Montag, 22. März 2010

Levi ist da...!

Wow... was für ein Tag!
Er fing für mich um etwa 7.30 Uhr an. Nach dem Aufwachen (also das richtige, nicht eine der zahlreichen "Schlafpausen" vorher) rief ich direkt Jessica in der Klinik an, da alle Telefone in der Nacht ruhig blieben.
Sie ging auch schnell dran und berichtet auch gleich über ziemliche Bauchschmerzen, die sie seit etwa 4 Uhr plagen. Das entsprach in etwa dem, was laut Aussage von Dr. Hartog zu erwarten war, wenn das Zäpfchen wie gewünscht anschlägt. Etwas später sollte sie wieder zum Doc, um nach dem aktuellen Stand zu schauen.
Wir verabredeten, dass ich mich in rund einer Stunde noch einmal wieder melde. Derweil stand für mich erst einmal Frühstück auf dem Programm, es könnte ja ein langer und anstrengender Tag werden.
Also eine Stunde später, nach dem Aufstehen, Duschen und beim Frühstück der nächste Anruf.
Jessica war inzwischen vom Doc zurück mit der Meldung, dass der Muttermund schon rund 2cm geöffnet ist und dass es heute noch was wird mit dem Nachwuchs! Das Zäpfen hatte also wie gewünscht gewirkt. Ansonsten wäre noch ein zweites gefolgt. Darauf konnte jetzt zunächst verzichtet werden.
Alles klar, ich also noch flux bei meiner Mutter angerufen (die gestern abend schon wiederholt angerufen hatte), sie auf den aktuellen Stand gebracht und dann noch fertig gefrühstückt, danach die Sachen in den Wagen und los.
Natürlich kein Parkplatz auf dem klinikeigenen Hof und auch nicht an der Straße, also ab ins Parkhaus vom Klösterchen. Aha, 13€ Tagessatz fürs Parken! Wollte gerade schon wieder rückwärts aus der Einfahrt raus, doch da stand dann schon der nächste. Also gut, dann doch rein...
Dann also rüber zur Klinik, es war etwa 9.15 Uhr. Gerade als ich in Jessicas Zimmer wollte fing mich die Schwester auch schon ab: Sie wäre schon im Kreissaal! Meine Verwunderung wurde etwas beschwichtigt, das können auch nur weitere Untersuchungen sein. Ich also meine Sachen ins Zimmer und dann ab zum Kreissal, man will ja nun nix verpassen.
Dort lag Jessica schon auf dem Bett und sah alles andere als entspannt aus. Unsere Hebamme Andrea stellte sich kurz vor und da kam auch schon die nächste Wehe.
Ich setzte mich also seitlich ans Kopfende und erfuhr direkt im Anschluss, dass der Muttermund schon komplett geöffnet war! Sowas dauert für gewöhnlich einige Stunden, so 1cm/Stunde ist eher das normale Öffnungstempo. Seit der letzten Untersuchung war dagegen erst gerade rund eine Stunde vergangen....!
Und dann ging es wirklich Schlag auf Schlag, die Wehen kamen in immer schnelleren Folgen. Jessica lag anfangs auf dem Rücken, jetzt ging es wechselseitig von links nach rechts und wieder auf den Rücken. Zwischenzeitig schaute der Doc auch noch einmal rein und bestätigte, dass alles wunderbar aussieht.
Dann konnte ich mich sogar noch etwas nützlich machen und als Stütze für Jessicas linkes Bein dienen, das rechte hielt die Hebamme zum Pressen.
Irgendwann wurde dann der Doc gerufen und einige typischen OP-Sachen bereitgestellt, ein untrügliches Zeichen, dass es wirklich bald soweit war.
Jessica schlug sich wunderbar, trotz sichtlichen Schmerzen musste ich nicht als Buhmann verbal herhalten und wurde auch nicht körperlich misshandelt. Danke dafür!
Dr. Hartog kam und in der Tat, nur wenige Wehen später konnte ich dann plötzlich einen rot-bläulichen Körper sehen, aus dessem kleinen Mund auch gleich lautstarker Protest hervorkam! Es war exakt 10:44 Uhr.
Da war der kleine Levi nun angekommen, auch wenn es ihm anscheinend zunächst wenig zusagte.
Mir fiel vor allem die starke Delle am Hinterkopf auf. Ich wusste ja, das der Kopf durch den engen Geburtskanal verformt wird, aber so stark? Da sich aber Doktor und Hebamme den Kleinen ansahen und etwas von "alles in Ordnung" sagten, sollte das wohl so sein.
Nach kurzer Zeit durfte ich dann die Nabelschnur durchschneiden und der in Handtücher gewickelte Kleine wurde der frischen Mutter auch gleich auf die Brust gelegt.
Danach gabs noch eine kleine Spritze zur weiteren Wehenanregung, damit auch flott die Nachgeburt rauskommt und schließlich musste der Doc auch noch einen kleinen Riss mit 2 Stichen vernähen. Alles in allem ist aber alles wirklich glatt über die Bühne gegangen! Und so eine Expressgeburt gleich beim ersten Kind ist wirklich alles andere als selbstverständlich.
2h blieben wir dann noch im Kreissaal, ich schaute dem Doc noch bei der ersten kleinen Baby-Visite zu und Jessica bekam dort auch noch ihr Mittagessen. Das Frühstück fiel für sie ja doch ziemlich aus.
Der kleine Levi wurde vermessen (49cm) und gewogen (3400g) und danach ging es auch schon zurück auf's Zimmer.
Da Jessica ziemlich "heile" geblieben war konnte sie auch gleich im Anschluss duschen.
Der Kleine kam auch schon kurz später in einem kleinen Körbchen zu uns aufs Zimmer. Den Rest des Tages verbrachten wir mehr oder minder staunend vor und neben dem Kleinen und informierten natürlich Freunde und Familie.
Am Nachmittag kamen dann noch der Kinderarzt zur ersten richtigen Untersuchung (alles OK) und auch Jessicas Vater überraschend vorbei.

So richtig fassen kann ich es noch immer nicht: Jetzt bin ich Papa!

Kommentare:

  1. Tja, jetzt wird alles anders. Herzlichen Glückwunsch euch drein!

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  2. Alles anders ist dabei noch recht positiv ausgedrückt!

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