Dienstag, 6. November 2018

Mal wieder: Neues Navi

Eigentlich ist mein letzter Umstieg in Sachen Mopped-Navi noch gar nicht so lange her.
Nachdem mein Schnäppchen-Blaupunkt MP35 undicht war, bekam ich als Ersatz das damals neue MotoPilot (kurz: MP) 43. Damit fuhr ich also die letzten 2 Jahre durch die Gegend.
An sich sind meine Ansprüche an ein Motorrad-Navi recht überschaubar.
In erster Linie soll es meine selbst abgesteckten Touren abfahren. Ich plane lieber selber als mir vom Navi selbstständig Routen erstellen zu lassen. Auch wenn das inzwischen oft ganz passabel passiert.
Das reine Abfahren hat das Blaupunkt immer ganz gut gemacht. Natürlich störte die extrem träge Bedienung, besonders wenn man während der Fahrt Wegpunkte überspringen muss.
Aber: Ich war günstig an das Gerät ran gekommen und daher passt das schon.

Was leider zuletzt nicht mehr so passte, war Probleme mit der Stromversorgung. Solange das Navi "vorgeladen" war, lief alles prima. War der Akku aber erst einmal leer, lieferte meine Stromversorgung (über einen USB-Adapterkabel) auf Dauer nicht genug Strom für das Gerät. Es ging also dann einfach mal aus. Nach Zeitraum X (mal 10min, mal auch >30min) startete es dann von alleine neu und funktionierte dann wieder. Vorübergehend.
Das Problem hatte ich mit der mitgelieferten aktiven Stromversorgung bisher nicht. Die bekommt man aber nicht einzeln und meine ist an der Super Ténéré verbaut (dort konnte ich sie in der Verkleidung verstecken). Funktionierte auch lange über meine USB-Adapterlösung, im Sommer in Norwegen aber nun halt nicht mehr zuverlässig.
Da die Bedienung seit jeher nicht so toll war, habe ich daheim meist mit einem Stift (eingefahrener Kugelschreiber oder eine Kappe) bedient. Damit habe ich aber im Laufe der zeit wohl eine Art Schutzschicht auf dem Display herunter gekratzt, bzw. diese löste sich an verschiedenen Stellen langsam ab. Eine Folie war das allerdings auch nicht. Im Betrieb (also mit aktivem Bildschirm) fällt dieser Makel nicht auf, aber doof fand ich das trotzdem.


Zudem gab es schon vor über einem Jahr eine komplett neue Software (die versteht dann auch die üblichen GPX-Touren und nicht nur Googles KML), nur irgendwie nicht für mein Gerät. Software von Mai 2016, aber das Update-Tool behauptet immer noch, die Programmversion wäre aktuell. Updates für die Karten und "kleine Fehlerkorrekturen" bekam ich aber sehr wohl.

Daher verlor ich im letzten Sommer dann so langsam die Lust an dem Teil. Es sollte was anderes her. Während der Tour schaute ich mir auch die von unseren anderen Mitfahrern verwendete Becker-Navi an (die Besitzer sind ebenfalls allesamt sehr zufrieden), ich selber fand die "Interpretation" meiner Route aber nicht wirklich gelungen. Das Gerät hat nämlich gerne mal etwas abgekürzt und vorgeplante "Schleifen" in der Tour auch mal ganz weggelassen. Das mag an meiner Planungsart liegen und das die Tour als Route (aus Wegpunkten) vorlag und nicht als vorgefertigter Track. Wie auch immer, das sagte mir nicht so wirklich zu.
Von andere "Billigkrachern" nahm ich erst einmal Abstand und schaute mir die aktuellen TomTom und Garmins an. Preislich sind die TomTom-Geräte meist etwas attraktiver, zudem konnte ich mir die aktuelle Rider-Serie auch schon bei Wolfi und Ronnie ansehen, beide waren prinzipiell sehr zufrieden. Was mir (und auch den anderen) hervorragend gefällt: Während einer Tour wird am rechten Rand des Displays die Positionen (samt Entfernungen) von Tankstellen auf der Strecke angezeigt. So kann man ggf. einfach etwas früher mal stoppen, bevor man irgendwann bei akutem Benzinbedarf die Route auf der Suche nach einer Tankstation verlassen muss.
So verglich ich die momentan verfügbaren Modelle (4xx/5xx). Die nagelneue 500er Serie musste es nun nicht sein und bei den 400er Modellen gab es zwei Generationen.
Die erste Serie besteht aus den Modellen 40/400/410, sie unterscheidet sich (neben teilweise beigelegtem Zubehör) nur durch das Kartenmaterial: 40 hat Zentraleuropa, 400 ganz Europa und 410 weltweite Karten (zur Auswahl).
Die zweite Serie hält es ähnlich: Es gibt die Modelle 42, 420 und 450.
Optisch unterscheiden sie sie Reihen nur durch die Farbgebung der (identischen) Gehäuseteile, allerdings ist eine neue Version des Touch-Displays verbaut, bei dem man de Empfindlichkeit einstellen kann. In diversen Beiträgen konnte da wirklich eine Verbesserung heraus gelesen werden. Da die Preisunterschiede der Serien nicht so riesig waren, sollte es die zweite 400er Generation sein. Ebenso war die Differenz von der Europa- zur Weltkarte nicht so groß.

Eigentlich brauche ich eine Weltkarte wohl nicht (wenn ich Europa verlassen sollte, werde ich wohl eher mit Leihmaschine und dann mit Handy navigieren), zugleich war die Map für Zentraleuropa zu eingeschränkt. Somit kam das Modell 450 in meinen Fokus. Gerade als ich den Markt etwas beobachtete (war immer so um ~350€) kam irgendeine Amazon-Schnäppchenwoche dazwischen. Und so wurde mir in der Flut der Angebote ein Rider 420 (neuere Serie mit Karten von ganz Europa) für sagenhafte 219€ in den Dunstkreis gespült. Das Gerät war dann schnell geordert (und zudem war es sehr kurze Zeit später auch schon ausverkauft). Für diesen Preis bekommt man das Teil in der Regel nicht mal gebraucht.


Die Montage vom neuen TomTom war schnell erledigt, da die Größe identisch ist und beide Systeme mit einer Ram Mount-Halterung befestigt werden. Die 12V-Spannungsversorgung kürzte ich dann ordentlich ein und versah das Ende mit einem Stecker, der in meine Bordstrom-Versorgung passt.
Nun, auf den ersten Blick sieht alles also kaum anders aus: Identische Position, sowohl für die kleine ausfahrt als auch für die große Tour geeignet. Das Display ist allerdings heller und auch bei strahlendem Sonnenschein bestens ablesbar. Zudem schaltete das Rider meine Bluetooth-Headset (ein Jabra BT3030) auch nach jeder Anweisung wieder in den Ruhezustand (und "weckt" das Teil auch rechtzeitig vor der kommenden Ansage wieder auf), so dass die Akkuladung dort nun wohl länger hält.
Meine ersten Tests waren dann auch sehr zufriedenstellend. Die Bedienung ist im Vergleich zum alten MP43 geradezu flüssig, das Gerät navigiert meine Routen (schicke ich nun als Route per GPX zum Gerät) ordentlich nach und bei Abweichungen merkt das Navi nach kurzer Zeit selber, wenn ein Abschnitt z.B. gesperrt ist und bringt einen dann wieder zur Route zurück, ohne das man selber eingreifen muss und Wegpunkte händisch aus der Liste streichen muss.
Per BT kann man das Rider mit dem Handy verbinden und darüber (und mobilem Datennetz) kann sich das Navi Verkehrsinfos (Staumeldungen und Streckensperrungen) holen.
Routen bekommt man vom PC entweder per USB-Kabel oder über eine Micro-SD-Speicherkarte auf das Gerät (von dort wird nach dem Start eine Importierung angeboten).
Alternativ geht das aber auch über die TomTom-Cloud: In MyDrive kann ich selber Routen planen oder aber von anderen Planern entworfene Strecken importieren.
Auf diese kann man dann am Navi selber (Datenverbindung per BT und Handy vorausgesetzt) zugreifen und ins Gerät laden.
So habe ich testweise mal mit der (gratis) Kurviger-App (finde die zum Handy-Planen am besten geeignet) eine Route abgesteckt und diese dann in MyDrive geladen (geht komischerwiese nicht mit der App, aber über die mobile Webseite!), um sie im Anschluss auf das Navi zu importieren. Auch das klappte ohne Probleme.
Inzwischen habe ich auch mal vom TomTom eine kleine Rundstrecke (in mir bekanntem Gebiet) planen lassen, das war von der Routenführung soweit OK, die Strecken waren überwiegend gut gewählt. Allerdings ging es auch zwei Mal durch eine gesperrte Straße und über einen Waldweg.
Wie schon erwähnt, ich plane ja generell eh lieber selber.

Ich hoffe mal, nun habe ich erst mal wieder Ruhe in Sachen Navi!

Freitag, 2. November 2018

Tourplanung 2019

Ich muss hier mal was nachreichen, bisher hatte ich mich zu dem Thema noch gar nicht geäußert. Dabei sind wir eigentlich über eine ganz grobe Planung sogar schon hinaus.
Also: Kommendes Jahr geht es nach Großbritannien!
Da wird 2012 ja schon Schottland besucht hatten und wir durchaus auch vom Norden Englands recht angetan waren, sollte es für Ronnie und mich natürlich irgendwann wieder auf die Insel gehen.
Irgendwann stolperte ich dann über einen Reisebericht von Wales und ein Ziel für so eine Tour war somit schon gefunden. Vorher stand allerdings noch Norwegen auf der To-Do-Liste, aber das haben wir ja diesen Sommer abgehakt.
Somit war der ganz grobe erste Plan mit einer Kanalfähre rüber nach Dover, dann mehr oder minder an der englischen Südküste entlang, quer durch Wales, dann die Pennies und dem Lake District, um  dann schließlich nach Newcastle zu kommen, von wo uns (wie damals bei der Schottland-Tour auch) eine Fähre nach IJmuiden (nahe Amsterdam) bringt.
Dazu fuhr dann Jochen im Sommer mit seiner Tochter in seinem Cabrio-Oldtimer und Campingkram nach Südengland und postetet fleissig und begeistert von der Landschaft diverse Fotos. Irgendwann kam der Hinweis, dass die ganze Gegend auch für eine Motorradtour sehr tauglich wäre und er gerne mal auf zwei Rädern dorthin fahren würde.
Beim Hornet-Treffen redeten wir dann noch einmal über die ganze Sache und waren uns recht schnell einig: Jochen wäre gerne dabei! Zudem hatte er im Sommer auch belegt, dass er dem Camping gegenüber nicht abgeneigt ist, was auch prima in unser "Konzept" passte! Zudem hat er auch einen Bekannten in/bei Calais, bei dem man übernachten könnte.
Parallel spielte Jochen auch schon etwas länger mit dem Gedanken, sich ein neues Mopped anzuschaffen, liebäugelte mit einer Africa Twin (auch durch Wolfis Kauf, die er inzwischen aber wieder abgeben möchte), war aber auch für anderes offen.
So wollte er z.B. gerne mal meine Tracer fahren. Nun, so schlecht kann der kleine Ritt nicht gewesen sein, inzwischen hat er auch eine. ;-)

Ronnie holte dann noch seinen Freund Kasten ins Boot und Jochen brachte seinen Kumpel Uwe (übrigens noch ein Tracer-Fahrer) an den Start. Zum Abschluss wollte ich ganz gerne Csibi noch fragen, auch wenn er ein gewisse Abneigung gegenüber dem Camping an den Tag legt. Das war nun halt gesetzt (wenn das Wetter mitspielt!).
Schließlich fuhren wir jahrelang zusammen und da Wolfi nach aktuellem Stand wohl wirklich vom (eigenen) Mopped absteigt, will man ihn ja nun nicht so da stehen lassen.
Zu meiner Überraschung war er durchaus angetan von der Idee der Tour. Weniger vom Camping, aber eine Kröte kann man dann wohl schlucken! Somit ist unsere Gruppe wohl (nach aktuellem Stand) vollständig. Mehr dürfen es nun auch nicht werden.
Als Zeitfenster fanden wir schnell im Juni etwas, gepaart mit den diversen Feiertagen bekommt man viel freie Zeit für eine überschaubare Anzahl Urlaubstage. So ergab sich für uns nun das Zeitfenster von Pfingsten bis Fronleichnam (08.-20.06.). Jochen hat erst noch seine Tochter an dem Wochenende, er kann also erst Sonntag Abend los. Also ist sein Plan, am späten Sonntag Nachmittag seine und Uwes Maschinen auf den Anhänger und dann flott über die Autobahn nach Calais.
Mein Plan zur Anreise geht schon am Samstag morgen los: Schön über Land bis Luxemburg fahren und dort an einer geeigneten Unterkunft mit Csibi treffen. Am Sonntag morgen dann durch die südlichen Ardennen immer an der belgisch-französischen Grenze entlang bis zum Fährhafen, bzw. unserem Quartier. Am Montag morgen dann zeitig auf die Fähre und rüber zu den Angelsachsen!


Da Jochen aber seinen Trailer in Calais stehen hat, macht für ihn eine Fähre nach Holland wenig Sinn, daher wäre eine Überfahrt von Hull nach Seebrügge für ihn und Uwe wohl interessanter. Zudem hätte auch Csibi von dort einen kürzeren Heimweg.
Das wäre aber auch kein Problem, man kann sich ja einfach am Morgend es letzten Tages irgendwo am letzten Quartier in den Pennies trennen und zwei verschiedenen Fährhäfen anfahren. Schließlich kam von Uwe dann auch noch die Idee auf, vielleicht auf der Ostseite der Insel wieder komplett runter bis Dover zu fahren.
Nun, das finde ich persönlich jetzt nicht so reizvoll. Aber man muss ja nun auch nicht als ganze Gruppe unbedingt vom ersten bis letzten Tag zusammen fahren.
Wir werden sehen, wie sich so die Planung entwickelt!

Inzwischen geht die Sache mit den neuen Fahrzeugen weiter. Karsten braucht wohl auch noch einen passenden Untersatz für die Tour (und ist durch Ronnie nun auf Wolfis Honda aufmerksam gemacht worden) und Ronnie selber hatte ja eh schon etwas länger einen Umstieg vor. Inzwischen ist auch er fündig geworden: Er hat seine alte KTM verkauft und nennt nun eine Triumph Tiger 800 XC sein Eigen!

Mal schauen, was bis zum Start noch so passiert und kommt.
Jedenfalls beginnt nun wieder das warten.
Habe jetzt schon wieder einen Riesenbock loszufahren!

Mittwoch, 10. Oktober 2018

Neuer Hut

Inzwischen ist es auch schon rund fünfeinhalb Jahre her, dass ich mir meinen Shark R-Speed gekauft habe. Kaum 2 Monate später bekam er die ersten kleinen Macken, nachdem ich im Pyrenäenurlaub in einer Kurve auf ein Splitfeld fuhr und mich meine Hornet abwarf.
Bis zuletzt war ich sehr zufrieden mit dem Helm, aber so langsam war es mal Zeit für Ersatz.
Spätestens, wenn auf der Einstiegsseite die Polsteroberflächen langsam ihre "Schutzschicht" abwerfen ist für mich bald der Zeitpunkt gekommen. Nun war es soweit.

Ersatz sollte her. Als erstes musste natürlich geklärt werden, was das Nachfolgemodell "können" soll, bzw. welche Ausstattungsmerkmale für mich wichtig sind.
Eigentlich hatte sich an den Eckpunkten seit dem Shark nicht wirklich etwas geändert:
  • Integralhelm
  • eher auffälliges Design (also nicht zu dunkel, aber auch nicht quitschbunt)
  • Doppel-D Verschluss
  • integrierte Sonnenblende
  • möglichst eine etwas besser Belüftung als der Shark (das war nicht so ideal)
  • ordentliche Testergebnisse was die Schlagdämpfung betrifft
  • passen muss er natürlich, vor allem halt auch mit meiner Brille
  • mittleres Preissegment (also in der groben Klasse 300-500€) ist angepeilt.
Natürlich hatte ich zunächst den Nachfolger meines Speed-R im Blick, der nennt sich nun Shark Spartan. Ist aber nur recht bedingt gut zu bekommen.
Immerhin konnte ich im örtlichen Louis-Filiale ein schwarzes Modell auf den Kopf setzten. Zu meiner Überraschung passte der irgendwie nicht so gut wie sein Vorgänger.
Recht schnell landete ich dann beim HJC RPHA 70. Preisfenster passte, Testergebnisse und Erfahrungsberichte waren durch die Bank super und auch Csibi hat seit einigen Jahren einen HJC-Helm, mit dem er bestens zufrieden ist.
Beim ersten Versuch bei Louis gab es das Wunschmodell nicht in größer als M, aber ich probierte einige andere Helme des Herstellers aus, so grob wegen Passform und Größe: XL schien die richtige Wahl zu sein und passen taten die verschiedenen Modelle auch soweit.
Nun hatte ich zum langsam kommenden Saisonende keine Eile und schaute mich schon einmal nach den verfügbaren Dekoren um. Am besten gefiel mir dann die Variante Lif (Dekor) MC-1 (Farbe). Als ich dann noch einmal bei Louis vorbei kam, hatten die dann sogar einen RPHA 70 in XL da! Also noch einmal einen Vergleich wegen der Größe und in der Tat, XL war auch beim 70er richtig. Das Wunschdekor gab es hier und auch im Onlineshop allerdings nicht. Auch im benachbarten Steinhagen gab es bei LBM zwar das richtige Dekor, aber nicht die Wunschfarbe.

Eigentlich kaufe ich einen Helm, den ich nun anprobieren (und ggf. noch fahren möchte), ebenso wie Klamotten, ganz gerne im Fachhandel vor Ort. Beim Preis geht auch dort oft noch etwas und ich muss da nun auch nicht den günstigsten Online-Preis haben. Die hier verfügbaren Dekore sagten mir aber alle nicht so wirklich zu, somit blieb es dann halt doch beim Versand.
Also schaute ich dort regelmäßig nach Verfügbarkeit und preis. Was leider gar nicht so einfach ist, denn Preissuchmaschinen kennen oft den Helm, manchmal auch Dekore, aber irgendwie nie in Verbindung mit Größen. Weil viele Angebote (die dann gleich erheblich unter dem normalen Listenpreis liegen) sind nur in einer speziellen Größe verfügbar.
Also blieb das Warten auf ein gutes Angebot meines Wunschmodells in XL. Der Listenpreis (den man ja nirgends zahlt) liegt bei knapp 450€, der übliche Verkaufspreis (ohne Angebot) von Dekoren ohne irgendwelche teureren Sonderlocken und abseits der günstigeren Modelle ohne Dekor (also schwarz oder weiß) ist in der Regel knapp 405€.
Bei ebay fand ich dann neulich ein extrem günstiges Angebot von einem Händler aus Düsseldorf (Motosystem) für sagenhafte 289€ (+5€ Versand). Es war auch nur noch ein Stück in meiner Größe verfügbar. Da überlegte ich natürlich nicht lange und schlug direkt zu!
Wenige Tage später war der Helm auch dann bei mir daheim!


Er passte exakt wie auch das Testmodell neulich im Laden (hatte ich auch nicht anders erwartet), danach entfernte ich die Aufkleber und baute die Pinlock-Scheibe ein.
Ein paar Tage später machte ich mich dann daran, mein "Audio-System" zu installieren. Es ist keins der inzwischen weiter verbreiteten Intercoms, sondern ein einfacher, kleiner BT-Empfänger, der mit flachen, kabelgebundenen Helmlautsprechern verbunden ist.
Das System hatte ich in diesem Beitrag einmal vorgestellt und eben dieses war auch zuletzt im Shark-Helm im Einsatz. Eben dort baute ich es zunächst aus und entfernte dann die Innenpolster vom neuen HJC.
Da neue Helme inzwischen fast durchgängig für solche Systeme vorbereitet sind, ist der Einbau auch nicht wirklich schwierig, auch Platzmangel im Ohrenbereich ist meist kein Problem.
So war es nun auch. Im Bereich der Ohren gibt es im neuen Helm eine entsprechende Aussparung, hier sogar mit Klett-Rückseite (die weiche Seite).


Im alten Shark hatte ich an der Stelle kleine Taschen für die Lautsprecher, hier konnte ich sie direkt mit ihrer Klett-Rückseite (die raue) in die Helmaussparung positionieren. Prima!
Das Kabel wurde in in kleinen Bögen auf der hinteren Helmseite verlegt und mit Gaffa an der Innenschale verklebt. Der BT-Empfänger kommt wie vorher auch schon in den linken Kinnbereich. Dort komme ich bei Bedarf an den Knopf (zur Verbindung, an/aus) und das kleine teil stört dort nicht. Befestigung erfolgte dort ebenfalls mit Klett-Klebeband.
Der Tragetest bestätigt: Passt ohne irgendwelche drückenden oder störenden Stellen.

Nun habe ich wohl erst wieder einige Jahre Ruhe.

Freitag, 5. Oktober 2018

Blogparade: Tagestour-Gepäck

Auf dem Blog von 600ccm wurde aufgerufen, ich nehme das Stöckchen mal an.

Tja... das Tagestour-Gepäck. Also quasi das, was ich immer dabei habe. Meine Mopped-Handtasche sozusagen. Und die Beschreibung kommt dem auch schon recht nahe.
Ich fahre eigentlich seit jeher mit Tankrucksack. Weil die Modelle mit Magnethalterung einem dann doch irgendwann mal den Lack zerkratzen (bzw. eher kleine Steinchen, die zwischen Auflagefläche und Tank geraten), habe ich mich schon vor über 4 Jahren für einem Tankrucksack mit Befestigungssystem entschieden. Da es hier aber dann doch eher um den Inhalt (also das Gepäck) geht als um die Verpackung eben jenes, verweise ich hier nur kurz auf den Beitrag, der die Wahl des Rucksacks und seine "Features" genauer beschreibt. Jedenfalls thront bei der üblichen Ausfahrt der Givi 3D603 auf dem Tank.


Also, was habe ich nun ständig dabei?
Das ist eigentlich ziemlich unspannend und wenig spektakulär. Handy (samt Lademöglichkeit), die Geldbörse und den Schlüsselbund für Wohnung und Garage.
Zudem gehört zum Inventar natürlich noch die Regenhaube (obwohl die Tasche auch ohne die Tüte einen ganz ordentlichen Regenschauer ab kann, nur Dauerregen halt irgendwann nicht mehr) und mein Visierreinigungs-Set. Das besteht aus feuchten Waschlappen aus der Babyabteilung (funktioniert wirklich großartig!) und einer Packung Taschentücher.


Auch immer dabei ist ein (Notfall-) Ladekabel und mein selbstgebauter USB-Stromanschluss.
Diese Box samt Anschlussstecker (und an Motorrad verbauter Kupplung) hatte ich mir mal als Ersatz für die übliche 12V-Zigarettenanzünder-Steckdose gebaut. Hatte davon auch gleich mehrere zusammen gebaut, inzwischen ist eine davon auch im Auto im Einsatz.


Das war es im Prinzip schon mit meiner Grundausstattung. Je nach Tour kommt dazu dann noch oft etwas zu trinken, ein kleiner Snack und mein Navi (ein neues Modell, dazu demnächst mehr), zudem meist noch als "stille Reserve" eine analoge Karte der Zielregion. Bei instabiler Wetterlage dann auch noch die Regenkombi.

Soweit  mein (unspektakulärer) Beitrag zu dieser Blogparade.

Montag, 1. Oktober 2018

Neues Internet

Seit 4 Jahren war ich nun bei der Telekom. Angefangen nach der letzten Trennung und dem damit verbundenen Umzug hatte ich die Wahl zwischen DSL und Kabelanschluss. Da die Kabelgebühren nicht in meinen Nebenkosten enthalten waren, bot mir nach Sichtung der Angebote Telekom Entertain das für mich beste Angebot.
Nachdem nächsten Umzug blieben wir auch die nächsten 2 Jahre beim Entertain-Paket. Es gab zwar wieder einen Kabelanschluss, aber die Grundgebühr wären erneut geblieben.
Wie immer kündigte ich kurz nach dem Vertragsabschluss auch gleich wieder, so vergisst man es nicht und bekommt zudem oft auch besser "Nachfolgeangebote" dargereicht.

Nun, in den letzten vier Jahren ist in Sachen Angebot halt auch einiges passiert. Zum einen gibt es inzwischen auch andere TV-Verbreitungswege als Satellite, Kabel oder IP-Angebote wie Entertain. Diverse Anbieter bringen einem das TV-Bild via App oder Webseite ins Haus, unabhängig vom Anbieter des Internet-Anschlusses.
Zudem erfuhr ich auch irgendwann so nebenbei, dass man (inzwischen?) einen Kabelanschluss nutzen kann, ohne dafür die Kabel-Grundgebühr zahlen zu müssen. Die ist nämlich nur obligatorisch, wenn man auch Kabelfernsehen abnimmt. Bezieht man "nur" Internet & Telefon vom Kabelbetreiber, so bleiben einem die (aktuell) knapp 21€ erspart. Neben dieser Erkenntnis stieß ich dann vor gut einem halben Jahr auf das Kabelangebot von eazy. Hierbei handelt es sich um einen Discount-Reseller von Unitymedia. Die bieten nur sehr rudimentäre Pakete an: Internet mit 20 oder 50MBit, dazu einen Telefonanschluss, wahlweise mit Flatrate.

(Bildquelle: eazy-Homepage)

Da wir die letzten Jahre auch immer gut mit 50MBit ausgekommen sind (das reicht z.B. für bis zu drei parallelen HD-Streams und ich nicht regelmäßig großen Downloads zu machen habe), sagte mir das grundsätzlich zu. Eine optionale Telefon-Flatrate (5€/Monate) brauchen wir eigentlich auch nicht, zumindest telefonieren wir daheim bei weitem nicht genug mit dem Festnetz, dass wir ansatzweise auf die 5€ kämen. Ohne das Zusatzpaket bezahlt man 2,5ct/min innerhalb des dt. Festnetztes. Somit wären wir dann für 50 MBit Internet samt Telefonanschluss bei 16,99€/Monat.

Bleibt noch das lineare Fernsehen, dazu gibt es einige Anbieter, u.a. Zattoo, MagineTV oder WaipuTV. Bei allen Anbietern gibt es Premium-Paketen mit HD-Empfang in der Regel für knapp 10€. Magine.TV nutze ich in der freien Version (ohne die "großen" Privatsender) schon länger in der Küche, in der ein alter Monitor seinen Ersatzdienst tut.
Da alle Anbieter Testzeiträume für ihre Pakete anbieten, probiere ich mich da mal durch.

Irgendwann Mitte September stand dann der Wechsel an. Nach der Inbetriebnahme der zugeschickten ConnectBox stellte sich dann heraus, dass erst noch ein Techniker ins Haus kommen muss. Am Sonntag sollte der Telekom-Vertrag enden, am folgenden Montag hatten wir den Techniker-Termin bekommen.
Als Genia am Sonntag im Keller war, bemerkte sie unseren Vermieter mit einer weiteren Person in dem Kellerraum mit dem Kabelanschluss. Es stellte sich heraus, dass der Bruder des Vermieters dieser Techniker ist und da er eh mal vorbei kommen wollte, schaltete er auch gleich den Anschluss frei. Was für lustige Zufälle es gibt!
In unserer Wohnung stellte er allerdings fest, dass die Anschlussdose noch ausgetauscht werden muss, aber prinzipiell funktionierte der Zugang schon (nicht ganz mit der zugesagten Performance). Am nächsten Tag kam er dann doch noch einmal vorbei und erledigte den Austausch. Genia (hatte an dem Tag frei) bekam auch gleich die Info, wir sollten bei Problemen einfach unseren Vermieter ansprechend, das ginge schneller als über die normale Hotline. ;-)

Seitdem funktioniert das Netz problemlos, die erreichte Bandbreite (~48 MBit) kommt dem Idealwert recht nahe und auch beim Fernsehen über Waipu.TV gibt es bisher nichts zu klagen.
Auf der Seite von eazy/Unitymedia hakt es allerdings etwas in Sachen Rufnummernmitnahme.
Prinzipiell wollten wir unsere Rufnummer schon mitnehmen, also füllte ich direkt bei der Bestellung den Antrag zur Rufnummernmitnahme aus.
Als dann einige Zeit später die Hardware samt Schreiben kam, war eben dieser Antrag, teilweise mit Kundennummer etc. vorausgefüllt, wieder dabei. Nun gut, ich trug den Kram dann erneut ein.
Zudem bekamen wir für den "Übergang" schon eine alternative Rufnummer. Nun gut.
Das nächste Schrieb brauchte nur einige weitere Tage. Wegen der Rufnummernmitnahme, der Antrag  (welcher?) wäre wohl nicht vollständig ausgefüllt (wo/was genau?). Ich solle den Antrag doch noch einmal herunter laden und vollständig ausfüllen. Oder es aber sein lassen, wenn wir es uns inzwischen anders überlegt hätten und unsere Vorab-Rufnummer einfach behalten wollen. Ach herrjeh.... nun denn, soll uns eigentlich egal sein. Betrifft ja in erster Linie eh nur unsere Eltern. Also verteilten wir entsprechend unsere neue Festnetznummer.
Etwa eine Woche später kam ein weiteres Schreiben: Das mit der Rufnummernmitnahme ist nun auf dem Weg. Ach was?!
Am nächsten Tag ging ich dann noch einmal in den Chat, damit diese Mitnahmesache eingestampft wird. Das ging im Chat aber nicht, da müsste ich die Hotline anrufen und mich mit der entsprechenden Abteilung verbinden lassen. Telefon-Hotline? Ganz sicher nicht...
Nun warten wir mal einfach ab, ob wir irgendwann noch die alte Rufnummer zurück bekommen oder nicht. Ist uns inzwischen vollkommen egal.

Ansonsten hat aber alles gut geklappt. ;-)

Mittwoch, 19. September 2018

Kreta - 04/2018

Motorradurlaub auf Kreta.
Die Vorgeschichte zu dieser Reise hatte ich in diesem Beitrag beschrieben.
Nun sollte es endlich losgehen.

Sämtliche Fotos der Reise sind mit einem Klick auf die Kollage zu sehen.


Montag, der 09.04.

Sehr früh ging es für uns alle los. Start unserer Maschine war für 05:20 Uhr terminiert. Also legte ich mich am Vorabend zeitig ins bett, um gegen halb 2 Uhr wieder aufzustehen. Da vorher alles gepackt war konnte ich direkt nach der Katzenwäsche los.
Wie zu erwarten war, gab es um die Zeit auf der A2 nicht viel Verkehr und ich kam planmäßig bei meinem vorher gebuchten Parkplatz in H-Langenhagen an. Der Shuttle-Service brachte mich dann zum Flughafen Hannover, in dessen überschaubarer Abflughalle schon einiges los war. Drei Maschinen sollten um kurz nach 5 Uhr starten, also tummelten sich so rund 500 Menschen im Gebäude. Zur Gepäckaufgabe stellte ich mich an den Condor-Schalter und nach wenigen Minuten Wartezeit traf auch Wolfi ein.
Wir gingen zusammen durch die Sicherheitsschleuse und im Gespräch vertieft dann zum Gate. Wir wunderten uns noch, dass es vorher noch eine Passkontrolle inkl. längerer Warteschlange gab, aber nun gut. Nachdem wir endlich durch waren, bemerkten wir erst, dass wir am falschen Gate waren. Die beiden hier waren für Flüge in die Türkei, deshalb wohl die Kontrolle. Also direkt wieder raus, was in der Schlange für gewisse Erheiterung sorgte.
Am richtigen Gate folgte dann pünktlich das Boarding und schon konnte es los gehen. Ich nutze meinen Fensterplatz, wie immer, für einige Fotos während des Fluges, u.a. auf schneebedeckte Berge im Balkan und das Athener Stadtgebiet.


Nach der Landung in Iraklio ging es per Bus zum Terminal und dann zu den Gepäckbändern. Während wir warteten wurde am Nachbarband schon der Flieger aus Stuttgart angeschlagen, Csibi sollte also auch gelandet sein.
Kurz darauf kam er dann auch in die Halle und es folgte eine herzliche Begrüßung.
Andere Wartende schauten teilweise etwas verwirrt, schienen wir uns ja eher zufällig hier getroffen zu haben und nicht geplant.
Nachdem wir alle unser Gepäck hatten, ging es raus Richtung Parkplätze. Irgendwo hier sollten unsere Motorräder (allesamt Yamaha XT 660R) auf uns warten. Nach einigen Minuten umherschauen fanden wir sie dann auch. Auch wenn eine BMW F650 neben zwei Yamahas zunächst für etwas Verwirrung sorgte. Schon kam auch Yannis, unser Vermieter von Eurodriver, an und mit ihm einer seiner Söhne, der die fehlende XT mitbrachte.
Schnell wurde der Papierkram erledigt und wir konnten los. Eine XT hatte entgegen der Beschreibung kein TopCase, was Csibi aber nicht störte, er schnallte seine Gepäckrolle direkt hinten auf die Sitzbank. Meine fand vor dem Case einen Platz und innen landete mein kleiner Rucksack. Wolfi hatte eh nur Handgepäck dabei.
Unsere Helme passte alle, aber die anderen beiden wollten dann doch auch lieber einen Jethelm haben als die gelieferten Integralhelme. Wäre kein Problem, wir wollten eh Richtung Osten und sollten einfach beim Laden vorbei fahren und die Helme tauschen.
Zunächst führte uns aber der Weg zur nächsten Tankstelle und von dort übernahm Wolfi die Führung, schließlich kannte er sich ja hier recht gut aus.
Also direkt zum Laden von Eurodriver um die Hüte zu wechseln, schnell wurden die beiden auch fündig. Nebenbei hatte ich bei der Fahrt einen nahezu unlesbaren Tacho bemerkt, das LCD-Display zeigte quasi durchgängig alle Elemente an, eine Kontrasteinstellung fand ich auf die Schnelle nicht. Eine identische XT hatten sie nun aber nicht mehr da und noch auf den Chef warten wollte ich nun auch nicht. So wichtig war ein Tacho nun auch nicht und im Zweifel hatten die Anderen ja ein lesbares Modell.
Nach kurzer Absprache sollte es dann weiter gehen. Unser Tagesziel sollte in Agios Nikolaos sein. Da wir noch in der Vorsaison auf dieser tollen Insel sind, gibt es wahrscheinlich abseits der größeren Touristenzentren noch viele geschlossene Hotels. Vorher wollten wir aber noch einen kleinen Geländeabstecher machen und eine Stopp in Plaka, nördlich vom Zielort, einlegen.
Als wir die befestigte Straße verließen war es erst leichter Schotter, der aber zunehmend gröber wurde. Irgendwann war der Weg durch einen Zaun (eigentlich eine Bewehrungsmatte für Betonierung) versperrt. Kurz überlegten wir, ob wir nun umdrehen sollten, entschieden uns aber dagegen. Zaun auf, alle hindurch, Zaun wieder zu.

 
 

Das funktionierte prima und so langsam näherten wir uns langsam wieder der Küste. Inzwischen hatten wir uns auch an die Maschinen gewöhnt und mit den etwas groberen Reifen klappte es auch mit der Traktion auf dem Geläuf. Unser Fahrtempo nahm schnell zu und so wurden auch schnell mal rund 70 km/h erreicht.
Als wir runter nach Plaka kamen stellten wir die Moppeds unter schattige Bäume auf einen Parkplatz direkt am groben Kiesstrand ab. Sofort wären wir am liebsten direkt ins Meer gesprungen, es war nämlich schon ganz gut warm. Vor allem, wenn der Fahrtwind fehlte.
Es blieb dann aber doch bei ein paar Fotos.


Wir gingen dann rüber ins nahe Restaurant und stärkten uns erst einmal ein bisschen, dazu gab es ein herrlich kühles Bierchen.


Bevor wir uns wieder auf den Weg machten, ging ich noch einmal rasch zum Strand um eine Panoramaaufnahme zu machen.


Nun ging es dann langsam weiter Richtung Zielort. Beim letzten Stopp hatten wir uns schon einmal grob in Sachen Hotels schlau gemacht und so landeten wir recht schnell im Hotel Creta.
Die Maschinen konnten wir direkt vor die Tür stellen, nachdem eine Angestellte ihren Wagen extra für uns woanders hin stellte. Sehr nett.
Nachdem wir unser Appartement bezogen hatten zogen wir uns rasch um und machten uns direkt auf den Weg runter Richtung kleinem Ortsstrand, dort hatten wir beim Vorbeifahren schon eine Bar entdeckt. Gleich mal ein paar große, kühle Bierchen bestellt! Dazu bekamen wir auch gleich noch einige kleine Snacks. Im Schatten bei leichtem Wind ließ es sich hier bestens aushalten.


Danach ging es dann weiter auf eine kleine Ortsrunde, wir wollten uns mal etwas umschauen. An der Marina gab es ein "Binnenbecken" um das Hotels und Restaurants herum standen, aber zunächst sprach uns keins davon so richtig an.


Also ging es erst einmal weiter am Hafen entlang, hier machten wir dann in einer weiteren Bar einen Stopp. Hier war wohl der beste Platz zum Bier trinken, sitzen und schauen. Direkt an der Bar vorbei war die örtliche Flaniermeile, so verpasst der neugierige Tourist auch nichts.


Nachdem wir irgendwann lange genug hier gesessen hatten, machten wir uns wieder auf den Weg. Am Hafenende gab es dann noch etwas örtliche Kunst zu bewundern.


Inzwischen dämmerte es langsam und am Ende unserer Runde kamen wir wieder am Ausgangspunkt an. Hier fanden wir nun doch noch unser Restaurant, direkt gegenüber der ersten Bar des frühen Abends. Hier fanden wir leckeres Essen und wieder schönes, kühles Bier. Da wir alle eine kurze letzte Nacht hatten, ging es bald schon zurück zum Hotel und ab ins Bettchen.

Die gefahrene Strecke samt Höhenprofil:
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Dienstag, der 10.04.

Die aufgegangene Sonne weckte uns am nächsten Morgen. Nach der Morgentoilette ging es dann runter zum Frühstück. Extra gebucht hatten wir das nicht, es war bereits im preis enthalten und war auch durchaus gut. Überschaubares, kleines Buffet - aber alles, was man so braucht.


Danach packten wir unseren Kram zusammen, beluden unsere Maschinen und machten uns auf den Weg. An diesem Tag wollten wir die Ostküste erreichen, hier hatte Wolfi zudem einen Stopp an dem wunderbaren Palmenstrand von Vai angedacht. Sehr weit kam unsere Fahrgemeinschaft aber nicht, nachdem Wolfi geradeaus in eine (entgegengesetzte) Einbahnstraße fuhr. Csibi und ich folgten dann der Hauptstraße um den Ort herum, in der Hoffnung, am Ortsausgang unseren Vorfahrer wieder zu finden. Da stand aber niemand. Also erst einmal per WhatsApp die Info, dass wir auf ihn warten. Nach einigen Minuten ohne Reaktion schickte ich die Nachricht, dass wir zum nächsten Ort Richtung Hauptstraße fahren.
Dort angekommen gab es immer noch keine Reaktion per Nachricht und von Wolfi war auch keine Spur. Also wollten wir weiter zur Hauptstraße in den Inselosten, um dort im ersten Ort an einer Tankstelle auf ihn zu warten. Gerade, als wir an der Kreuzung standen, kam er dann (schon auf der Hauptstraße 90 unterwegs) an uns vorbei. Alles klar, wir hatten uns wieder!
Wie geplant machten wir dann unseren Tankstopp und fuhren dann zusammen weiter.
Hinter Pachia Ammos entfernte sich die Straße nun etwas von der Küste, um langsam aber stetig die Berge hoch zu steigen. Weiter oben näherten wir uns wieder dem Meer, so dass die Küstenlinie steil abfiel. An der perfekten Stelle (gegenüber der kleinen Insel Psira) trafen wir auf eine kleine Bar mit überdachter Terrasse mit grandiosem Ausblick!


Da war ein Stopp ja quasi Pflicht, dazu gönnten wir uns noch einen ordentlichen Kaffee.
Nachdem wir uns satt gesehen hatten, machten wir uns wieder auf den Weg. Dieser führte recht schnell wieder landeinwärts und die folgenden Kilometer schlängelte sich die Straße kurvenreich durch das gebirgige Gelände. Herrliche Fahrstrecke! Kurz bevor wir und wieder der Küste näherten, trafen wir einige Male auf eine neue Ausbaustrecke, die offensichtlich als Fernverkehr-Ersatz für den Kurvengenuss gedacht ist. Wir durchfuhren Sitia und machten kurz darauf eine weitere kleine Pause, direkt im Schatten am Strand.


Nachdem es weiter ging, zweigte rund 10km später dann die kleine Nebenstraße ab, die uns Richtung Vai brachte. Dort angekommen mussten wir schnell eingestehen, dass Wolfi nicht übertrieben hatte! Ein traumhafter Strand mit wunderschönen Palmen, dazu von Felsen flankiert mit glasklarem Wasser (ok, das ist hier eh üblich). Wow...


Natürlich durften hier ein paar 360°-Fotos nicht fehlen:




Nun aber schnell an der etwas höher gelegenen Strandbar erfrischen (nun war es auch Zeit für ein Bierchen), deren Größe lässt zudem erahnen, was hier zur Hauptsaison los sein dürfte. Da wird es wohl ganz anders aussehen...
Weiter ging unsere Fahrt, von hier wollten wir eigentlich einer Straße recht direkt Richtung Süden folgen, aber irgendwie verpasste ich die richtige Abfahrt. So fuhren wir die ganze (schöne) Strecke zurück bis zu unserem Abzweig. Naja, egal. Ab hier ging es dann aber wieder in die korrekte Richtung weiter. Als wir uns aus dem Inland langsam wieder dem Meer näherten, fuhren wir an einer schönen Schlucht entlang, einen geeigneten Platz (wegen Blasenentleerung) für eine Pause fanden wir aber erst an dessen Ende.


Danach ging es ein Stückchen runter zum Meer, um einige Kilometer später in einem wirren Kurvengeflecht wieder hoch in die Berge zu kommen. Wieder ein tolles Stück Strecke!
Mitten im Berg-Hinterland kamen wir dann nach Ziros, dort gab es eine Tankstelle.
Etwas abseits der Haupt-Touristenstraßen ist Bedienung noch obligatorisch, so wurden wir von einer netten, alten Tank-Oma bedient.


Weiter führte uns der Weg dann zur Südküste bei Analipsi, der wir dann bis zu unserem Tagesziel, der Stadt Ierapetra folgten. Dort stiegen wir, nachdem wir die Innenstadt einmal umrundet hatten, um dann mal bei Booking nach den Örtlichen Unterkunftsmöglichkeiten zu schauen, im Hotel Astron ab.
Beim Einchecken wurden wir in akzentfreien deutsch begrüßt, allerdings mit einem gewissen Pott-Einschlag. Die junge Dame wuchs in Dortmund auf, wie die Nachfrage ergab.
Wir bezogen unser Zimmer und machten uns nach einem flotten Umziehen wieder auf den Weg Richtung Strandpromenade. Dort gab es erst einmal ein großes, kühles Erfrischungsgetränk. Dabei pflegte Csibi unsere Reisekarte weiter. Danach wanderten wir weiter und kamen schließlich an einer der örtlichen Sehenswürdigkeiten vorbei. Für die Trekkies unter uns: Ich habe das Fort des Kahless (inkl. kleinem Schreibfehler) gefunden!


Danach schauten wir uns in Sachen Restaurants um. Die meisten Lokalitäten hier hatten allerdings noch geschlossen, aber natürlich wurden wir trotzdem fündig.
Nach dem Essen ging es dann in die "zweite Reihe" vom Meer aus betrachtet, erst ein kleiner Platz und im Anschluss die Fußgängerzone, die in weiten Teilen aus Kneipen, Bars und Restaurants bestand. Wir hatten wohl vorher in der falschen Ecke geschaut.


Egal, wir fanden eine nette Örtlichkeit und ließen hier den Abend bei noch einigen Bieren langsam ausklingen. Danach gingen wir dann langsam zurück Richtung Hotel.

Die Tagestour und das Streckenprofil:
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Mittwoch, der 11.04.

Nach dem Ausschlafen (nur recht bedingt, Wolfi leidet ja gerne unter seniler Bettflucht und macht dann irgendwie auch alle anderen wach) und der Morgentoilette gingen wir runter zum Frühstück. Holla, das war aber eine andere Auswahl!
OK, ein großes 4* Haus toppt da das kleine Ortshotel doch schon etwas. Danach packten wir dann zusammen, checkten aus und machten uns wieder auf den Weg. der sollte uns zunächst etwas wirr um die Stadt herum führen, um dann gen Nordwesten landeinwärts zu bringen. Sofort wurden die Straßen wieder kurviger und das Gelände bergiger. Herrliche verwundene Straßen führten uns langsam weiter Richtung Westen.


In Keratokampos kamen wir dann wieder zur Küste, hier wollte Wolfi an einem schönen Café direkt am Meer ein weiteres Heißgetränk zu sich nehmen. Leider war auch der Laden (wie fast alles hier im Ort) noch geschlossen. Nun ja, nach einer kurzen Pause ohne Gastronomie fuhren wir dann an der Küste weiter, bis die Straße schließlich in Tsoutsouros wieder in Serpentinen in die Berge kletterte.


Ein Stückchen hinter dieser asphaltierten "Hauptstraße" zweigte allerdings auch wieder ein Schotterweg in die Berge ab. Es wurde Zeit für unsere tägliche Offroad-Dosis!


Kurz vor Mesochori kamen wir dann wieder auf die befestigte Straße und kurz darauf im Ort fanden wir auch eine Tankstelle. Ganz generell hat die Benzinversorgung gut funktioniert!
An der Zapfsäule angekommen kam wie üblich dann die Bedienung raus, dieses Mal hatten wir dann das ziemliche Gegenteil zur Tank-Oma neulich. ;-)


Von hier an folgte eine Ebene, die fahrerisch entsprechend öde war, zudem bogen wir auch einmal falsch ab und fuhren eine weitere unnötige Schleife. Im Dörfchen Mires wollte uns Wolfi dann noch unbedingt einen Motorradhändler zeigen, der eine Reihe alter Maschinen auf seinem Flachdach stehe hatte. Danach ging es weiter nach Matala, ein ziemlich bekannter Ort auf Kreta.


Nach der griechischen Mythologie war Matala der Ort, an dem Zeus in Stiergestalt mit der von ihm entführten phönizischen Prinzessin Europa an Land ging. In der Jungsteinzeit wurden in dem weichen Gestein der Bucht zahlreiche Wohnhöhlen gegraben, die dann schließlich in den 1960er Jahren diverse Hippies aus den USA hierher zogen, die der Einberufung zum Vietnamkrieg entgehen wollten und eben teilweise in den Höhlen wohnten.

Bild der ganzen Bucht:

Wir stellten die Moppeds am Ortsrand ab und gingen dann mal rein. Die Hippies haben ihre Spuren und älteren Anhänger hinterlassen, es gibt ziemlich viele Trödelläden mit allerlei Tand.
Wir suchten stattdessen eher eine schöne Restauration und fanden dieses auch recht schnell.


Nach dieser Pause machten wir uns dann wieder auf den Weg Richtung Tagesziel, welches wir und für Agia Galini gesetzt hatten. Ein Ort mit kleiner Bucht, in weiten Teilen an den Hang gebaut. Hier fuhren wir einmal ganz durch bis runter zum Hafen, online schauten wir uns dann nach Hotels um (so wegen Preis und Bewertung, ohne zu buchen) und konnten unsere Wahl schon anhand eines Schildes von unten sehen. Das wirkliche erreichen des Quartiers durch die kleinen, verwinkelten und sehr steilen Gassen war dann gar nicht so einfach! Aber schließlich konnten wir im Hotel Akteon Rooms einchecken. Familienzimmer gab es hier nicht, so wählte Wolfi dann ein Einzelzimmer für sich.
Das ganze Haus besteht aus 4 Etagen, die aber am Hang gelegen sind und so diverse Ecken und Treppen mit sich bringen. Irgendwann hatten wir den besten Weg herein und hinaus gefunden.


Also nun ab in den Ort, es war Zeit für ein weiteres Erfrischungsgetränk! Eine passende Bar war schnell gefunden und geschmeckt haben die Bierchen auch.
Danach wollten wir uns das Örtchen etwas ansehen, wir schlenderten durch die Gassen und die zahlreichen Treppen rauf und runter. Natürlich ist auch hier alles auf den Tourismus ausgelegt, mit vielen Restaurants, Bars, Souvenir- und auch Handwerksläden.


Zum Abschluss schlenderten wir noch einmal zum Hafen runter um ein paar Fotos zu machen. Schließlich stand die Wahl des Restaurants an und wir entschieden und für die Dachterrasse des Pantheon. Csibi und Wolfi wollten Fisch essen, da war ich dann natürlich direkt wieder raus. Ich entschied mich für einen schönen griechischen Salat (esse ich dort eigentlich täglich) und danach eine Moussaka. Der Kellner brachte für meine Mitfahrer abseits der Karte ein paar frische Fische an den Tisch, die könnten zubereitet werden. So war die Essenswahl getroffen.


Nach dem leckeren Essen gab es dann wie hier üblich Raki auf den Tisch. Csibi und ich sind nicht die Fans davon, mögen lieber Ouzo. Wurde uns auch per Nachfrage gebracht.

Wolfi trank auch Raki, war einem Ouzo aber auch nicht abgeneigt. Danach wurde dann aber, zu unserem Entsetzen, doch die klein Raki-Flasche erneut aufgefüllt. Ich hielt mich dann aber doch fern davon...
Nun war für uns erst mal ein Verdauungsspaziergang angesagt, dabei kamen wir an einem kleinen Supermarkt vorbei, bei dem wir uns dann noch ein Abschlussbierchen mitnahmen.
Das genossen wir dann kurz vor dem zu Bett gehen noch auf unserer Dachterrasse mit schöner Aussicht über den abendlichen Hafen und der kleinen, gegenüberliegenden Festung auf dem Berg.

Die Tagesetappe und das Streckenprofil:
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Donnerstag, der 12.04.

Der Morgen begann mit einem schönen Frühstück auf unsere Dachterrasse. Die Auswahl war wie bei so kleinen Hotels üblich, recht überschaubar. Dafür war alles aber auch sehr lecker.
Danach packten wir unsere Sachen zusammen und beluden die Motorräder.
Da der Küstenstreifen hier an der Südküste recht steil verläuft, ging es natürlich direkt etwas landeinwärts in die Berge.


Schon bald konnten wir in der Ferne das hohe Zentralgebirge samt der noch teilweise schneebedeckten Bergspitzen sehen. So langsam schwenkten wir wieder Richtung Küste und passierten dabei die Kourtaliotiko-Schlucht.


Danach war es nicht mehr weit und wir kamen wieder zur Küste. Dieser folgten wir eine Weile, bis wir nach Plakias kamen, einem weiteren Tourismusort an der Südküste. Hier war es nun langsam wieder Zeit für eine Pause. Wir fanden auch direkt am Strand eine nette Bar mit Schattenplätzen unter einem Baum.


Nach der Erfrischung machten wir uns wieder auf den Weg. Erst ging es noch ein Stückchen weiter die Küste entlang, dann führte die Straße aber wieder in vielen Kurven hoch in die Berge.


Es ging immer im Wechsel einmal höher die Berge rauf, dann weder etwas runter Richtung Küste, um dann erneut an Höhe zu gewinnen, ein ständiges, kurviges Auf und Ab.
Natürlich durfte bei dieser Strecke auch ein Stopp samt Rundumfoto nicht fehlen!


Schließlich sollte der weitere Weg gen Westen entlang der Südküste (bis auf ein Stück Sackgasse) durch hohe Berge versperrt sein, so dass und der Weg Richtung Norden führte. Die Idee, die ganze Insel von Ost bis West zu befahren, hatten wir inzwischen schon aufgegeben, das sollten wir in unserem Zeitfenster nicht mehr schaffen.


Daher ging es den Rest des Tages grob gesagt immer weiter nach Nordosten, unser Tagesziel war die große Hafenstadt Rethymno sein. Bevor wir dort ankamen, machten wir noch an der "Grünen Oase" eine Pause, mitten in den Bergen ein einem kleinen Flüsschen samt Teich. Hier sammelten sich dann auch gleich einige Restaurants und (jetzt sogar schon!) ein Reisebus. Wir nahmen also in einer kleineren Restauration am Rande platz, neben dem kleinen Bierchen gönnte ich mir auch noch einen Salat.


Nach der Pause hatte Wolfi allerdings dann keine richtige Lust mehr auf unnötige "Umwege" (also kleine und kurvige Straßen durch die Berge), er wollte ankommen und das auf möglichst direktem Weg. Während Csibi und ich also abbogen, um noch diverse kurvige Straßen unter die Räder zu nehmen, fuhr unser Mitstreiter dann direkten Weg zur Nordküste und dann über die Hauptstraße nach Rethymno. Wir hingegen nahmen die angepeilte kurvige Route und kamen über diesen Weg schließlich zum Zielort.
Konkret irgendwo verabredet hatten wir uns nicht, also folgten wir erst mal der Beschilderung zum Zentrum und schließlich dann zur Festung. Also wir diese fast umrundet hatten und ich gerade einen Parkplatz anpeilen wollte, sah ich Wolfi Motorrad am Straßenrand. Er hatte eine nette Bar direkt an der Straße gefunden. Sehr fein.
Direkt gegenüber war auch ein Hotel, also einfach mal direkt nachfragen. War allerdings ausgebucht. So schauten wir online und fanden schließlich auch ein größeres 4* Haus mit prima Bewertungen und guten Preis etwa 700m vom Zentrum.
Also kreuz und quer dank Smartphone-Navi durch die Stadt mit ihren zahlreichen Einbahnstraßen. Dort angekommen war Wolfi aber nicht wirklich zufrieden, es war ihm zu weit außerhalb. Er würde gerne noch einmal in der Stadt schauen. So fuhren wir dann die nächsten 30min durch dieses Einbahnstraßen-Gewirr auf Hotelsuche, schließlich hielt er an einem 5* Haus direkt an der Strandstraße, welches etwa das 3-fache kostete und zudem nur 200m von dem ersten Haus entfernt war.
Ich war schon etwas angenervt, auch wegen des Stadtverkehrs in der Wärme. Im Endeffekt landeten wir dann wieder beim ersten Haus, dem BIO Suites Hotel...
Also einchecken, ab auf's Zimmer, umziehen und los in die Altstadt.


Auf den ersten Blick wirklich schön! Viele Bars (klar, auch ein Touristenort), nette Gassen und auch hin und wieder wirklich alte Mauern. Mitten in der Altstadt, am kleinen Vorplatz der Church of Our Lady of the Angels fanden wir mit dem O Psaras das richtige Restaurant.
Erst nervte der Lärm von einem großen Tisch am anderen Ende (große griechische Familiengruppe mit singendem Großvater), aber die waren dann doch recht schnell wieder weg.


Nach dem leckeren Essen schlenderten wir noch etwas durch die Gassen der Stadt, gönnten uns noch ein Eis zum Nachtisch und gingen dann Richtung Strand. Passend gab es direkt dort angekommen an der Straße einen Kiosk, an dem wir uns dann noch ein Beach-Bier holen konnten.


Nachdem wir hier noch einmal beim Absacker etwas entspannt hatten, machten wir uns auf die letzten Meter zurück zum Hotel. Fast wären wir dabei noch in einer weiteren Bar eingekehrt.

Die gefahrene Strecke (gut 165km) und das Höhenprofil:
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Freitag, der 13.04.

Schon war für Csibi der letzte Tag auf der Insel gekommen, er  musste wegen eines Termins einen Tag früher heim, was zum Glück von den verfügbaren Flügen kein Problem darstellte. Da die Abflugzeit erst nach 21 Uhr abends lag, hatten wir noch einen ganzen Tag vor uns. Das Tagesziel sollte entsprechend in der groben Nähe des Airports von Iraklio sein.
Nach dem Aufstehen und der Morgentoilette war dann erst mal Frühstücksbuffet angesagt. Hier im 4* Haus bekamen wir natürlich ganz anders aufgefahren also bisher. Nun gab es eher das Problem, was man alles essen will und was man weglassen soll. War klasse!
Danach packten wir unsere Sachen zusammen, checkten aus und machten uns auf den Weg. Wolfi wollte nach Stalida, also den Ort, in dem auch unser Motorroadverleiher ist. Dort kannte er ein nettes Hotel. Zunächst sollte uns der Weg etwas östlich durch die Stadt führen, um dann schnell wieder in die Berge zu kommen. Einmal verfransten wir uns aber im Vorort Kastellakia, nach einer Schleife kamen wir wieder zurück zur Hauptstraße. Ein Stückchen weiter fanden wir dann den richtigen Weg ins Hinterland, praktischer weise auch gleich mit einer Tankstelle an der Straße, so war unser Spritfass wieder gefüllt.


Sofort wurde es wieder herrlich kurvig und wir schraubten uns kontinuierlich in die Höhe. Wir passierten bald den Amari-Stausee und nicht allzu viel später kamen wir am ersten Tagesziel, dem Kloster Arkadi, an. Das ehemalige Kloster ist sehr geschichtsträchtig, spielte es doch eine entscheidende Rolle im kretischen Kampf um die Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich.


Nach unserer ausgiebigen Besichtigung machten wir noch eine Pause in einem Restaurant auf der anderen Seite des großen Parkplatzes mit schönem Blick in eine Schlucht.


Von dort ging es dann weiter über kurvenreiche, kleine Straßen im bergigen Landesinneren, hier trafen wir dann auf weite Teile mit ziemlich glattem Asphalt. Viele Stellen, gerade auch in Kurven, waren ziemlich rutschig. Dummerweise war das kaum zu erkennen, eine wirklich regel haben wir nicht ausmachen können. Generell schien uns, je heller der Asphalt, desto eher glatt.
Das konnten wir teilweise prima mit einem etwas zu weit geöffneten Gashahn am Kurvenausgang testen, regelmäßig kamen es da zu (gut kontrollierbaren) kleinen Drifts,
Naja, schließlich näherten wir uns Iraklio. Die Stadt umfuhren wir dann auf der autobahnähnlichen Schnellstraße, der wir dann auch weiter bis Limenas folgten. Dort fuhren wir Richtung Küste ab und fuhren weiter bis Stalida. recht zielsicher steuerte Wolfi das angepeilte Hotel an. Eine schöne kleine Anlage mit Pool und einer Bar unten im Haus.
Leider war aktuell nichts frei, gerade waren Gäste abgereist, die Zimmer aber noch nicht fertig.
Naja, dachten wir uns, wenn die betten frisch sind und sonst alles OK, reicht für uns ja die kleine Reinigung. Also mal ansehen...
Meine Güte, was für Schlachtfelder! Da haben aber welche gehaust, wirklich unter aller Sau.
Das hieß im Klartext, erst gegen Abend sind die Zimmer fertig. Das passte uns nicht, wollten wir doch schließlich noch an den Strand. Also fuhren wir weiter durch den Ort.
Ein Stückchen weiter wurden wir dann am Sergiani Garden fündig. Ein sehr schönes Haus, auch mit Pool hinten im Garten, dazu eine Bar und nettes Restaurant unten im Haus. Hier blieben wir!


Zunächst mal ein schönes Ankommbier, dann bezogen Wolfi und ich unser Zimmer und danach gingen wir dann runter zum Strand. Mein Sprung ins Meer stand ja immer noch an, kam ich doch vorher irgendwie nicht dazu. Danach stand das Abendessen an und schließlich verabschiedete sich Csibi Richtung Airport. Wolfi und ich hatten noch einen gemütlichen Abend auf der Terrasse bei einige Kaltgetränken.


Die Tagestour und das Streckenprofil:
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Samstag, der 14.04.

Nun war auch unser letzten Tag gekommen. Wir wollten noch eine kleine Runde drehen, erst eine Schlenker nach Osten zu einer kleinen Höhle und dann noch die Lasithi-Hochebene besuchen. Also unten auf der Terrasse frühstücken, danach unseren Kram zusammen packen, auschecken und los ging es. Wir fuhren gen Osten, immer in Sichtweite zur Küste und schließlich wieder in die Berge. An einer kleinen Kapelle, die unweit der Straße auf einem kleinen Hügel lag.
Zeit für ein Panoramafoto.


Während wir die Kapelle ansahen und den Ausblick genossen, fand Wolfi eine alte Holzleiter hinter einer der Mauern. Direkt stellte er die an das Gebäude und kletterte auf das Dach. ich weiß nicht warum... vielleicht einfach, weil er es konnte.
Nach dieser Besteigung kam die Leiter wieder zurück an den alten Platz und wir machten uns wieder auf den Weg. Ich war ganz froh, irgendwie erwartete ich schon in Kürze Proteste wegen dieser Aktion, schließlich war das in ganzen Umkreis gut zu sehen.


Weiter führte uns der Weg zur Milatos Cave, einer sehr flachen, kleinen Höhle, die sich nach einem Rechtsbogen im hinteren Teil weit über dem Abgrund wieder öffnet. Hier wurde irgendwann eine kleine Kapelle eingebaut. Von der Straße war es ein etwa 300m langer Fußweg hierher.


Von hier an ging es wieder direkt landeinwärts, wir kreuzten die Hauptstraße die wir einige Tage vorher schon Richtung Osten genommen hatten und kamen nach Neapoli. Hier am zentralen Platz machten wir eine kleine Erfrischungspause. Inzwischen war es nämlich schon ganz schön warm geworden. Dann ging es weiter über kurvige Bergstraßen Richtung Lasithi-Hochebene.
Direkt am höher gelegenen Rand gab es eine schöne Bar, hier stoppten wir erneut.
Es war wieder Zeit für eine 360° Aufnahme!


Wolfi gönnte sich einige Oliven, wir tranken frisch gepressten Orangensaft und genossen die tolle Aussicht! Während wir saßen, kam der Besitzer der bar zu uns, um ein Fotoalbum zu zeigen. Während wir hier im Schatten saßen um nicht zu schwitzen, schauten wir uns Bilder an, auf dem die ganze Gegend tief eingeschneit war. Mit Schneefräsen und weißen Bergen.


Wie sich die Jahreszeiten unterscheiden. Wenngleich solche Schneemassen hier (abgesehen von den hohen Bergen) ja doch ziemlich ungewöhnlich sind.
Nach der Pause ging es vom Rand runter in die Ebene, hier befindet sich das landwirtschaftliche Herz der Insel mit den besten Anbaumöglichkeiten. Auf der Südseite ging es dann hoch zur Höhle von Psychro. Die hatte ich im Vorfeld der Reise schon markiert. Also Zeit für eine Besichtigung! Wolfi war schon drin und wollte lieber unten am Parkplatz in der Bar warten.
Ich machte mich also auf den steilen Fußweg hoch zum Eingang. Meine Güte, was für eine Eselei! Der steinige Weg war sehr uneben, man musste also auf jeden Schritt achten und zudem derbe Steil. Ich (und alle anderen Besucher übrigens auch) machte unterwegs erst mal eine Pause im Schatten. Zudem hätte ich nun lieber eine dünne Shorts als die (protektorenbestückte) Motorradjeans getragen. Ziemlich durchgeschwitzt kam ich schließlich oben am Eingang an. Immerhin hatte man von hier noch einen tollen Ausblick über die Hochebene.


Zu meinem Entsetzten geht diese Höhle nicht etwa grob horizontal in den Berg, sondern steil nach unten! Ich stand vor einer langen Treppe, die weit nach unten führte, bis man sie nicht mehr sehen konnte. Nach der ganzen Anstrengung des Aufstiegs, ging es nun also über unzählige Stufen wieder runter. Was natürlich bedeutet, man muss die ganzen Stufen auch wieder hoch.


In der Höhle selber waren die Strapazen natürlich schnell vergessen. Es war einfach wunderschön hier unten, zudem auch sehr kühl, so konnte ich mich etwas "entschwitzen". Zudem musste ich ja auch "nur" noch die Stufen wieder hoch, danach sollte der nächste Abstieg folgen.
Als ich los wollte, sah ich dann auch noch einen weiteren Weg, dieser ist sauber befestigt und führt in weiten Bögen zurück zum Parkplatz. Vom Weg her sicher drei mal so lang, aber deutlich leichter zu gehen. Hätte ich den nur von unten gesehen.
Unten in der Bar traf ich wieder auf Wolfi, der mir jetzt erzählte, dass er sich noch gut an den steilen Aufstieg erinnern könne. Na, herzlichen Dank für die Info! Ich gönnte mir nun auch noch ein Erfrischungsgetränk, bevor wir uns wieder auf den Weg machten.


In der Höhle hatte ich an der Kamera einen Farbfilter aktiviert, da die Beleuchtung dort unten (warum auch immer) sehr grünlich war und die Fotos den optischen Eindruck nicht wirklich wiedergaben. Natürlich war der Filter noch aktiv und hier beim Fotostopp in der gleißenden Sonne konnte ich das nicht erkennne. Nunja.
Unser letzten Tagesziel sollte der Marktplatz von Mochos sein. Hier wollte Wolfi schon den ganzen Urlaub einmal zu Abend essen. Der schöne Platz ist rundherum von Restaurants und Bars gesäumt und es ist hier am späten Nachmittag im Schatten einfach nur schön. (s. Panoramabild).


Wir suchten uns eins der Restaurants aus und nahmen Platz. Nun erst mal endlich ein kühles Bier! Zum Fast-Tourabschluss gab es dann noch den Fotoservice vom Kellner.


Wir stöberten in der Speisekarte und wurden natürlich beide wieder fündig. Wie ließen uns unser letzten Abendessen auf dieser tollen Insel schmecken und machten uns danach langsam wieder auf den Weg. Kurz nach Mochos öffnete sich dann ein toller Ausblick von oben auf die Küste.


Wir fuhren in zahlreichen Kurven runter vom Berg und kamen schließlich wieder zur Hauptstraße, auf die wir dann auch direkt Richtung Iraklio auffuhren. Am Flughafen angekommen stellten wir die Maschinen wie am ersten Tag abgesprochen auf einem Parkplatz hinter einer Schranke ab und gaben den Schlüssel beim Mitarbeiter im kleinen Schrankenhäuschen ab. Der Tacho meiner XT hat hier auf der Insel 981km gezählt.


Es war kurz nach 19 Uhr und unser Flug war auf 21:15 Uhr terminiert. Also waren wir bestens im Zeitplan! Danach folgten die üblichen Dinge: Einchecken, Gepäck abgeben, Sicherheitskontrolle, am Gate warten und dann irgendwann ab in den Flieger.


Alle weitere verlief ohne irgendwelche Störungen, etwa eine Viertelstunde vor Mitternacht landeten wir wieder in Hannover, dann Gepäck abholen, Verabschiedung und ab mit dem Shuttle-Service zum Parkplatz und schließlich noch die knappe Stunde heim. Ziemlich schlapp fiel ich dann kurz vor 2 Uhr ins heimische Bett.

Die gefahrene Strecke und das Streckenprofil:
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Was bleibt?
Es war ein toller Urlaub! Mit den richtigen Leuten hatte ich vorher da eigentlich auch keine Sorge. Und Kreta ist wirklich großartig zum Motorrad fahren! Gerade auch, wenn es abseits der festen Straßen geht. So gut hatte ich es vorher nicht erwartet.
Auch unterschätzt man die Größe der Insel, bzw. die Strecken bei den sehr kurvigen Straßen in den Bergen. Anfangs wollten wir die ganze Insel abfahren, dass haben wir im Endeffekt gar nicht geschafft! Klar, wenn man jeden Tag 300km abreißt, bekommt man es sicher hin. 
Aber wir wollten ja einen schönen Mix aus Fahren und gewisser Weise auch Erholung. 
Das haben wir recht gut hinbekommen.

Hier noch eine Gesamtübersicht zur Reise (anklicken für nähere Infos):

Die 660er XT war eine prima Maschine für die Insel. Auf den Straßen kommt man damit recht flott vorwärts und kann auch mal problemlos überholen (daher die Wahl gegen eine 250er Enduro) und trotzdem kann man auch mal etwas gröbere Schotterpisten fahren, ohne gleich das Gefühl eines zu schweren Dickschiffs zu bekommen.
Technisch funktionierten die Yamahas auch bestens (mal von meinem schlecht ablesbaren Tacho abgesehen und der nicht funktionierenden Steckdose), bei Eurodriver empfanden wir uns gut aufgehoben.
Nun haben wir nach der Tour immer noch ein gutes "Stück" Kreta übrig. Wir können uns gut vorstellen, noch einmal herzukommen!

Also bis zum nächsten mal, Kreta!