sich Ronnie schon einmal anschaute, während wir anderen die Flickarbeit weiter beobachteten.
Schließlich wurde der Reifen an der Luftstation noch einmal nachgefüllt, auch da war das Ergebnis erstmal positiv. Inzwischen gab es Rückmeldung von Ronnie: Es gibt genug Platz und auch Holzhütten, da waren wir alle Einverstanden. Wir kauften also noch ein paar Getränke und fuhren alle dorthin.







Da die Hütte für alle etwas zu klein war, wollte Ronnie lieber draußen seine Hundehütte aufbauen und im Zelt pennen. Wir anderen breiteten uns in der Hütte aus, die außer einem Holzboden nur Kühlschrank und Wasserkocher (und somit Strom) verfügte. Immerhin gab es auf der Wiese eine schöne Sitzbank, dazu bauten wir auch noch unsere Campingstühle auf, die bequemer sind als die harte Holzbank.







Bald schon bekamen wir Besuch von einige neugierigen Hofhühnern und schließlich baute auch Jochen noch sein Zelt auf um doch draußen zu schlafen. Das Wetter schien sich in den letzten Stunden auch stabilisiert zu haben. Endlich mal nicht in Richtung Dauerregen.
Nachdem alles nun eingerichtet war, machten wir uns dann mal auf den Weg Richtung Ort.



Direkt an der Kreuzung zur Hauptstraße befand sich passenderweise gleich das Pub "Masons Freehouse". Was wir leider gar nicht bemerkt haben: Ein Stückchen weiter (Fußreichweite) gibt es einige kleine Wasserfälle und auch eine begehbare Höhle. Naja...
Nachdem wir das erste Kaltgetränk (Stringer Yellow Lorry Ale) noch draußen eingenommen hatten, wurde es doch schnell frisch und wir begaben uns nach innen.





Dann war es mal so langsam an der Zeit, etwas zu essen zu bestellen. Und das, was wir schließlich auf den Tellern bekamen schmeckte dann auch wirklich klasse!





Nur mit dem Ale wurden wir wieder nur bedingt warm. Es blieb bei "ganz ok" bis "gar nicht mal so lecker". Als ich dann mit der Runde dran war, entdeckte ich an der Theke einen Zapfhahn mit Staropramen. Na, da waren wir wenigsten auf der sicheren Seite. Da man in Pubs an der Theke bestellt und auch direkt dort bezahlt, steht man halt immer eine gewisse Zeit dort und so lernt man auch in besser gefüllten Pubs gleich wen kennen. Ist für die meisten ja auch offensichtlich, dass man kein Einheimischer ist und so kommt man meist schnell ins Gespräch. Dabei ergeben sich eigentlich immer kurze, nette Gespräche. Mein gegenüber war auch schon mal auf Motorradtour in Deutschland und es hatte ihm prima gefallen. Ach ja, auch regelmäßig viel dabei dieser Satz: "I vote remain!"



Passend zum Essen fiel noch ein kleines Regal mit einer beeindruckenden Sammlung an Salz/Pfefferstreuern auf. Wichtig war wohl nur: Es durfte von jeder Art nur ein Paar geben.
Während ich nun mein Getränk gefunden hatte, vertieften sich einige Mitfahrer in die Spirituosen-Karte und testeten mal einige Gin-Sorten durch.







Als es dann so langsam dunkel wurde, machten wir uns auf den Rückweg. Es war wirklich schon beeindruckend frisch, so dass ich dann auch nicht mehr großartig draußen sitzen wollte, sondern nach dem Toilettengang bald in meinen Schlafsack kroch.





Aber immerhin schien sich das Wetter weiter Richtung "schön" stabilisiert zu haben. Inzwischen gab es kaum noch Wolken und wir konnten einen hellen Mond am Himmel bewundern.
Die Nacht selber war für mich dann nicht sonderlich bequem. So ein Zeltboden auf einem Rasen ist ja doch deutlich weicher als so ein Holzboden wie in der Hütte. Im Zelt reicht mir meine 4cm dicke Isomatte immer wunderbar, um richtig gut zu schlafen, hier fühlte ich mich ja doch etwas gerädert und war einige male in der Nacht wach.


Die Tagesetappe (339km):


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Dienstag, der 18.06.

An diesem Tag stand eins der Highlights und auch Eckpunkte der Tour auf dem Plan: Es sollte kreuz und quer durch den Lake District gehen. So ging es munter los und schon bald machten wir öfters einen Stopp, um die tolle Landschaft aufzunehmen.









Wir waren größtenteils weit und breit wieder alleine unterwegs und das endlich mal bei schönem Wetter! In den höheren Bergen (im Lake Destrict liegen die höchsten Erhebungen Englands) sammelten sich zwar wieder etwa dickere Wolken, aber die waren zumindest deutlich heller als in der ganzen Woche vorher.







Die ganze Gegend ist wirklich der Knaller, traumhaft schön führen kleine, kurvigen Straßen durch die bergige Landschaft und das alles auch noch im Sonnenschein. besser konnte es wirklich nicht sein.





Hin und her, rauf und runter führte uns der Weg kreuz und quer durch diese tolle Gegend. Dabei sollten wirklichen Highlights erst noch kommen. Aber inzwischen wussten wir alle, warum dieser Nationalpark 2017 als erste in die Liste der Welterbe aufgenommen wurde.
Nun aber stand eine ziemliche Knallerstraße an: Der Hardknott-Pass.







Wie auf dem Foto schon zu sehen ist, mit der maximalen Steigung von 30% (!) geht diese in weiten Teilen einspurige Straßen den Berg hinauf, besonders in den oft sehr engen Kehren ist schon ein gewisses Maß an fahrerischem Können gefragt. Ein Krad-Anfänger sollte besser einen anderen Weg nehmen. Oder anders: Die Rampe des Stilfser Jochs ist zwar ungleich länger und geht viel höher hinaus, ist im Vergleich der Fahrwege aber eine breite Autobahn.







Oben angekommen mussten wir natürlich die tolle Aussicht genießen. Während des Umherschauens kam ich mit einem (motorradfahrenden) Waliser ins Gespräch, der mir von unzähligen Videos im Netz berichtete, bei denen sich Leute hinwerfen. Übrigens hatte er auch eine Europaflagge als Sticker an seiner Jacke.







Direkt von der Passhöhe fuhren wir noch ein Stückchen weiter, um dann noch einmal an der Seite einer beeindruckenden Felswand einen Stopp einzulegen.





Hier war es nun auch endlich mal wieder an der zeit, meine Drohne "frei" zu lassen! Schnell war das Fluggerät aus dem koffer geholt und Startklar gemacht.







Natürlich habe dann mit dem Flugapparat auch noch ein 360° Panorama gemacht (anklicken).



Wir waren wirklich begeistert von der Schönheit und auch wie anspruchsvoll die Straße hier ist, alles nur weniger hundert Meter über dem Meeresspiegel und doch so viel wilder und rauer als viele der, teilweise deutlich höheren, heimischen Mittelgebirge.
Wieder runter vom Pass kamen wir unten im Tal an einem schönen, alten Cottage vorbei, in dem sich ein Café befindet. zeit für eine richtige Pause!





Nach einem Kaffee oder Kaltgetränk ging es dann aber auch gleich weiter, wir hatten ja noch einige Straßen hier zu befahren. Die nächste anstehende Straßen war der Honister Pass, wieder eine überwiegend einspurige Piste die Berge hoch, bei der es bis zu 25% Steigung zu bewältigen gibt.







Nicht ganz so eng und steil wie der Hardknott vorher, dafür aber von den Felsformationen umso beeindruckender. Landschaftlich erinnerte einen diese kargen Bergflanken teilweise eher an die französischen Alpen als an die britische Insel.





Auch hier war es definitiv wieder zeit für einen Drohneneinsatz! Zum Glück habe ich einen Zweitakku, der erste lag noch im Tankrucksack am Ladekabel.









Leider funktionierte hier die Panorama-Erstellung nicht, was ich aber erst später bemerkte. Statt der sonst (automatische erstellten) 42 Fotos machte die Anafi nur 34 Aufnahmen, warum auch immer. Wie gesagt, leider erst später bemerkt, als ich das Panoramabild erstellen wollte. Nun gut, immerhin hatte ich ja einige normale Fotos gemacht.
Von hier oben ging es dann wieder runter an einen der zahlreichen Seen (irgendwo her muss der Name Lake District ja kommen), da war auch noch ein Fotostopp nötig. Wie viel man doch mehr aufnimmt, wenn das Wetter schön ist!





Als Abschluss unserer Runde durch diese tolle Gegend stand dann noch der Kirkstone Pass auf dem Programm, der mit sagenhaften 454m ü.N. den höchsten Pass im Lake District markiert. Auf dem Weg dorthin passierten wir noch den Castlerigg Stone Circle, hierbei beließen wir es aber bei einem Foto aus der Entfernung. Diese ganzen Steinkreise sind für mich ja ziemlich überbewertet.



Also schnell weiter den Pass hinauf. Hierbei handelt es sich aber nicht um eine kleine Nebenstraße, so dass die Strecke an sich weniger spektakulär ist als die beiden anderen. Oben angekommen gab es natürlich trotzdem den obligatorischen Stopp.









Zudem konnten wir uns hier oben noch Gedanken über das heutige Tagesziel machen, war es doch schließlich unser letzter gemeinsamer Fahrtag! Am nächsten morgen sollte es für Jochen und Uwe gen Süden gehen, sie mussten ja schließlich noch zurück nach Dover, während Csibi, Ronnie und ich auf unserem Weg nach Newcastle als nächstes in die North Pennines wollten.
Wir fanden wieder ein Hostel, obwohl das Wetter nach langer Zeit mal wieder zum Campen eingeladen hätte. Da die beiden aber ordentlich Strecke machen wollten, sollte es zeitig los gehen, ohne erst wieder ein Zelt einpacken zu müssen. Tagesziel war somit Howgills Barn in Sedbergh, nahe der Autobahn M6, die in gut 8km Entfernung in Nord-Südrichtung verläuft. Dummerweise verfuhr ich mich bei der Anfahrt etwas, bzw. das Navi meinte über die Autobahn wäre ein tolle Idee. Naja, klappte dann aber doch noch nach einem Schlenker gen Norden.
In Sedbergh angekommen bogen wir von der Hauptstraße ab und fanden einen schmalen Weg vor, der links und rechts mehr oder minder gut asphaltierte Spuren hatte und in der Mitte eine Mischung aus Grasbewuchs und Geröll. Leider waren aber auf beiden Seiten auch direkt Mauern, so dass nicht viel Platz neben dem Moppeds (samt Koffern) für die Fahrt auf einem der Asphaltbänder blieb. Naja, wir kamen trotzdem ohne Rempler oben an.





Dort schienen wir zunächst aber alleine zu sein, niemand war zu sehen und das Empfangsschild deutete auch in diese Richtung. Offensichtlich hatte der Chef versucht mich anzurufen. Gerade als wir uns orientieren wollten, kam dann aber doch noch der Besitzer. Er wollte noch weg und war etwas unter Zeitdruck, deshalb auch das Schild, da er nicht wissen konnte, wann wir denn ankommen. So zeigte er uns noch flott die Räume und verschwand dann. Es schien so, als wären wir hier nun ganz alleine. Also erst einmal einräumen und etwas umschauen. Da unsere Zimmer bodeneben und direkt zum Parkplatz raus lagen, konnten wir unsere Sachen flott durchs Fenster reichen.





Im Obergeschoss gab es dann die Hostel-übliche Ausstattung: Ein Wohnbereich und Küche, dazu eine große Terrasse zum Hang hin mit Tischen und Bänken.









Da die Räumlichkeiten passten und zudem auch frei waren, beschlossen wir recht schnell, heute wieder selber was zu kochen und es hier gemütlich zu machen. Bzw. statt Kochen wollten wir uns einfach Pizzen holen und die hier im Ofen aufbacken. Während Jochen, Csibi und Ronnie also noch einmal in den Ort zum Einkaufen fuhren, packte ich noch mal die Drohne aus und schaute mich etwas aus der Luft um.











Während wir danach dann auf der Terrasse saßen und das geholte Bier tranken, musste ich noch etwas die Anafi vorführen. Sie hatte doch ein gewisses Interesse, besonders bei Jochen, geweckt.



Nach ein paar kurzen Erklärungen machten sich auch die anderen etwas ans Ausprobieren. Es wurde geflogen, bis die Akkus leer waren. Spoiler: Jochen hat sich inzwischen auch eine Anafi gekauft.





Schließlich war Essenszeit, zum Glück waren nur diese beiden Pizzen so kross geraten. Es war gemütlich auf der Terrasse, wir hatten gut gegessen und auch der Biervorrat sollte reichen. So langsam dunkelte es sich dann auch ein.











Wir hatten einen schönen letzten gemeinsamen Abend, schließlich ging es für mich dann noch unter die Dusche und dann ins Bett.


Die Tagestour (311km):


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Mittwoch, der 19.06.

Nach einer guten Nacht und der Morgentoilette waren unsere Frühaufsteher schon wieder in der Küche aktiv und bereiteten das Frühstück vor. Kaffee war auch schon gekocht, so lobe ich mir das.





Danach packten wir dann alle zusammen und vor der Abfahrt stand dann die große Verabschiedung an. Jochen und Uwe machten sich ab heute wieder auf den Weg gen Süden, wir verbliebenen drei fuhren noch etwas weiter nach Norden. Und wie am Vortag auch wurden wir wieder mit überwiegend blauem Himmel und Sonnenschein belohnt. Das schlechte Wetter der ganzen Woche vorher schien nun wirklich Geschichte zu sein.
Bis zur Autobahn M8 fuhren wir noch zusammen, dann trennten sich unsere Wege. Auch wir fuhren zunächst auf die Schnellstraße, ansonsten wären wir die (fälschlicherweise) gefahrene Strecke des Vortages noch einmal abgeritten. Zudem hatte die auch etwas von Autobahn. Nach rund 25km ging es wieder runter und auf die Nebenstraßen. Wir fuhren um Penrith herum und kamen dann in die North Pennines. Ein weiterer Punkt der "englischen Höhenhitparade": Hier liegen die höchsten Erhebung des Landes außerhalb des Lake District.





Besonders von Westen kommend steigen die Berge hier direkt recht deutlich an, auf einer Art langen Rampe fuhren wir kontinuierlich in die Höhe und erreichten dann mit dem Hartside Pass mit 1903ft/580m das Dach unserer ganze Tour. Ein wirklicher Pass ist das nicht, da die Straße eigentlich eher über eine Bergkuppe geht (daher auch öfters Hartside Summit genannt).


Auch dieses AONB war wieder schön, wenngleich wir nur einmal quer durch gefahren sind. An Lake District und Wales kommt die Gegend aber nicht ran. Bei Hexham kamen wir dann fast bis an den Tyne heran, machten ab hier aber noch einmal einen Schlenker, um uns dann von Süden her Newcastle zu nähern. Hier machten wir zunächst an einem großen Einkaufszentrum einen Stopp, um uns Verpflegung für die Fähre zu besorgen. Aus Platzgründen ist auf Fährfahrten immer Wein angesagt, inzwischen fast schon sowas wie eine kleine Tradition.



Von hier ging es dann quer durch die Innenstadt Richtung Hafen. Newcastle ist doch größer, als ich erwartet hatte. Bei meinem bisher einzigem Besuch der Stadt (auf der Schottland-Tour 2012) fuhren wir immer direkt Richtung Norden raus, tangierten somit das Stadtgebiet eigentlich nur.
Bis zum Hafen sind es am nördlichen Ufer des Tyne so einige Kilometer Richtung Osten/Nordsee, aber schließlich kamen wir dort zeitig genug an. Es folgte das Einchecken und dann erst einmal etwas Warten.





Irgendwann starteten alle die Motoren und rollten los. Allerdings nur rund 20m, dann war wieder Schluss. In Erwartung, dass die Verzögerung nicht lange dauerte, machte ich meine Tracer nur flott über den Killschalter aus. Tja, und das vergaß ich dann in den nächsten 45min, bis es wirklich weiter gehen sollte. Als es dann soweit war, schaffte mein Anlasser noch eine müde halbe Umdrehung, gefolgt von dem lustlosen Rattern des Starter-Relais.
Das hat mich doch ziemlich überrascht! Klar, Zündung war samt Beleuchtung an, aber da meine Yamaha ja Voll-LED-Beleuchtung hat, hätte ich nicht erwartet, dass die Batterie so schnell leer gesaugt ist.Ich hatte den ganzen anderen elektronischen Kram samt Zündung etc. wohl unterschätzt. Naja, ein Hintermann bemerkte mein Problem und half mir sofort mit Anschieben. Ich drehte noch knapp 2min ein paar Runden auf dem Gelände, bis ich schließlich auch ins Schiff fuhr. Ich war aber dennoch skeptisch, ob das für einen weiteren Start am nächsten Morgen reichen sollte. Immerhin fuhren wir bei der Verladung etwas nach oben, so dass ich am nächsten Morgen im Zweifel zumindest aus der Fähre rollen könnte.
Nach dem Parken schnappte ich mir wie üblich die linke Innentasche meines Koffers, in dem alle relevanten Sachen für die Übernachtung war, dazu noch den Tankrucksack (Wertsachen usw.) und ab zur Kabine. Nach der Einrichtung und Umziehen ging es dann gleich auf Deck.



In der Sky Bar (Oberdeck am Heck) traf ich dann auch Ronnie wieder, der sich schon einen Platz an der Sonne gesichert hatte. Zur Unterhaltung spielte ein Musiker samt (verstärkter) Akustikgitarren-Unterstützung auf. Der spielte auch ein paar nette Songs, war also wirklich unterhaltsam und nicht nervig. Irgendwann kam dann auch noch Csibi dazu und irgendwann lief das Schiff dann auch aus. Zunächst ging es ja noch ein Stückchen flussaufwärts, bevor wir aufs offene Meer fuhren.







Inzwischen hatten wir einen schönen Tisch am Randbereich gefunden, bei dem man nicht so sehr im Wind sitzt. Hier machten wir es uns gemütlich, öffneten den Wein und hatten unser Abendbrot.





Inzwischen bekamen wir auch Nachrichten von Jochen und Uwe, die an diesem Tag fast 600km abgerissen hatten und auch gut angekommen waren (fast schon wieder an der Südküste, unweit von Portsmouth).





Wir verbrachten einige nette Stunden an Deck und ließen den Urlaub somit gebührend ausklingen, dazu lachte den Rest des Tages die Sonne, die schließlich in warmen Farben hinter dem Schiff langsam unter ging.







Dann ging es schließlich noch unter die Dusche und dann in die Koje. Da das Meer auch die ganze Zeit ruhig war, schliefen wir auch alle prima.


Die Tagesroute (197km):


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Donnerstag, der 20.06.

Nach dem Wach werden war Ronnie wie üblich schon wieder weg, Csibi schlief noch tief und fest. Also Morgentoilette und mal eine Runde drehen. Das schöne, sonniger Wetter der beiden letzten Tage auf der Insel war nun wieder verschwunden, als wir uns der holländischen Küste näherten. Eher trübe Aussichten, aber immerhin war es trocken.





Wir näherten uns IJmuiden, dem Seehafen von Amsterdam, und fuhren langsam ein. Wie bei Hafengebieten üblich, ist das meist nicht wirklich schön. Öltanks, Raffinerien und Industrie prägen das Bild durch das trübe Wetter.





Als wir uns der Anlegestelle näherten, wurde es langsam Zeit, sich zum Fahrzeugdeck zu begeben. Dort die paar mitgenommenen Sachen verladen und dann warten, bis es los geht.
Auch hier kommt man dann schnell ins Gespräch, hinter mir stand ein Engländer mit seiner Frau, die zunächst nach Koblenz und danach in die Alpen wollten. Sie wohnen nur 15km vom Hafen in Newcastle entfernt und machen fast jedes Jahr so eine Tour per Fähre auf den Kontinent. Entsprechend waren sie auch wenig vom Brexit begeistert. Eigentlich waren alle, mit denen ich gesprochen haben, sehr pro EU. Frage mich wirklich, wer für diesen schwachsinnigen Brexit gestimmt hat....





Dummerweise gibt es immer eine ganze Reihe Ungeduldiger, die denken, es geht schneller, wenn man schon einmal den Motor anwirft. So steht man dann zeitweise ganz schön im Abgasmief, bis man an die frische Luft kommt.
Dann kam für mich bzw. meinem Mopped der Moment der Wahrheit: Zündung an und der scheue Druck auf den Starter. Ein kurzes Drehen und der Motor lief! Damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. So konnte ich sitzend vom Schiff fahren und nicht schiebender weise.
Als nächstes kamen wieder Passkontrollen, so mussten wir noch eine gewisse Zeit warten, bis wir offiziell in den Niederlanden waren und uns auf die letzte Etappe begeben.
Nach der Einreise stoppten wir bei der Ausfahrt aus dem Hafengebiet und verabschiedeten uns von Csibi, der von hier dann auch direkt gen Heimat fahren wollte.
Nun folgten also rund 280km langweilige Autobahnfahrt, die ich mit Ronnie gemeinsam bis Osnabrück fuhr. Dort bog ich dann auf die A33 ab, während die Triumph weiter auf der A30 verblieb. Ich wollte direkt mal Genia bei ihrer Arbeitsstelle in Hilter besuchen, da kam ich eh vorbei. Direkt vor dem freudigen Wiedersehen tankte ich dann aber noch im Ort. Leider hatten wir (wegen Arbeitszeit) nur wenig Zeit, aber besser als Nichts.
Von dort fuhr ich die letzten gute halbe Stunde bis nach Hause. Das war es also.


Die gefahrene Strecke (320km):

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Jochen schickte dann noch einige Fotos, sie haben sich die Klippen von Dover auf dem Rückweg noch etwas genauer angeschaut und das alles nun bei bestem Wetter.
Abschließend noch einmal die Gesamtkarte (anklicken für Details) mit allen wesentlichen Reisepunkten, Routen, Quartieren und besonderes Fotospots. 




Was bleibt?

Zunächst einmal insgesamt über 4200km mehr auf dem Tacho. Trotz des überwiegend schlechtem Wetter war es wieder eine tolle Tour! Die britische Insel wird, abgesehen von Schottland, als Motorrad-Reiseziel eindeutig unterschätzt. Auf der Karte sieht das alles überwiegend flach und wenig spektakulär aus, aber da täuscht der flotte Blick eindeutig. Die meisten Gebirge fangen halt auch schon nahe Meeresspiegelniveau an und so sind 800m Höhe was ganz anderes als in einem deutschen Mittelgebirge. Ja, es gibt dort durchaus richtige Pässe, einige davon deutlich anspruchsvoller und steiler als viele im Hochgebirge.
Landschaftlich bieten zudem England und auch Wales in vielen Gebieten richtig was fürs Auge! Bis auf wenige flache Transitstrecken war es fast immer schön und auch nett zu fahren. Gerade die Nebenstrecken sind wunderbar in die Landschaft gebaut und somit selbst in der Ebene oft recht kurvig. Ebenso sind viele kleine Straßen nur einspurig (mit Ausweichstellen) ausgelegt und oft von Mauern oder hohen hecken gesäumt. Also durchaus ganz anders als daheim.
Gut, mit dem Wetter muss man sich halt arrangieren. Wir hatten nun eher Pech, bis auf die letzten beiden Tage hatten wir täglich regen. Allerdings überwiegend Schauerwetter und Nachmittags war es oft trocken, so schlimm war es also auch nicht. Zudem kann man ja auch einfach mal Glück haben (vergl. Touren nach Norwegen oder Schottland). Ansonsten sind die Menschen durchweg freundlich und Verständigungsprobleme gibt es dort ja in der Regel auch nicht.

Kurzum: Ein wirklich lohnendes Ziel, auch und gerade mit dem Motorrad!

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