Montag, 22. April 2013

Neuer Helm

Schon letztes Jahr machte ich mir erste Gedanken zu einem neuen Helm.
An sich war ich mit meinem Marushin RS1 noch ganz zufrieden, allerdings ist er auch langsam in die Jahre gekommen und zudem fehlten mir zuletzt doch einige Ausstattungsmerkmale.
Zunächst wollte ich in erster Linie einen Helm haben, bei dem sich ein Bluetooth-System integrieren lässt. Der Versuch mit den in meinen RS1 verbauten Lautsprechern scheiterte an zu wenig Ohrfreiheit.
Dabei soll es sich aber um einen Integralhelm handeln, einen Klapphelm wollte ich nicht. Dieser sollte zudem eine sportliche Variante sein, weil in der Regel nur diese über einen Doppel-D Verschluss verfügen, auf den ich auch nicht verzichten möchte.
So das ideale Modell hatte ich dann nicht gefunden und zudem waren dann die meisten Jahreskilometer auch gefahren, so verschob ich die Suche. Nach dem Winter kam der neue Helm dann wieder auf meine Agenda.
Als nächstes kam bei den Wünschen dann die integrierte Sonnenblende hinzu.
Ein Ausstattungsmerkmal, welches immer mehr in den Fokus rückte. Irgendwie war ich das Visierwechseln Leid. Die schlechte Mechanik des Marushin leistete dazu ihren Beitrag. Als Alternative mit Sonnenbrille zu fahren finde ich eh unpraktisch. Spätestens seit diversen Fahrten durch kleine, unbeleuchtete Alpentunnel bringt einen so ein Blendschutz schnell an seine praktischen Grenzen. Bei einem dunklen Visier kann man dieses wenigstens schnell öffnen.
Alles wunderbar, nur bedeutet mehr Ausstattung natürlich auch mehr Gewicht und gerade damit tat ich mich doch anfangs etwas schwer (wortwörtlich). Mein bisheriger Marushin-Helm ist nämlich aus Carbon und daher wirklich sehr leicht (rund 1050g) und die nun in Frage kommenden Helme liegen meist um 1500g. Wenn man länger so ein Leichtgewicht trägt, fällt einem erst auf, wie schwer ein "normaler" Helm ist. Ein Umstand, der allerdings während der Fahrt deutlich von der Aerodynamik des Kopfschutzes abhängt.
Jedenfalls hatte ich dann Anfang diesen Jahres diverse Modelle herausgesucht, die meine Anforderungen entsprachen. Davon fiel als erstes die BT-Geschichte heraus, weil ich zu dem damaligen Zeitpunkt nur 2 Modelle alle Punkte anboten und ich mit meiner zuletzt benutzen Methode mit kleinen Ohrhörern (das alte iPhone/iPod Modell) an meinem Jabra BT-Set ganz gut gefiel. So abdichtende Modelle (mit Silikonpropf) vertragen meine Ohren nicht so dauerhaft, deshlab kommen eigentlich nur luftige Modelle in Frage.
Zudem sind die Zeiten bei mir ja nun auch vorbei, an dem ich jedes Wochenende unterwegs bin. Es gibt halt derzeit nur noch gut eine Handvoll ganztäger Touren, dann eine Wochenendtour und die Urlaubsreise und halt die "kleinen" Runden von einer bis 4 oder 5 Stunden.

Also hatte ich, wie erwähnt, eine kleine Liste an möglichen Helmen. Die enthielt von Anfang an den X-Lite 702 und den Shark Speed-R (beide mit Bluetooth-Vorbereitung), dazu diverse Modelle von AGV, Caberg, Scorpion, usw.
Der Shark passte beim ersten Anprobieren schon super und erfüllte alle Kriterien, allerdings hat er sowas wie ein "Rennvisier", also nicht den üblichen Verschluss mit Rasterung, sondern es kennt eigentlich nur "digital" auf oder zu, zudem ist der Verschluss mit einer Art festen Druckknopf ausgestattet, der richtig einrastet. Damit tat ich mich anfangs etwas schwer und mich weiter umschaute.
So testete ich noch andere Modelle, was leider gar nicht so einfach war. In Bielefeld hat Hein Gericke schon vor Jahren die Segel gestrichen und die (sehr kleine) Polo-Filiale (in der ich noch meinen Marushin erworben hatte) machte auch letztes Jahr sehr spontan zu. Zwei Jahre vorher suchten sie noch größere Räumlichkeiten (der Laden war definitiv zu klein, die Auswahl war immer sehr überschaubar), so schnell ändert sich die Lage.
So blieb in erster Linie der große Louis MegaShop, der auch eine ordentlich Auswahl bietet, aber halt nicht alle Hersteller im Sortiment hat. Die weiteren Motorradhändler in der näheren Umgebung boten da auch nur bedingt Abhilfe und so konnte ich nicht mal alle Modelle auf meinem Zettel real ansehen und aufsetzen.

Zudem stellte ich beim Probieren der erreichbaren Helme schnell fest, dass der Shark mit Abstand am besten saß. Beim X-Lite hatte ich doch ein paar Probleme mit meiner Brille, das passte nicht so gut. Somit beschäftigte ich mich (zwangsweise) etwas mehr mit dem Visierverschluss des Shark und beim Lesen von diversen Meinungen/Erfahrungen stellte sich heraus, dass man wie so oft nur einmal wirklich wissen muss, wie der Hase läuft. Das ist bei diesem Visierverschluss nicht anders wie z.B. beim Doppel-D auch: Die einen verfluchen es und die anderen wollen nie wieder was anderes (ich gehöre zu letzterem).
Kurzum: Mal etwas eingelesen, wie es gescheit funktioniert und dann vor Ort (bei Louis und später noch einmal bei LBM) noch einmal mit Handschuhe getestet und siehe da - es geht.
Zudem kann man die Schwergängigkeit der Mechanik auch verstellen, somit blieb auch von dem Problem der "digitalen Öffnung" nicht mehr viel übrig.
Passend dazu flatterte dann zu Ostern noch ein 20% Gutschein von Louis ins Haus und somit war die Sache geritzt. Direkt im Laden kaufen war dann leider doch nicht, da das Wunschdekor in meiner Größe nicht am Lager war und auch vom Shop nicht mehr nachgeordert werden konnte. Weil eben dieses Dekor vom letzten Jahr war. Es wurde also der Shark Speed-R im schwarz-rot-anthrazit-farbenen Sauer-Dekor (welches zu meinen Klamotten und der Hornet eindeutig am besten passt), zudem wollte ich auch mal von dem ewigen Schwarz weg. Der passiven Sicherheit trägt ein etwas auffälliger Helm zudem bei.
Ein paar Tage später kam dann das Paket ins Haus und die bisher wegen schlechten Wetters ausgefallene Probefahrt konnte auch kurz später stattfinden.
Zunächst bin ich eine 50km Runde mit der Ténéré gefahren, bei der Maschine stand eh noch die Auswinterung an, somit konnte ich beides verbinden.
Sofort fiel mir auf, dass der Shark leiser ist als mein bisheriger Marushin RS1. Auf dem "Pony" war er allerdings bei etwas höherem Tempo (d.h. so ab etwa 120 km/h) etwas unruhiger.
Die Ténéré hat allerdings auch eine Scheibe und die Wind-Abrisskante liegt bei mir ziemlich in der Helmmitte. Es folgten dann einen Tag später rund 100km mit der Hornet.


Der Speed-R liegt super im Wind, auch bei Tacho 180 kann man den Kopf problemlos hin- und herdrehen. Bleibt wunderbar ruhig, kein Wackeln usw. Bei dem Tempo deutlich leiser als der RS1 und auch stabiler. Die Aerodynamik ist durchweg klasse.
Ich musste nur die Gängigkeit des Visiers etwas nachziehen, es blieb halb offen bei der Fahrt nicht in seiner Position. Nun bleibt es. Also nicht mehr digital.
Die Sonnenblende hat mich schon nach den ersten Kilometern begeistert und der Visierverschluss ist in der Tat kein Problem mehr, wenn man sich dran gewöhnt hat. Weiterer Vorteil: Meine dünnen Helmlautsprecher (die im Marushin nicht mehr genug Platz für meinen Ohren ließen, siehe Blogeintrag) passen auch wunderbar, es gibt im Ohrbereich schon eingearbeitete Taschen dafür. Der Helm ist ja für ein Shark-eigenes BT-System (Sharktooth) vorbereitet. Da ich dann aber noch mein BT-Set irgendwo am/im Helm lassen muss entschied ich mich zunächst mal, diese wieder heraus zu nehmen und auf mein bisherigem System mit Ohrhörern zu setzen.
Kurzum: Der Kauf hat sich als richtig herausgestellt, ich bin wunderbar zufrieden.
Aber nicht zu vergessen, wohl Licht ist gibt es natürlich auch Schatten. Den idealen Helm gibt es wohl einfach nicht. Zum einen ist er halt nicht gerade leicht, je nach Größe so um 1500g.
Ich merke das aber aktuell eigentlich nur noch in der Hand bzw. im Stand. Bei der Fahrt merkt man das eigentlich nicht negativ, da der Shark gut im Wind liegt. Dann ist der Doppel-D Verschluss relativ kurz (im Vergleich zu meinen letzten beiden Helmen von Marushin und Suomy). Für mich reicht es, ich bekomme den eingefädelten Verschluss noch weit genug für mein Kinn nach vorne, ohne ihn jedes Mal öffnen zu müssen. Für an dieser Stelle nicht näher genannte siebenmalige Formal 1-Weltmeister könnte es hingegen eng werden. Bei den anderen beiden Helmen war allerdings etwas mehr Platz. Denke das Bändchen hatte 1-2cm mehr.

Ansonsten fällt mir wirklich nichts mehr zum Meckern ein. Tiptop das Teil.

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