Samstag, 7. Juli 2018

ST (erneut) überholt

Oha, da hatte ich in letzter Zeit ja meine große Baustelle (nachdem sie vollendet war) ganz verdrängt. Es geht um  meine alte Yamaha XTZ 750 Super Ténéré.
Die hatte ich in der ersten Hälfte 2016 einmal aufwändiger überholt. Vor allem die Vergaser war eine Riesen-Katastrophe und entsprechend wurde alles daran (bis auf das Metallgehäuse) ersetzt. Danach lief die Maschine auch wieder wie neu.
Naja, soweit ich das ohne wirklichen Vergleich beurteilen kann.
Die Bremsen neigten hin und wieder etwas dazu, nicht ganz sauber zu lösen, aber auf der großen Karpatentour im Spätsommer funktionierte die Yamaha prinzipiell ganz gut.
Bis auf ein Knallen, welches sich am Ende der Tour immer deutlicher zeigte, wenn der Motor in den Schiebebetrieb überging. Daheim angekommen hatte sich das Knallen soweit verstärkt, dass ich damit eigentlich nicht mehr rum fahren konnte.

Also verschwand die Maschine erst einmal unter der Schutzfolie auf meinem Stellplatz. Irgendwann war die HU längst überfällig und so entschloss ich mich dann im Mai 2017, das gute Stück mal in die Werkstatt meines Vertrauens zu bringen. Dort sollte die Kiste mal genauer untersucht werden was Knallen und neue HU angeht. Es war zu dem Zeitpunkt viel zu tun, aber es eilte mir ja auch nicht. Gleich mitgeliefert hatte ich einen neuen, gebrauchten Bremslichtschalter für die hintere Bremse, der funktionierte nämlich auch nicht richtig (hing regelmäßig, so hatte ich den mal tot gelegt) und ich hatte absolut keine Lust mehr, den halben Bock deshalb wieder zu zerlegen. Aber ohne gibt es halt keinen Stempel vom Prüfverein.

Schnell bekam ich die erste Diagnose: Das Knallen liegt an Rissen in der (total verrosteten) Krümmeranlage. Da musste also Ersatz her, Originalkram kam preislich natürlich so gar nicht in Frage, der Schrauber war schon skeptisch.
Ich suchte etwas und fand dann ein sehr interessantes Angebot von der Firma Leibfritz Rohrbiegetechnik. Ich ließ mir dort noch die Zulässigkeit bestätigen, das wäre kein Problem: So alte Maschinen haben nur eine Zulassung für den Schalldämpfer, die Krümmeranlage selbst unterliegt da keiner einzelnen Abnahme.
Na fein! Eine nagelneue Edelstahl-Krümmeranlage für rund 220€.
Bestellt und schon bald kam das Rohr geliefert. Schnell war es zum Schrauber gebracht.

Dort kam dann auch schon die nächste Diagnose: Die Vorderbremse ist komplett hinüber. Die Kolbenanlage muss komplett überholt werden und die Schläuche sind auch schon an mehreren Stellen böse porös. Heieiei, wie gut, dass die im Urlaub noch funktioniert hat! :-o
Er schlug mir vor, vielleicht eine andere gebrauchte Bremsanlage zu suchen, das käme wohl günstiger. Auch die hintere Bremse muss überholt werden, aber das ist mit einem Reparaturset für gut 20€ machbar. Naja, immerhin.
Eine vordere Bremsanlage fand ich dann ebenfalls gebraucht. Da machten die Kolben auch einen guten Eindruck. Neue Bremsbeläge waren aber trotzdem nötig.
Inzwischen war es Herbst geworden und ich verlor die Yamaha etwas "aus den Augen". Zudem stand sie für den kommenden Winter ja in einer der Schuppen der Werkstatt besser als mit Schutzfolie bei mir auf dem Außenstellplatz. ;-)

Irgendwann nach dem Winter meldete ich mich wieder, meine Rückmeldung wurde mit einer gewissen Erleichterung aufgenommen. Die Werkstatt konnte mich über die ganze Zeit angeblich nicht erreichen, warum auch immer. Der vordere Reifen war ja auch runter, ich wollte zunächst nur diesen ersetzen (der hintere ging für die HU noch). Gebrauchte Reifen wollte der Schrauber aber nicht aufziehen, das hätte ich selber machen müssen und angesichts dieses Mehraufwandes und der Tatsache, dass die aufgezogenen Bridgestone BattleWing eh nicht mehr der Stand der Reifentechnik sind, entschied ich mich dann doch, in komplett neue Pneus zu investieren. Es sollten die Heidenau K60 Scout auf die Felgen kommen.
Inzwischen hatte mein Schrauber über die Monate auch noch die Benzinleitungen samt Spritfilter erneuert und den Vergaser gereinigt (in den alten Schläuchen war wohl auch noch etwas Gammel unterwegs). Nun war dann auch irgendwann ein HU-Termin, leider ohne Plakette.


Die vorderen Bremsen bauten nicht genug Druck auf, besonders bei mehrmaligen Bremsen. Die Schläuche der Ersatzanlage sahen zwar besser aus als meine vorherigen, aber trotzdem waren sie halt auch rund 20 Jahre alt. Irgendwann ist halt Ende damit. Ersatz in Form von Stahlflex-Leitungen musste her. Zudem wurde dann gleich noch die hintere Bremsscheibe bemängelt. Die war zwar grenzwertig, aber mein Schrauber meinte vorher, da wird wohl ein Auge zugedrückt. Angesichts der Probleme mit der vorderen Bremse machte er das aber wohl nicht. Somit war auch für hinten noch eine neue Scheibe samt Beläge fällig. Mein ursprünglich mal als "Schnäppchen" erworbene XTZ 750 entwickelte sich ganz schön zum Geldgrab. :-(

Aber gut, wenn die so halb fertig dasteht, macht es auch wenig Sinn, den Kram so zu lassen und den Hobel quasi zu verschenken. Nach der zweiten Runde bekam die Super Ténéré dann vom Graukittel seinen Segen und nach insgesamt etwa einem Jahr (!) in der Werkstatt konnte ich sie wieder abholen.


Nach einer ersten Tour konnte ich dann in der Tat feststellen, wie gut die Maschine nun (wieder) lief und wie ordentlich die Bremsen arbeiteten. Vor allem das Rangieren ging nun auch wieder erstaunlich einfach!
Alles in allem hat mich diese ganze Geschichte (mit allen Ersatzteilen) zusammen noch einmal gut 1100.- € gekostet. Wobei ich durch die lange Verweilzeit in der Werkstatt wohl den Vorteil hatte, dass der Schrauber nicht immer alles an Arbeitszeit so kleinlich genau notiert hat.
Die Werkstattkosten (inkl. der Reifen) lagen mit 564,61 € deutlich unter dem, was ich erwartet hätte. Nunja, reichte aber trotzdem. Für die ganzen aufsummierte Beträge hätte ich mir anfangs eine Maschine in deutlich besserem Zustand kaufen können. ;-)

Ich hoffe mal, nun hab eich wirklich erst einmal etwas Ruhe mit der XTZ!

Dienstag, 26. Juni 2018

Tracer Opt. - Teil 2

In zwei älteren Einträgen berichtet, wie ich meine Tracer etwas tourentauglicher machte und dann noch weitere Sachen optimierte. Damit war ich natürlich noch nicht so ganz fertig, somit folgt nun der zweite Teil.
Natürlich wollte ich Tracy auch noch etwas mehr Schutz geben, falls ich sie doch einmal auf die Seite legen sollte. Außerdem passiert sowas ja eh nur, solange eine Maschine eben nicht geschützt ist. Die Anbringung dient somit nach Murphy ja auch mir selber, weil eben nach Sicherheitsvorkehrungen nichts mehr passiert. ;-)

Da die Optik der Yamaha schon etwas an die einer Reiseenduro angelehnt ist, passen zu ihr auch etwas größere Sturzbügel ganz gut. Also ganz im Gegenteil z.B. zur Hornet.
Ich wollte dazu dann auch gleich "richtige" Bügel haben, die also mehr oder minder einen Komplettschutz bieten. Nach der Marktsichtung bleiben für mich 2 Modelle übrig: Eins von Givi und ein weiteres von Heed. Ich verglich diverse Fotos und las Erfahrungen und schließlich entschied ich mich für die polnische Lösung von Heed.
Über ebay gab es dann auch ein Angebotspaket, bei dem für 187€ (inkl. Versand) auch gleich zwei passende Taschen dabei waren.
Die Lieferung dauerte ein paar Tage und dann konnte ich die Bügel das erste mal in Augenschein nehmen. Die Qualität war erste Klasse, stabiles Material, saubere Schweißnähte und hochwertig lackiert/gepulvert. Es fehlte nur mal wieder die Zeit für die Montage. Irgendwann fand ich die und es konnte los gehen.
Erstes richtiges Hindernis beim Einbau war eine zu ersetzende Stange mit Gewinde auf den den Enden. Diese hielt zum einen den Seitenständer als auch den Hauptständer an einer der beiden Stellen. Da hatte ich ja doch etwas Sorge, dass mir beim Herausziehen die Maschine umfällt. Abgesehen davon lag natürlich eine Last auf der Stange, so dass man sie nicht einfach so rausziehen konnte.

Ich bat Genia darum, das Motorrad in der Waage zu halten, während ich die alte Stange mit Hilfe der neuen und einen kleinen Hammer aus ihrer Position heraus schlug. Das funktionierte recht gut und somit war der schwerste Schritt schon getan. Ansonsten waren bei der Montage noch an jeder Seite zwei Schrauben am Motor zu ersetzen.
Auf der linken Seiten war der Bügel schnell montiert, auf der rechten Seite schien die Sache nicht so ganz zu passen. Unten am Bügel war ein Blech angeschweißt, welches auf die neu eingesetzte Stange geschoben und dort verschraubt wird. Dann passte aber die obere Rahmen/Motorhalterung nicht so wirklich. Es fehlte nicht viel, aber ich bekam die Schraube einfach nicht ins Gewinde. Der Winkel des Bleches müsste ein klein wenig flacher sein, so dass die Position sich um 2-3mm ändert!
Die offene Frage war nun, selber Anpassen oder Reklamieren?
Ich entschied mich für die Anpassung, die eigentlich recht leicht gehen müsste.
So war es dann auch: Ich setzte den Bügel mit der Unterkannte auf den Sockel vom Kellertreppen-Geländer und das ander Ende vom Blech an die breite Unterseite des Geländers. Die ganze Länge und Stabilität des Sturzbügels diente als Hebel. Als kurz etwas gedrückt und der Winkel änderte sich minimal. Bei der folgende "Anprobe" stellte sich diese kleine Anpassung als richtig heraus. Nun passten alle Schrauben perfekt!


Beim Festziehen war die obere Schraube nur zu kurz. Kurz gewundert und bei der Kontrolle der Beschreibung festgestellt, dass die 4 Ersatzschrauben doch nicht alle gleich lang sind. Sahen auf den ersten Blick so aus. Natürlich habe ich die beiden längeren Schrauben links montiert.
Nach dem Austausch passten dann wirklich alles und die Bügel waren montiert. Optisch gefiel mir die Lösung wirklich gut, der Silhouette bleibt doch alles recht schlank. Die (wasserdichten) Taschen passen natürlich auch wie gegossen. Ich war zufrieden.

Was mir nun noch fehlte, war mein "kleiner Stromkasten", den ich immer im Tankrucksack spazieren fahre. Eine kleine Kiste mit Spannungswandler 12V auf 5V mit 2 USB-Anschlüssen.
Die Tracer hat zwar eine Steckdose im Cockpit, aber spätestens beim Einsatz im Regen hätte ich da nur bedingt ein gutes Gefühl. Daher habe ich mir bei der Hornet schon eine kleine 12V-Steckverbindung gebaut, die ich ohne Nutzung gut im Cockpitbereich verstecken kann und bei Nutzung im Nassen leicht noch mit einer kleinen Tüte vor Nässe schützen kann.


Auch hier ist die Yamaha vorbereitet, hat für zwei Nebenverbraucher vorbereitete Stecker (einzeln abgesichert) hinter der Scheibenhalterung versteckt. Über ebay habe ich mir die passenden Gegenstecker besorgt, um von dort auf meinen Steckverbinder zu gehen.

Ein noch etwas ältere Baustelle war für mich ein alternativer Träger für das Topcase. Ein Original-Case samt Träger hatte ich beim Kauf ja dazu bekommen. War jetzt nicht entscheidend, aber ein Topcase, welches mit Zündschlüssel zu schließen ist schadet ja nun auch nicht. Nur die Montage mit dem originalen Halter mochte ich nicht, schließlich hängt der Koffer so ziemlich weit "hinter" dem Motorrad und der Träger sieht immer blöd aus, vor allem auch, wenn er nicht genutzt wird. Das ist zudem auch der Regelfall.


Der Anblick wird zudem auch nicht besser, wenn der lange "Kennzeichenschwanz" weg ist.
Da ich im Gepäckfalle eigentlich eh immer solo unterwegs bin, wollte ich eine Trägerkonstruktion dort haben, wo der Soziussitz ist.
Zunächst schwebte mir so eine Art Aufbau für den zweiten Sitz vor. Da unten drunter aber sowohl Werkzeug als auch Kettenöler verbaut sind, musst man im Zweifel ja auch dran kommen, ohne alles aufwendig abzubauen. Der Sitz wird aber hinten eingehakt und vorne dann runter ins Schloss gedrückt. Ein Topcase-Aubau muss also einen gewissen Abstand zum Sitz lassen, so dass dieser auch geöffnet und entnommen werden kann.


Nun, so wirklich sexy fand ich diese Lösung dann auch nicht. Somit sollte ein Ersatz für den Sitz her. Von SW-Motech gibt es aktuell schon so eine Lösung für die MT-03 und 07. Kostet aber auch für ein "Blech" sportliche 130€.
Zunächst dachte ich an einen zweiten erworbenen Sitz, um diesen dann zu modifizieren. Da war aber nicht wirklich was preislich Interessantes zu finden. Somit heißt es wohl selber bauen.

Also habe ich mich mit Ronnie verabredet, um in seiner Werkstatt mal einen Prototypen zu basteln. Zunächst aus dünnem Blech mit passenden Maßen, an einigen Punkten zusammengeschweißt, um dann von jemanden in seiner Firma diesen "Erstversuch" in eine digitale, technische Zeichnung überführen zu lassen. Der finalen Sozius-Gepäckträger sollte dann aus 3mm dicken VA gefertigt werden.


Das fertige Blech (Kostenpunkt: 24,55€ über Laserteile-Online) wurde dann schließlich noch mit Abstandhalter und Gummifüßen (zur Abstützung auf den Heckrahmen), Öse für das Sitzschloss und Haltewinkel für die hintere Befestigung versehen.


Nachdem mechanisch alles an seinem festen Platz war, musste das Blech nur noch farblich angepasst (= schwarz) werden und abschließend an einigen Stellen am Rand mit einem Schutzstreifen versehen werden.


Nun folgte nur noch die Anpassung der Topcase-Trägerplatten.
Dazu wollte ich, je nach Bedarf, die originale Yamaha-Trägerplatte oder aber eine Platte für das Givi-Monolock-System anbringen.
Letzteres für die "große Tour" mit voller Campinggerätschaft (wie in Kürze nach Norwegen).


Nun passte alles wie gewünscht! Die unterschiedlichen Befestigungslöcher (immerhin zwei teilen sich beide Trägerplatten) werden alle von den Trägern abgedeckt und sind sicher verschraubt. Das Topcase sieht zwar immer noch scheußlich aus (geht bei so einem Beauty-Case auch nicht anders), aber nun ist es nur bei Bedarf dort, ebenso wie das Gepäckblech zur Befestigung.
Dieses wird genau wie der originale Soziussitz hinten eingehakt und vorne im Schloss arretiert, dauert nur wenige Sekunden. Somit ist die ganze Gepäcklösung zugleich gegen spontane Diebstahl geschützt.
An dieser Stelle noch einmal meinen herzlichen Dank an Ronnie für seine tatkräftige Hilfe und handwerkliches Können (vor allem beim Schweißen) bei der Umsetzung sowie seine Kontakte für die Anfertigung!

Als letztes fehlten nur noch die Heizgriffe. Dabei entschied ich mich für Yamaha-Originalzubehör. Die Griffe sind zwar mit knapp 190€ deutlich teurer als so gängiges Material aus dem Zubehör (meine Daytona-Griffe der Hornet gab es im Angebot immer wieder mal für knapp 40€).
Aber zum einen sind die Originalen doch qualitativ etwas besser (vor allem halt passgenauer), zudem gibt es an der Bordelektrik schon vorbereitete Anschlüsse, ohne da selber neue Kabel und Schalter verlegen zu müssen. Zum anderen gedenke ich die Tracer ja un auch so einige Jahre zu fahren, daher passt das auch schon mit dem Preis. Bedient werden die Yamaha-Griffe zudem über das Bordmenü in 3 Stufen. Alles zusammen halt die durchweg saubere Lösung.


Nun war ich (nach jetzigem) Stand erst einmal durch mit meinen Modifikationen. Vielleicht gibt es irgendwann mal noch für vorne etwas kleinere Blinker, aber das ist jetzt aktuell nicht lebenswichtig. Entscheidend ist erst einmal, dass die Maschine nun für Urlaubstouren meinen Ansprüchen genügt.

Jetzt kann es auf große Reise gehen! :-)

Freitag, 22. Juni 2018

Malta - 11/2017

Unsere "Herbstflucht" 2017 stand an, es ging nach Malta!
Die Vorgeschichte zu dieser Reise gibt es hier zu lesen.
Da der Flug um 10:35 Uhr von Köln/Bonn geht, entschieden wir uns mit dem Auto anzureisen, im Vorfeld buchte ich daher einen Parkplatz in Flughafennähe mit Shuttle-Service. Über Parken und Fliegen fand ich zu Airparks in Köln-Wahn. Wie bisher immer hat alles reibungslos funktioniert.

Wer in erster Linie an optischen Eindrücken interessiert ist, findet sämtliche Fotos der Reise hier.


Samstag, der 04.11.

Gegen halb 6 morgens machten wir uns auf den Weg nach Köln. Wir kamen ohne Probleme durch und waren zeitig genug am Parkplatz. Recht schnell war der Wagen abgestellt und wir wurden mit dem Shuttle zusammen mit einem weiteren Paar zum Airport gebracht.
Beim Einchecken und der Gepäckaufgabe riss mir dann am Oberschenkelbereich die Hose und zwar gleich ganz ordentlich. Die einizige weitere Hose in meinem (gerade aufgegebenen) Gepäck war eine Shorts. Nun hoffe ich umso mehr auf gutes Wetter.
Bei den weiteren Flughafen-Abläufen gab es dann keine weiteren Besonderheiten und pünktlich verließ die 737-800 von RyanAir den Boden.


Auch zum Flug gibt es nichts Beachtenswertes zu berichten, ich habe dank Fensterplatz halt die Landung nach knapp 3h Flug gefilmt.


Auf Malta angekommen ging es den üblichen Weg weiter, irgendwo im Ausgangsbereich warteten die ganzen Reiseveranstalter und weisen einem den Weg zum passenden Bus, der einen dann zum Hotel bringt, welches wir etwa 2h nach der Landung erreichten. So weit, so üblich. Was uns unterwegs auffiel, war wie extrem dicht Malta bebaut ist.
Des doch recht kleine Eiland ist der fünftdichtest besiedelte Staat der Erde, was sich auch in der kompletten Urbanisierung der Nordküste zeigt. Wir fuhren eigentlich nur durch städtische Bereiche.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten machten wir uns auf den Weg einmal kurz "um den Block". Wir wollten ja noch etwas einkaufen und die nähere Umgebung erkunden.
Die war nicht überall wirklich schön. Direkt vor unserem Balkon war eine größere Brachfläche, die als Hundetoilette, Abkürzung und (mit kleiner Rohbau-Hütte) als Notunterkunft genutzt wurde. Auch auf der Rückseite des Hotels befand sich so eine Fläche, die überwiegend als wilder Parkplatz samt Außenwerkstatt fungiert.
Naja, es gibt aber natürlich auch nettere Ecken, schräg neben der ersten Brachfläche war eine größerer Kirche und ein Geschäft hatten wir auch schnell gefunden.


Nachdem wir unsere kleine Runde beendet hatten, war auch schon Zeit fürs Abendessen, wir hatten ja wie üblich mit Halbpension gebucht.
Am Essen gab es nichts auszusetzen, die Auswahl war für 3* angemessen und geschmeckt hat es auch. Da der Tag früh begonnen hatte, gab es noch ein Absackerbierchen auf dem Balkon und dann ging es auch schon ins Bett.


Sonntag, der 05.11.

An unserem ersten vollen Tag auf Malta wollten wir uns gleich mal die (eine von den beiden) europäische Kulturhauptstadt 2018 ansehen: Valetta, gleichzeitig Hauptstadt Maltas.
Die Stadt selber ist ziemlich klein (es handelt sich nur um die historische Altstadt), aber rundherum ist, wie eigentlich die gesamte Nordküste der Hauptinsel, alles urban.

Daher wählten wir auch einen autofreien Tag für den Besuch und wollten mit dem Bus hin.
Malta hat ein ausgezeichnetes Bussystem. Auch den Aufbau des Liniensystems ist recht logisch. Ich hatte mir im Vorfeld eine App der Verkehrsbetriebe aufs Handy geladen, um alle Linien und Zeiten parat zu haben. Erst einige Tage später bemerkte ich, dass das gar nicht nötig war: Alles vom ÖPNV ist in GoogleMaps integriert. Wenn wir in Deutschland (bis auf die vorhandenen, wenigen Ausnahmen) nur mal soweit wären.
Das dieser kleine Inselstaat eher in der Moderne angekommen ist, sieht man dann z.B. auch in den Bussen. Die auch bei uns bekannten Halteknöpfe haben bei neueren Bussen gleich ein Ladegerät integriert!
Wie zu erwarten war fast die ganze Fahrt (bis auf die ersten Kilometer) städtisch mit ziemlich viel Verkehr. So dauerte die Fahrt auch rund 45min.
Unser Ziel war der große Busbahnhof direkt am Tor zur Altstadt. Wir wurden direkt von Baustellenabsperrungen und -Lärm empfangen. Klar, bis zum Jahreswechsel gab es noch einiges zu tun. Vieles war aber schon frisch renoviert und fein heraus geputzt. Direkt geradeaus führte die Straße an wunderschönen, alten Häusern vorbei bis zu einem kleinen Platz an der St. John's Co-Cathedral.
Am auffälligsten waren hier an einem kleinen Denkmal die zahlreichen Blumen und Kerzen für die Journalistin Daphne Caruana Galizia, welche etwa einen Monat vor unserer Reise durch eine Autobombe ermordet wurde. Leider war die Kathedrale selber verschlossen. Außen eher unscheinbar, zählt sie innen angeblich zu den schönsten Kirchen des Mittelmeerraums.


Weiter ging unser Weg am Großmeisterpalast und einer Griechisch-katholischen Kirche vorbei.


Schließlich kamen wir zu den Lower Barrakka Gardens, einem sehr schön angelegten, kleinen Park mit toller Aussicht über den Hafen. Hier machten wir erst einmal eine kleine Pause und genossen die Aussicht.


Außerdem hatte ich in diesem Urlaub auch meine 360° Kamera nicht vergessen, so konnte die auch einige Panoramaaufnahmen mache (bitte anklicken zur interaktiven Ansicht).



Am hinteren Ende des Parks befindet sich das Siege Bell Monument in Form eines Tempels mit einer großen Glocke in der Mitte. Von hier hat meinen einen schönen Ausblick auf die Einfahrt vom Grand Harbour.


Von hier gingen wir schließlich runter zur St. Elmo Bay am nördlichen Ende der Altstadt und weiter bis zum kleinen Fährterminal. Von dort ging es dann wieder hoch in die Alstadt.


Natürlich war auch hier wieder Zeit für eine PhotoSphere-Aufnahme (drauf klicken):


Wieder gab es schöne Gebäude zu bewundern und viel zu entdecken.


Als wir das Zentrum wieder quer durchlaufen hatten, kamen wir zu den Upper Barrakka Gardens. Eine weitere schöne Parkanlage mit toller Aussicht!


Auch das Panoramafoto durfte nicht fehlen (drauf klicken):


Nach dem Park gingen wir langsam runter zum zentralen Tor, um die Altstadt zu verlassen. Auf dem Weg kam eine Katze angelaufen und weil sie so gar nicht schau war, hatte sie schnell einen Platz bei Genia gefunden.


Außerhalb der Altstadt war in der Nähe noch eine Kirche (St. Publius), die allerdings verschlossen war. Das sollte uns in den nächsten Tagen noch häufiger passieren.
Naja, danach machten wir uns per Bus wieder auf den Heimweg, so langsam reichte es uns auch mit herum laufen.


Am Hotel angekommen war etwas entspannen auf dem Balkon mit lecker Bierchen angesagt, später gingen wir dann zum Abendessen und dann ließen wir den Abend ruhig ausklingen. Ein schöner Tag mit vielen tollen Eindrücken.


Montag, der 06.11.

Ab diesem Tag sollten wir einen Mietwagen haben. Ich hatte ein sehr guten Angebot über Billiger-Mietwagen bei Sixt gefunden. Die Leihstation war im Georges Hotel in St. Julians, in der großen urbanen Zone nördlich der Inselhauptstadt. Die Busverbindungen waren schnell geklärt, die Linie 212 fuhr hotelnah ab und brachte uns recht nahe ans Ziel.
Also nach dem Frühstück zeitig los, so können wir uns vor Ort noch etwas umsehen.
An der Haltestelle kam der Bus dann auch relativ pünktlich, fuhr aber randvoll an unserer Haltestelle vorbei. Da der nächste erst in 20min kommt, entschlossen wir uns, dem nächsten Wagen etwas entgegen zu gehen.
Zwei Stationen weiter dann aber das gleiche Bild: Bus kam, war aber auch zum Bersten gefüllt und hielt somit wieder gar nicht an. Langsam wurden wir etwas stinkig.

Also weiter, dieses Mal direkt zum zentralen Busbahnhof von Buggiba (unser Ortsteil von St. Paul's Bay), wo der Bus auch startet. Das stellte sich als Richtig heraus, wir bekamen einen Platz im wieder randvollen Bus und konnten nun mal von Innen sehen, wie der Wagen an den folgenden Haltestellen vorbei fuhr. Nun ja, so kamen wir dann im Zielgebiet an und machten uns erst einmal auf den Weg zum Meer.
Den Zugang fanden wir zu einer kleinen Marina, die anscheinend eine Art Parkplatz für die umliegenden Luxushotels darstellt. So kann man mit seiner Yacht hier anlegen und dann direkt ins Hilton schlendern. Auch nicht schlecht.
Wir liefen bis zum Ende der Hafenmauer und bewunderten die ganze Anlage.


Ein Panoramabild (anklicken) durfte natürlich auch nicht fehlen.


Von hier ging es ein Stück den Strand entlang Richtung Norden und am Ende von eben diesem war es auch schon langsam Zeit, den Wagen abzuholen.
Der Sixt-Schalter befand sich ein der großen Eingangshalle des Hotels etwas seitlich an einer Ecke. Zunächst war niemand da, eine Nachfrage an der Rezeption ließ die junge Dame kurz zum Telefon greifen und 2min später kam der Mitarbeiter die Treppe von unten hoch.
Schnell die Formalitäten erledigt und runter in die Tiefgarage. Wir bekamen einen kleine, weißen Peugeot 106 zugewiesen, genau das richtige für den dichten Verkehr hier auf der Insel.
Also Einsteigen und los!
Ein Rechtslenker fühlt sich im ersten Moment schon ganz schön "falsch" an. Zumal die ersten paar Minuten die Gänge auch nicht ganz so geschmeidig flutschen, wenn man vorher noch nie mit links geschaltet hat. Linksverkehr an sich kannte ich ja schon aus meiner Einspurerfahrung, somit klappte das auch einigermaßen.
Ein Kollege beschrieb den verkehr als ziemlich chaotisch, empfand ich selber nicht so. Es wird halt zügig gefahren, dabei aber in der Regel auf seine "Verkehrsnachbarn" geachtet und im Zweifel halt auch Platz gelassen. Also ähnlich wie z.B. in Italien auch, weniger deutsches "Ich habe Recht". Ich mag das. Auch die meist mehrspurigen Kreisverkehre werden zügig durchfahren, alles "fluppt" einfach gut.
Da wir den Wagen ja hatten, um auch Ziele außerhalb des Hauptstadtbereichs zu erkunden, wollten wir erst einmal Richtung Süden aus diesem Ballungsgebiet heraus.
Auf dem Weg lag als erstes der Addolorata Cementery (Raħal Ġdid). Wir folgten auch hier unserer "Tradition", min. einen Friedhof anzusehen.


Die Anlage ist sehr "stein-dominant", Grünflächen gibt es eigentlich gar nicht (im südlichen Mittelmeerraum ist spätestens ab dem Sommer eh nichts mehr mit "grün"), nur einige Bäume stehen zwischen den einzelnen Grabbereichen. Die Gräber sind meist dicht an dicht, hin und wieder gibt es einige größeren Grüfte mit großen Aufbauten.


Und eine neue Entdeckung für uns: So eine Art Sammelgräber. Dieses sind nicht etwas Gräber für ganze Familien, wohl eher anders organisiert: Nach Vereinen vielleicht?
So ganz schlau wurden wir nicht daraus, war aber höchst interessant!

 

Natürlich durften auch hier die Panoramafotos nicht fehlen (klicken).


Nach dem Friedhof war unser nächstes Ziel kaum einen Kilometer weiter Richtung Osten, die Tempelanlage von Tarxien. Hierbei handelt es sich um einen von einer ganzen Reihe megalithischer Tempel auf Malta und der Nachbarinsel Gozo, die alle als UNSECO-Weltkulturerbe zusammengefasst wurden. Das besondere an diesen Tempel ist zunächst mal ihr Alter: Dieser Tempel wurde von etwa 3250 v. Chr. bis 2500 v. Chr. errichtet, sind also in Teile über 5000 Jahre alt! Beeindruckend, was hier in der Jungsteinzeit erschaffen wurde.
Großartig war auch die "Aufarbeitung" für Besucher. Neben dem klassischen "Gerät samt Kopfhörer-Set" gibt es auch eine Smartphone-App, die einem GPS-gesteuert erzählt, was man so gerade sehen kann, natürlich in allerlei Sprachen zur Auswahl!
Das klappte meist auch ganz gut, nur sollte man beim Zuhören nicht weiter laufen, sonst wird automatisch die nächste Station angesprungen. Insgesamt eine tolle Lösung!


Ach von diesem Tempel darf die Rundumsicht nicht fehlen (klicken)!


Nach diesen sehr alten Steinen wollten wir aber nun endlich mal raus aus der Stadt und fuhren ganz ans östliche Ende der Insel, zu einer schönen Bucht mit dem Namen Il-Ħofra ż-Żgħira.
Dieser Name verdeutlicht übrigens prima die vorhanden Sprach- bzw. Leseschwierigkeit. Maltesisch ist eine semitische Sprache und stammt von einem arabischen Dialekt ab, wodurch trotz der lateinischen Schrift das Lesen bzw. Aussprechen nicht wirklich einfach ist. Schon gar nicht funktioniert das Fahren nach Schildern flüssig, weil man diese Namen so beim Vorbeifahren mit einem Auge kaum entziffern kann. Daher hatten wir auch stets das Smartphone als Navi im Einsatz.
Übrigens hatte unser kleine Peugeot eine Berganfahrhilfe, sowas kannte ich bisher aus der Praxis auch noch nicht. Gar nicht mal schlecht dieses Feature, es funktioniert nämlich wunderbar.


Wie dem auch sei, die Bucht ist wirklich schön und so gingen wir ein wenig an eben dieser entlang. Nach der ersten großen Bucht folgte eine weitere deutlich kleinere, St. Peter's Pool genannt.


 Auch hier dufte das Rundumfoto nicht fehlen (anklicken).


Weiter ging die Fahrt und nur eine Bucht später kamen wir in das malerische Fischerörtchen Marsaxlokk. Auch hier legten wir einen kleinen Stopp ein.


Das war unser erster Ort auf der Insel, der nicht komplett verstädtert war. Schön zu sehen.
Wieder nur ein Stück weiter tauchte dann schon der nächste Punkt auf, der uns zum Anhalten brachte, die kleine Festungsanlage St. Lucian's Tower (It-Torri ta' San Lucjan).
Leider war diese Anlage von zwei Buchten umgeben, die sich in eine Kraftwerksanlage (samt Anlegestelle für Tanker) und den Freihafen aufteilten. Nunja...


Nachdem wir die Anlage einmal umrundet hatten (rein kam man nicht) machten wir uns wieder auf den Weg. Die letzte Station sollten die Hal Far Cliffs im Süden sein. Ein kleiner Sandweg führte uns recht nahe an die Küstenlinie. Hier gab es vor allem Schafe und einige Gartenanlagen, die durch Steinmauern voneinander getrennt waren.


Passend zum Sonnenuntergang kamen wir schließlich hoch oberhalb der Wasserlinie an eine schöne Stelle, an der wir einen tollen Ausblick über die Klippen hatten!
Wir gingen weiter unseren Weg, auf dem ich plötzlich eine Höhle entdeckte.
Man konnte nur wenige Meter hinein schauen, weil sie einen Rechtsknick machte und teilweise fast treppensteil nach unten ging. Ich wollte trotzdem mal hinein, schließlich hatte ich ja noch die Handy-Taschenlampe. Genia hatte kein Interesse an meiner kleinen Expedition...


Das mit der Taschenlampe war auch nötig! der Eingang war ja recht schmla, somit fiel auch nicht übermäßig Licht in die Höhle. Erst die schon zu sehende rechtskurve und steiler runter, schon war Schluss mit sehen. Also Taschenlampe an, um den sicheren Tritt nicht zu verlieren und weiter runter. Kurz darauf folgte ein weiterer Knick und ich kam auf eine Art Balkon, immer noch hoch über dem Meer, heraus. Wunderschön.... das warme, rötliche Licht des Sonnenuntergangs, absolute Ruhe bis auf das Rauschen des Meeres und dann dieser Blick. Der Gang hatte sich wirklich gelohnt!
Nach dieser kleinen Besichtigung endete auch der Sonnenuntergang und wir wollten zurück zum Wagen, hier waren aber diese "Gärten" im Weg. Also suchten wir uns einen Weg hindurch, was wegen der Steinmauern nicht so einfach erschien. In einem der "Gärten" war eine betonierte Wasserstelle direkt an der Mauer, so dass mir die Übersteigung gut machbar erschien. Zunächst ging ich alleine vor, um die Lage zu überprüfen.
Ein paar kleine Stufen, dann ein etwa 1m hohes Wasserbecken in Form eines kleinen Gullis schien perfekt. Dieses Becken schien mit einer Waschbetonplatte abgedeckt, zumindest hielt ich es dafür. Böse Fehleinschätzung! Kaum hatte ich meinen Fuß darauf gestellt und mein Gewicht verlagert, brach sie auch schon durch. Es war eine kaum 1cm dicke Kunststoffplatte oder ähnliches, die mich natürlich nicht ansatzweise tragen konnte. ich sauste also etwa 80cm nach unten und haute mir dabei an der Vorderseite schön mein Schienenbein an der oben Betonkannte. Immerhin wurde meine lädierte Stelle direkt durch das Wasser gekühlt, in dem ich nun zu etwa 50cm tief stand.


OK, der Schmerz war auszuhalten, obwohl die Stelle in kurzer zeit ziemlich anschwoll. Durch die Nässe sah die Blutung natürlich auch gleich schlimmer aus. Genia hatte das natürlich gehört, ich rief ihr gleich zu, dass alles OK sei und man hier her könne. ;-)
Dann durfte ich mir natürlich ein paar Sätze anhören, weil ich ja unbedingt hier her wollte usw.
Naja, war nun nicht so tragisch und im Anschluss fuhren wir zurück Richtung Hotel.
Passend zum Abendessen waren wir wieder dort und fanden dank der geringen Größe des Wagens auch recht schnell einen Parkplatz.
Nachdem wir uns auf dem Zimmer etwas frisch gemacht hatten und ein Ankommbierchen auf dem Balkon genossen hatten, gingen wir zum Abendessen.
Danach war Entspannung im Zimmer angesagt.

Die gefahrene Strecke:



Dienstag, der 07.11.

An diesem Tag stand für uns ein Besuch der Nachbarinsel Gozo an. Nach dem Aufstehen ging es zum Frühstück, danach packten wir dann noch etwas Verpflegung ein und machten uns auf den den Weg zum Fähranleger Ċirkewwa an der Nordwestküste Maltas. Der ist nur rund 15km vom Hotel entfernt, somit waren wir in gut 20min dort. Die Fähren der Gozo Channel Line fahren tagsüber im 45min-Takt, ein Schiff hatte aber gerade erst abgelegt, somit hatten wir noch etwas Zeit. Genia kaufte die Tickets und dann genossen wir noch etwas die morgendliche Ruhe und die Aussicht.


Es dauerte nicht lange, bis die Gegenfähre ankam. Nach dem Abladen konnten wir dann rauf aufs Schiff. Durch die überschaubare Strecke fahren hier eher kleinere Fähren von gut 85m Länge. Wir suchten uns ein schönes Plätzchen oben an Deck und erwarteten die Überfahrt.


Die Überfahrt nach Gozo führt uns an der kleinen "Zwischeninsel" Comino vorbei. Außer einer Festung (St. Mary's Tower) , ein paar kleineren Bauten und einem Hotel/Campingplatz gibt es nicht viel. Die Blaue Lagune wird gerne mit kleinen Booten besucht.


Schließlich kamen wir im Hafen von Mġarr an und machten uns dann direkt auf den Weg zur Nordküste zum San Blas Beach, der sehr schön sein soll.
In der Tat war der Ausblick wunderschön, aber anstatt den schmalen, steilen Weg runter zum Strand gingen wir in die andere Richtung etwas ins Grüne. Hier fanden sich dann auch einige Felder mit zahlreichen Früchten, darunter Orangen und Bananen. Die Haupterwerbsquelle auf Gozo ist noch immer die Landwirtschaft, obwohl der Tourismus natürlich weiter zulegt.


Da haben wir direkt am Anfang eine traumhaft schöne Ecke gefunden! Und es fällt auch direkt auf, dass Gozo ungleich grüner ist als die Hauptinsel.
Weiter ging es dann an der Nordküste (mit einem Schlenker durchs Inland) zur Xwejni Bay, dort befindet sich der alter Artillerie-Stand Qolla l-Bajda und direkt nebenan diverse Kammern zur Salzgewinnung.


Natürlich sollte auch ein Panoramabild (anklicken) nicht fehlen.


Ein Stückchen weiter machten wir noch einen Halt, wo das Meerwasser beeindruckend die Felswände hoch spritzte. Also schönen Sitzplatz suchen, etwas essen und trinken und dabei dem Spektakel zusehen.


Danach ging es landeinwärts, auf dem Weg kamen wir an der Corpus Christi Parish Church vorbei, die war allerdings verschlossen, so blieb es bei einem Foto von außen. Immerhin gab es hier zudem eine klassische britische Telefonzelle.


Ein Stückchen weiter kamen wir dann zur Basilika ta’ Pinu, einer Wallfahrtskirche, an der es mal eine Marienerscheinung gegeben haben soll. Diese Kirche ist eine der bekanntesten Maltas, dazu ist sie erst ab den 1920er Jahren gebaut worden.


Panoramaaufnahmen von innen und außen dürfen natürlich nicht fehlen (anklicken).


Weiter führte uns der Weg zur Westküste. Hier gab es bis Anfang letzten Jahres einer der Hauptattraktionen von Gozo, das Azure Windows. Leider ist dieses im März 2017 eingestürzt.
Die Küste hier ist trotzdem schön wild.


Das 360°-Foto (anklicken) ist natürlich obligatorisch.


Es gibt zudem noch das Inland Sea, ein kleiner Salzwassersee, welcher über eine schmale Höhle mit dem Meer verbunden ist und dadurch auch Wellengang aufweist.
Beeindruckend sind die verschiedenen Tiefen sehr nah beieinander. Der See selber ist sehr flach, erst bei den Felsen erreicht er etwa 3m Tiefe. Direkt am schmale Durchgang ist die Höhle dann 26m tief und im Meer fällt der Boden schnell auf 35-55m Tiefe ab.


Da so ein Schauspiel am besten in bewegten Bildern wirkt, gibt es ein kleines Filmchen dazu:


Von der Westküste ging es für uns nun zur Inselhauptstadt Victoria, die mit Abstand größte Siedlung der Insel und ziemlich mittig auf Gozo gelegen. Ein ziemlich historisches Pflaster, schon in der Bronzezeit war die Gegend besiedelt und die Römer machten sich hier im 3. Jahrhundet v. Chr. breit.
Die Stadt wird von ihrer großen Zitadelle überragt, eine beeindruckende Anlage die erst im letzten Jahrzehnt umfangreich renoviert wurde. Sie bietet eine phantastische Rundumsicht über die gesamte Insel und definitiv ein "Must see"auf Gozo!


Wir waren am späteren Nachmittag dort und das warme Licht ließ die ganze Anlage in einer tollen Pracht erstrahlen, einfach großartig! Natürlich machte ich auch diverse Panoramabilder (anklicken).


Von der Zitadelle aus gingen wir runter in die Stadt und schauten uns dort noch die Basilika San Ġorġ an. Sie wird auch wegen ihres prächtigen Innenraums die "Goldene Kirche" genannt.


Ja, doch. Der Name ist nicht ganz unpassend.
Wir verließen nun Victoria und fuhren langsam Richtung Fährhafen, dabei kamen wir noch an der Rotunda St. John Baptist Church, einer Kuppelkirche, vorbei.
Als wir den Bau betraten fand gerade eine Messe/Gottesdienst statt und wir wollten schon gerade wieder gehen, da wurden wir von einer älteren Dame angesprochen, ob wir das Museum und die Dachterrasse besichtigen möchten. Gerade jetzt zum Sonnenuntergang wäre es großartig auf dem Dach und so willigten wir ein und bezahlten das schmale Eintrittsgeld.
Schon etwas  komisch, hier am Rand während einer Veranstaltung entlang zu laufen um ganz vorne gegenüber in einer Tür zu verschwinden.
Also schnell als erstes mit dem Fahrstuhl nach oben, so dass wir die Sonne noch sehen können und wir kamen dann doch einige Minuten zu spät. Die Sonne war leider schon knapp hinter dem Horizont verschwunden.


Die Aussicht war trotzdem schön, der Besuch hatte sich also gelohnt und ein Panoramabild (anklicken) war auch noch drin.


Wieder unten warfen wir nur einen kleinen Blick in dieses angeschlossene Museum, das interessierte uns jetzt nicht so. Immerhin war die Veranstaltung nun auch beendet und als wir wieder draußen waren, hatte es sich schon weiter verdunkelt.


Weiter ging es auf dem Weg zum Hafen, nur noch unterbrochen von einem letzte kleinen Stopp an der Ghajnsielem Parish Church. schon im Hafenort Mġarr. Immerhin war die Kirche offen und auch beleuchtet, auch hier schein gerade erst eine Veranstaltung stattgefunden zu haben. Naja, sonderlich spektakulär war es innen nicht, somit blieben wir auch nicht lange und machten uns auf den Weg zur Fähre.


Als wir endlich ankamen war es stockdunkel und so hatten wir eine kleine Nachtüberfahrt. Wir genossen den kühlen Wind (Genia sagte "kalt" dazu) und die Ausblicke auf die beleuchteten Orte.


Nachdem wir wieder zurück auf der Hauptinsel waren ging es auch sogleich zurück zum Hotel. Es war inzwischen ja schon etwas später und somit hatten wir inzwischen auch ganz guten Hunger. Zum Glück fanden wir für den kleinen Flitzer wieder ein passende Parkplücke.

Der Ausflug nach Gozo hatten sich absolut gelohnt, auch das sollte jeder Malta-Besucher unbedingt machen! Die kleine Schwester ist in Sachen Natur ungleich schöner als Malta, weil deutlich grüner und zudem ursprünglicher und bei weitem nicht so dicht besiedelt. genau das richtige, wenn man mal etwas aus dem Trubel heraus will.
Nach dem Abendessen wurde dann noch bei einem oder zwei Bierchen auf dem Balkon etwas entspannt und dieser tolle Tag Revue passiert.

Die Tagesstrecke:



Mittwoch, der 08.11.

Heute stand ein Besuch der Südküste auf unserem Programm. Zunächst ging es wie gehabt zum morgendlichen Frühstück. Das war in unserem Hotel für seine Klassifizierung"standesgemäß".

Landesklasse 3*, da darf man natürlich kein Büffet erwarten, was einem mit seinem Reichtum erschlägt. Macht aber auch nichts. Die Auswahl war groß genug (ohne überladen zu sein) und geschmeckt hat es auch immer. Für eine Woche Aufenthalt also absolut ausreichend. Bei längerem Aufenthalt wird man sich auf Dauer sicher mehr Vielfalt wünschen, aber das ist ja immer so.
Danach packten wir unseren Kram zusammen und machten uns auf den Weg. Das erste Ziel sollte im Südosten der Insel sein, die bekannte Blaue Grotte. Zunächst zu einem Aussichtspunkt, von dem man schön von oben auf das Stückchen Meer und Felsen hinunter sehen kann. Danach sollte es weiter gehen, runter zum Meer ins kleine Örtchen Wied Iż-Żurrieq, von wo auch die Boote zur Grotte abfahren.


Wir waren uns noch nicht wirklich sicher, ob wir die Bootsfahrt machen wollten, aber erst mal dorthin. Zudem hat das Örtchen für mich noch einen besonderen Reiz:
Am 17. April 1987 zog der Fisher Alfredo Cutajar (ja, damals gab es mehr Fischer als Touristenbootfahrer) zwischen dem Örtchen und der kleinen Felseninsel Fifla sein Netz mit einen riesigen Weißen Hai aus dem Wasser. Es wurde eine Länge von 7,13m und 3t Gewicht kolportiert. Nach heutigem Stand ist das wohl eine Falschmessung oder einfach übertrieben. Fotos von anderen Haien dieser Größenordnung (>6m) wirklich doch teilweise deutlich mächtiger. Heute geht man realistisch eher von einer Länge von etwa 5,50m aus. Trotzdem natürlich noch ein sehr großer Fisch!


Vor der Reise hatte ich in einem Blog von jemanden gelesen, der mit einem Touriboot zur Blauen Grotte gefahren ist, welches von eben diesem Alfredo Cutajar gesteuert wurde. Er erzählte die Geschichte und berichtete auch, dass die Brustflossen des Hais in dem Souvenir-Shop seiner Frau hängen. Ich war gespannt...


Tja, die Info war wohl richtig. Übrigens war es zu windig, so dass keine Boote zur Grotte fuhren. Die Frage hatte sich somit auch von alleine geklärt.
So schauten wir uns noch etwas am Anleger um, wo auch so einige Taucher unterwegs waren.


Natürlich durften auch hier einige Panormabilder (anklicken) nicht fehlen!





Danach machten wir uns wieder auf den Weg. Das nächste Ziel sollten die beiden Tempelanlagen von Ħaġar Qim und Mnajdra. Beide Anlagen liegen nur rund 500m voneinander entfernt und sind auch als Besichtigungsstätte zusammen gefasst.


Beide Anlagen sind, wie auch schon der erste besichtigte Tempel, beeindruckende Anlagen. Hier zudem in schöner Landschaft gelegen, hoch oberhalb der Steilküste mit tollen Blick rüber nach Fifla.


Natürlich habe ich auch vom unteren Tempel noch ein Rundumbild (anklicken) gemacht.


Ein Spaziergang in der Umgebung lohnt auf jeden Fall, um die schöne Aussicht zu genießen. Zudem gibt es nahe der Felskannte auch noch einen alten Wachturm.


Auch von dort gibt es ein PhotoSphere (anklicken).


Danach ging es wieder hoch zum Parkplatz und ein Stückchen weiter die Küste entlang bis nach Lapsi. Das ist eigentlich eine sehr kleine Bucht mit einer Art halber Höhle dran, die gerne zum Tauchen genutzt wird. Zudem hat man auch dort einen tollen Ausblick aufs Meer.


Auch von hier gibt es ein Panoramabild (anklicken).


Weiter ging es zu unserem letzten Ziel des heutigen Tages an der Südküste, den Dingli Cliffs.
Diese mächtigen Klippen ragen bis über 250m hoch aus dem Meer und bilden gleichzeitig der höchste Punkt des gesamten Archipels.


Auch hier durfte ein Panoramabild (anklicken) nicht fehlen! Damit der Abgrund auch gut zu sehen ist, musste ich natürlich recht nahe an die Kannte. Für  ich selber kein Problem (Höhenangst kenne ich zum Glück nicht), aber Genia fand das weniger lustig...


Wir gingen einmal um das Sperrgelände der Radarstation herum und ich wollte weitere Fotos machen, auch mit dem tele. Erst da merkte ich, dass ich meine DSLR nicht mehr hatte! Sofort war mir klar, wo die geblieben war: Ich hatte sie für das letzte 360° Foto auf den Boden abgelegt, etwa 300m von hier entfernt!
Sofort eilen wir schnellen Schrittes zurück und kurz bevor Genia laufend dort ankam, hatte schon jemand die Kamera gefunden und hielt sie ihr entgegen. Puh, Glück gehabt! Das wäre wirklich ärgerlich gewesen...


Bei dem nächsten Rundumfoto (anklicken) achtete ich danach aber peinlich genau darauf, dass ich die DSLR nicht wieder liegen lassen. ;-)
Zudem bestand Genia darauf, mich bei dem Foto zu "sichern".


Weiter ging unsere Tagesreise nun weg von der wirklich schönen Südküste landeinwärts. Als nächstes wollten wir die alte Inselhauptstadt Mdina. Die ersten Siedlungen gab es auch hier schon zur Bronzezeit, die Phönizier bauten die Stadt dann später zur Festung aus.
Der heutige Name (Mdina = von Mauern umgebende Stadt) stammt von den Arabern, die die Insel 870 eroberten. Heute leben nur noch recht wenige Menschen in der Altstadt, die komplett historisch erhalten ist und heute auch für seine Glaskunst bekannt ist.


An manchen Ecken der Stadt war es doch ziemlich voll, es befanden sich mehrere russische Reisegruppen unterwegs, also suchten wir uns möglichst andere Wege. Wieder machte ich einige Panoramafotos (anklicken), die fangen so manche Bereiche der Stadt wohl am besten ein.


Wirklich sehr schön, sollte man sich auch definitiv ansehen. Obwohl die befestigte Altstadt schon etwas von einem Open-Air Museum hat. So langsam ging es dem Sonnenuntergang entgegen und wir machten uns wieder auf den Weg, so langsam ging es wieder Richtung Hotel.


Zwei Kirchen hatten wir auf dem Weg noch auf unserem Zettel. Als erstes die Rotunde von Mosta. Diese Kuppelkirche ist vor allem wegen der Größe der Kuppel beeindruckend!
Die innere Höhe beträgt über 56m und der Durchmesser fast 36m, damit ist sie die viertgrößte freitragende Kirchenkuppel der Welt. Sowas würde man hier nicht unbedingt erwarten...


Trotz der schlechteren Lichtverhältnisse (die kleine LG ist da recht empfindlich und verrauscht die Fotos dann ziemlich) machte ich ein Panoramafoto (anklicken).


Weiter ging es zu unserem letzten Ziel, der Naxxar Parish Church. War nur ein Kurzbesuch, weil wir quasi eh hier vorbei kamen. Dann kann man ja auch mal rein gehen.


Danach ging es aber dann wirklich zurück zum Hotel. Wir waren wieder gut rum gekommen und hatten viel gesehen. So langsam hatten wir dann auch Hunger.
Nach dem Essen wurde dann wieder auf dem Zimmer/Balkon entspannt, zwei Bierchen gab es als Absacker dann auch noch. Alles wunderbar!

Die gefahrene Strecke:



Donnerstag, der 09.11.

Unser letzter ganzer "Autotag". Wir wollten uns noch etwa an der Nordwestküste umsehen.
Vorher stand natürlich erst einmal gescheites Ausschlafen und dann frühstücken auf dem Programm.
Auf dem Weg zum Zielgebiet wollten wir uns vorher noch als Groundhopper betätigen und uns das maltesiche Ta’ Qali-Nationalstadion ansehen. Das klappte nur bedingt, für Besucher offen war die Arena nämlich nicht. Aber direkt im Komplex sind diverse Büros enthalten, über deren Eingangsbereich und Treppenhaus wir immerhin ein paar Blicke ins Innere erhaschen konnten.


Ein kleines Stadion halt, nicht wirklich spektakulär.  Ganz in der Nähe hatten wir zudem noch einen schönen Blick auf die Festungs-Altstadt von Mdina.
Weiter ging die Fahrt Richtung westliche Küste mit ihren Klippen, wir fuhren einfach mal in kleine Nebenstraßen und suchten Stellen mit schöner Aussicht. Die waren auch nicht schwer zu finden.


Es gab einen steilen Abhang, also musste auch wieder (unter Protest, weil ich natürlich wieder sehr nahe an die Kante musste) ein Rundumfoto (anklicken) her.


Dann ging die fahrt weiter über schmale Wege, das nächste Ziel sollten einige ältere Höhlen sein, die in das (dort weiche) Felsgestein geschlagen wurden. Das abenteuerlichste war allerdings die Fahrt dorthin: Es ging über einen extrem schmalen und bisweilen sehr steilen Weg hinweg. Zum Glück ohne Gegenverkehr! Irgendwann parkten wir an der einzige Stelle, wo man nicht direkt den ganzen Weg blockiert hätte und gingen zu Fuß weiter.


Diese "Höhlen" waren jetzt nicht wirklich einen Besuch wert, aber die Umgebung war schön und die Aussichten ebenso. Zudem hatten wir einen kleinen Spaziergang, auch nicht schlecht.
Weiter ging es zu einer recht bekannten Örtlichkeit, dem Popeye Village. Das war die Kulisse für einen mäßig erfolgreichen Film mit Robin Williams in der Titelrolle, die nach dem Drehschluss erhalten blieb und heute als Freizeitpark dient.
Liegt sehr malerisch an der Anchor Bay und ist einfach hübsch anzusehen.


Natürlich gab es wieder ein Panoramabild (anklicken).


Weiter ging unsere Fahrt zum St. Agatha's Tower, einem in auffälligem rot angestrichenen Festungsturm. Der war und schon auf dem Weg zur Fähre nach Gozo aufgefallen, nur hatten wir an dem Tag keine Zeit für einen Besuch. Das holten wir nun nach!
Am Parkplatz nahe des Turms hatten wir zunächst eine tolle Aussicht auf Gozo und auch die Fähre dorthin. Und weil wir genau in der Einflugschneise standen, kam mir auch noch ein Flieger vor die Linse.


Als wir dann zum Tower kamen, konnten wir entdecken, dass nur die Seite zur Hauptstraße in kräftigem rot leuchtete, die anderen Seiten hatten schon etwas länger keine Farbe mehr gesehen. Im Inneren befindet sich ein kleines Museum, was uns jetzt nicht so sehr interessierte.


Weiter ging die fahrt zu unserem letzten Tagesziel, der Coral Lagoon ganz an der nördlichsten Spitze der Insel. Eine weitere schöne Bucht, die nur über schmale Wege zu erreichen ist und entsprechend war hier auch wenig los. Einige Wohnmobile standen hier vom Typ Aussteiger.


Es war noch mitten am Nachmittag und wir waren prinzipiell mit unserem Programm durch.
Statt einfach noch wahllos in der Gegend herum zu fahren, beschlossen wir zurück zum Hotel zu fahren und nun endlich auch mal den örtlichen Strand aufzusuchen.
Am morgigen Tag hätten wir zwar sicher auch noch Zeit dafür, allerdings waren die Wetteraussichten nicht sehr vielversprechend. Also besser das schöne Wetter noch einmal nutzen.


Zudem konnte mein Handy nun auch mal seine Unterwasserqualität im Meer unter Beweis stellen. Bisher hatte ich das G6 nur mit in Pools genommen. Jau, funktioniert!
Das Wasser war noch überraschend warm, so dass ich sicherlich 20min herum plantschen konnte, ohne das mir kalt dabei wurde. Es folgte noch ein kleines Sonnenbad zum abtrocknen und dann machten wir uns auf den Weg zurück.


Kurz vor unserem Hotel kehrten wir noch einmal in dem kleinen Supermarkt ein und kauften schon einmal etwas Reiseverpflegung. Unser Flug ging am Samstag morgen sehr früh, so dass wir im Hotel kein Frühstück bekommen und wir uns dann nicht nur zu überhöhten Preisen im Flughafen oder gar im Flieger versorgen wollten.
Im Zimmer angekommen habe ich mein Handy dann als erstes noch einmal gründlich mit Frischwasser abgewaschen. Schließlich kommen beim "Taucheinsatz" auch der Kopfhörer- und der USB-C-Anschluss mit Wasser in Kontakt und da habe ich wegen des Salzes etwas Bedenken, wenn diese nicht ordentlich ausgespült werden.
Nach eine kleinen Entspannungs- und Knabberphase im Hotelzimmer bzw. Balkon ging es dann später zum Abendessen und nach einem letzten Bierchen war dieser Tag auch schon wieder vorbei.

Die gefahrene Strecke:



Freitag, der 10.11.

Unser letzte ganze Tag auf der Insel. Dieser startete direkt morgens schon mit bedecktem Himmel, wie es die Wetteraussichten gemeldet haben. Als wie immer zunächst morgens runter zum Frühstück
.
Danach machten wir uns auf den Weg, den Wagen zurück zu bringen.
Vorher hatten wir natürlich noch etwas Zeit, so dass wir uns im Hauptstadtbereich um Valetta herum noch etwas ansehen wollten. In Sliema gibt es z.B. noch so einen Wachturm mit kleiner Befestigungsanlage im Hafenumfeld. Wir machten uns also auf den Weg und fuhren dieses Mal die Küstenstraße entlang. Wirklich schöne Aussichten gab es wegen des trüben Wetters nicht. 
Recht schnell wurde es sehr städtisch mit entsprechend viel Verkehr. Dank der Erfahrungen der letzten Tage war es inzwischen auch vollkommen egal sowohl auf der "falschen" Seite zu fahren als auch zu sitzen.
Der eigentliche Weg zum Ziel wurde dann durch eine Baustelle hinter einem Tunnel unter einem Einkaufszentrum durch blockiert. Ziemliches Verkehrschaos, Maps "wusste" von der Sperrung nichts und die gesamte Umgebung bestand (bis auf die gesperrte Hauptstraße) aus unzähligen kleinen Gassen mit Einbahnstraßenregelung. Kurzum: Wir verloren doch schnell die Lust, uns hier wegen eines Turmes durch den Verkehr zu wühlen.
Als nächstes fuhren wir noch in eine Bereich etwas südlicher, ich weiß ehrlich gesagt aber auch nicht, was wir da wollten. jedenfalls drehten wir auch dort irgendwann wieder um und fuhren dann schließlich doch schon zum Hotel mit der Autovermietung. Wir stellten den Wagen in der Tiefgarage wieder ab, legten das Ticket aufs Armaturenbrett und gaben den Schlüssel an der Hotel-Rezeption ab. 
Danach gingen wir zur Bushaltestelle und fuhren zurück Richtung Hotel. Es zog sich langsam immer mehr zu und auf der Busfahrt wurde es über dem Meer ziemlich dunkel. Es zuckten Blitze und eine starke Regenfront war auch zu erkennen. Plötzlich zeigte sich sogar ein Trichter, der bis zur Oberfläche ging. Ein echter Tornado hatte sich über dem Wasser gebildet!
Leider ist der auf dem Foto (stehend aus dem fahrenden Bus) nur bedingt zu erkennen....


Als wir ausgestiegen waren, hatte es sich auch an Land weiter verdunkelt und wir machten uns flott auf den Weg zurück zum Quartier. Aber das Unwetter holte uns dann doch ein und innerhalb weniger Sekunden wechselte es von "noch trocken" in "die Welt geht unter".


Ein heftiges Gewitter brach über uns herein und innerhalb von kurzer Zeit wurden viele Straßenzüge überflutet. Wir fanden unter einem großen Balkondach an einer Einfahrt unterschlupf und warteten dort knapp 30min den schlimmste Regen ab.

Als der Niederschlag nachließ, suchten wir uns unseren Weg zurück. das war gar nicht so einfach, weil auf den Straßen immer noch ganze Sturzbäche unterwegs waren und man so auf dem direkten Weg auch wieder abgesoffen wäre. Aber wir fanden dann doch einige Stellen, wo die Überquerung der "Wasserstraßen" einigermaßen gut möglich war.
Im Hotel angekommen fragte ich noch Abholinformationen für den Flughafentransfer, aber den laut Infomappe versprochene Hinweiszettel gab es nicht. Also wurde das noch schnell bei einem telefonat mit der Reiseleitung vom Veranstalter geklärt.
Das Wetter blieb den Rest des Tages so, entsprechend blieben wir dann auch auf dem Zimmer und machten so einen Entspannungstag. Hin und wieder kam kurz die Sonne durch, keine 10min später kam dann aber auch schon der nächste Schauer. Wir waren wirklich froh, den Vortag noch für unseren Strandbesuch genutzt zu haben. Nach unserem eigentlich Tagesplan hatten wir nämlich dafür den letzten Tag vorgesehen. Das wäre aber sprichwörtlich ins Wasser gefallen...
Wir gingen relativ zeitig zum Essen, uns stand ja eine recht kurze Nacht bevor. Ich glaube, wir wurden schon gegen halb 4 morgens vom Bus abgeholt, unser Flieger startete nämlich um 07:20 Uhr.

Die Tagesroute:


Samstag, der 11.11.

Mitten in der Nacht ging es raus aus den Federn, die letzten Sachen kamen in den Koffer und wir checkten aus. Vor dem Hotel waren wir nicht die einzigen wartenden Gäste, somit schien die Information schon mal zu passen.
Der Bus hatte sicherlich um die 20min Verspätung (war nicht schlimm, wir hatten genug Reserven), aber dann lief alles wie es sollte. Ziemlich müde warteten wir noch am Flughafen, aßen unser eigenes Frühstück und mobilisierten uns mit einem großen Kaffee. In meinem Rucksack fand ich dann plötzlich noch eine gepflückte Zitrusfrucht (keine Ahnung, was genau. Farbe wie Zitrone, Form wie Orange) vom 2. Tag auf Gozo.


Dann ging es in den Flieger und zurück nach Köln/Bonn, wo wir pünktlich um kurz nach 10 Uhr landeten. Danach den Parkplatz-Shuttelservice verständigt und ab nach Hause. Etwas übermüdet kamen wir daheim an und machten es uns den Rest des Tages auf dem Sofa bequem.

Was bleibt?
Wieder ein toller Urlaub, bei dem wir viel gesehen haben! Malta hat wirklich sehr viel zu bieten.
Für einen "klassischen" Strand- und/oder Erholungsurlaub ist es aber wohl nicht das ideale Ziel. Die Insel hat schon sehr viel Trubel, alleine schon wegen der enormen Bevölkerungsdichte. Aber wir fahren ja auch in den Urlaub, um was zu sehen, daher waren wir hier richtig!
In der einen Woche haben wir wohl auch das meiste Relevante gesehen (zumindest, was uns auch interessierte), so dass nun bei uns auch nicht das Gefühl blieb, wir müssten hier unbedingt noch einmal hin. Passt ganz gut, wir besuchen ja eh lieber Ort, die wir noch nicht kennen.
Mit meinem "Hosenproblem" hatte ich wirklich Glück, ich habe die ganze Woche prima in Shorts überstanden. ;-)

Das besondere Highlight war für mich der Besuch auf Gozo. Die kleine Schwester ist komplett anders als die Hauptinsel! Viel ruhiger, grüner, entspannter.
Wer also mal nach Malta reist, sollte unbedingt auch Gozo besuchen!