Donnerstag, 17. Dezember 2009

Motorradurlaub - Alpen 08/2004

Im August 2004 ging es dann noch einmal los, dieses Mal wieder mit Frank B. nach bewährtem Konzept: Moppeds in den Bulli und ab nach München. Diesesmal war unser Ziel die französischen Alpen.

Die täglich angegebene Fahrzeit und Durchschnittsgeschwindigkeiten sind Daten meines digitalen Fahrradtachos (Sigma BC1200). Es sind reine Fahrdaten, also sind keine Pausen bzw. Fahrstopps (z.B. rote Ampel) enthalten!

Zunächst wie immer erst die Diashow der zahlreichen Fotos:


20.08.2004 (Fr) - 364,31km - 6h07:05 - Ø60,62km/h

Los ging es bei wechselhaftem Wetter mit dem Etappenziel Schweiz, irgendwo im Appenzellerland wollten wir unser erstes Quartier aufschlagen. Wir fuhren also los, dieses Mal weiter westlich und kamen somit auch am Schloss Neuschwanstein bei Füssen vorbei. Über Deutschlands höchsten Pass (Riedbergpass) kamen wir nach Vorarlberg und weiter ging es durch's Rheintal in die Schweiz.

Das Märchenschloss, Pause am Riedbergpass und unserer Quartier am Sihlsee:

  

 Durch das Appenzellerland ging die Fahrt schließlich bis zu unserem ersten Quartier am Sihlsee, unterhalb des Zürichsees.

Die gefahrene Strecke:


Die Route: 
Grünwald - Straßlach - Hohen-Schäftlarn - Starnberg - Weilheim - Füssen - Pfronten - Grän - Oberjoch - Sonthofen - Fischen - Riedbergpass - Balderschwang - Hittisau - Alberschwende - Dornbirn - Götzis - Oberriet - Appenzell - Urnäsch - Schwägalppass - St.Johann - Wattwill - Ricken - Kaltbrunn - Reichenburg - Siebnen - Sattelegg - Willerzell

Das Streckenprofil:



21.08.2004 (Sa) - 394,79km - 6h38:18 - Ø60,30km/h

Unsere erste Tagestour ohne Gepäck führte uns zu den großen schweizer Alpenpässen, darunter auch Klassiker wie den Furkapass. Das Wetter war zwar auch wieder etwas Wechselhaft, aber im großen und ganzen war es OK.

Das berühmte Hotel Belvedere am Furkapass und oben auf dem Nufenenpass:

  

Die Tagestour:


Die Route: 
Willerzell - Oberibergpass - Schwyz - Altdorf - Wassen - Andermatt - Furkapass - Ulrichen - Nufenenpass - Airolo - St. Gotthard Pass - Andermatt - Oberalppass - Disentis - Chur - Bad Ragaz - Mels - Näfels - Siebnen - Sattelegg - Willerzell

Das Streckenprofil:



22.08.2004 (So) - 333,96km - 5h50:00 - Ø59,32km/h

Der Sonntag sollte uns weiter nach Frankreich bringen. Als Ziel suchten wir uns Chamonix aus. Die Route dorthin führet uns noch einmal über einige "Klassiker" wie Grimsel- und Sustenpass. Das Wetter spielte auch zusehends mit und es wurde immer sonniger und auch wärmer!

Ausblick unterwegs, auf Gletsch und der Hausgletscher am Campingplatz:

  

In Charmonix angekommen fanden wir einen Campingplatz in Les Bessons, von dem man direkt auf die Ausläufer eines MontBlanc-Gletschers (Glacier des Bossons) blicken konnte. Was für ein Panorama!

Die gefahrene Strecke:


Die Route: 
Willerzell - Oberibergpass - Schwyz - Altdorf - Wassen - Sustenpass - Innerkirchen - Grimselpass - Gletsch - Ulrichen - Lax - Brig - Sierre - Sion - Martigny - Col de la Forclaz - Col de Balme - Col des Montets - Charmonix/Les Bossons

Das Streckenprofil:



23.08.2004 (Mo) - 476,77km - 8h07:27 - Ø59,49km/h

Mit herrlichem Sonnenschein begann der neue Tag. Unsere Tagestour sollte uns gleich zu einigen der bekanntesten französischen Pässe führen, darunter der höchste (wirkliche) Alpenpass überhaupt, den Col de l'Iseran und "Tour de France"-Klassiker wie den Col du Galibier oder den Col de la Madeleine.
Die Fahrt begann allerdings mit der Fahrt durch den fast 12km langen Mont-Blanc-Tunnel mit Marschtempo 60. Ist schon krass, eine Viertelstunde nur geradeaus durch die enge Dunkelheit zu tuckern. Im Gegensatz zu den meisten kürzeren Zwischentunnel an Pässen ist es hier nämlich ziemlich warm im Berg und nicht kühl/kalt.
Auf der italienischen Seite angekommen ging es sofort wieder bergauf zum Kleinen St. Bernhard-Pass um oben wieder zurück nach Frankreich zu kommen. Sofort ging es weiter Richtung Val d'Isere und Col de l'Iseran.

Auf dem Col de l'Iseran, dem Col du Galibier und dem Col de la Madeleine:

  

Im Laufe der Fahrt merkten wir immer mehr, dass die französischen Alpen anders sind als unsere bisher besuchten Berge in Österreich und auch Italien. Alles ist eine Nummer gewaltiger hier, in der Höhe deutlich unwirtlicher... häufig fährt man oberhalb der Baumgrenze durch Geröll und Steinwüsten. Dazu an allen Ecken mächtige, schneebedeckte 4000er im Blickfeld....
Absoluter Hammer!

Die gefahrene Route:


Die Route: 
Charmonix/Les Bossons - Courmayeur - La Thuile - Col du Petit S.Bernard - Seez - Val d'Isere - Col de Iseran - Bramans - Modane - St. Michel - Col du Telegraphe - Valloire - Col du Galabier - Col du Lautaret - La Grave - Le Bourg d'Oisans - Allemond - Col du Glandon - St. Etienne - Col de la Madeleine - Bonneval - Albertville - Flumet - St. Gervais - Charmonix/Les Bossons

Das Streckenprofil:



24.08.2004 (Di) - Regentag in Charmonix

Am Folgetag holte uns dann noch einmal das schlechte Wetter ein. Wir verbrachten den Tag dann touristenmäßig in Charmonix und setzten uns später am Campingplatz unter das Vordach einer Blockhütte neben unserem Zelt, welche unbenutzt war. So war es trotz der schlechten Ausgangslage doch noch ein netter Tag.

Unser Campingplatz und Blick auf die tief hängenden Wolken:

  


25.08.2004 (Mi) - 357,21km - 6h11:56 - Ø62,62km/h

An diesem Tage stand wieder ein Transit weiter Richtung Süden auf dem Programm. Es ging durch herrliche Berglandschaften und zunehmend auch durch immer mehr Schluchten. Das ist ein weiterer Unterschied zu den uns vorher bekannten Alpen: Unglaublich viele, teilweise extrem enge und tiefe Schluchten mit steilen Felswänden.

Panorama unterwegs (Lac de Laffrey), der schnuckelige Ort Guillaumes und Schlucht:

  

Des weiteren wurde es im Flachland zunehmend mediterraner und auch entsprechend wärmer, also ein noch krasserer Unterschied, wenn es über die hohen Pässe geht!

Die gefahrene Strecke:


Die Route: 
Charmonix/Les Bossons - St. Gervais - Albertville - Aiton - La Rochette - Theys - Tencin - Grenoble - Vizille - Corps - Col du Festre - Gap - Espinasses - Barcelonette

Das Streckenprofil:



26.08.2004 (Do) - 447,90km - 8h04:48 - Ø57,01km/h

Am ersten Tag von unserer neuen Basis aus wollten wir gleich den grandiosen Grand Canyon du Verdon umrunden. Wie sich im Laufe der Tour herausstellen sollte, haben wir uns da gehörig mit dem Umfang der Runde vertan, zudem fuhren wir südlich aus unseren Karten "heraus", so dass wir uns nach der Umfahrung diese phantastischen Schlucht (einer der größten Europas) doch etwas orientierungslos waren.
Plätzlich fanden wir uns an einer Kreuzung wieder, an der es nur noch 50km bis Nizza waren!

Bilder der Gorges du Verdon:

  

Naja... irgendwann fanden wir unseren Weg wieder doch die Zeit lief uns inzwischen weg. Auf dem Rückweg wollten wir dann von St. Martin aus statt des schon gefahrenen Col de la Cayolle den Col des Champs vorziehen, doch irgendwie funktionierte das nicht. Wir fuhren lustig hinaus und folgten der Straße... irgendwann ging es wieder runter, was uns schon etwas verwunderte. Nach einer guten halben Stunde kamen wir genau an der Kreuzung in St. Martin raus, an der wir abbogen! Wir wissen bis heute nicht, wo wir die Abfahrt zum Pass verpasst (haha!) haben.... eigentlich ging es die ganze Zeit nur diese eine Straße entlang!

Bilder von unterwegs:

   

So blieb uns nichts anderes, als wieder über den Cayolle zu fahren, was uns keine sonderlich tolle Aussicht versprach. Inzwischen war es nämlich schon ziemlich am Dämmern und wir hatten beide noch vor Augen, dass die Passstraße nicht gerade durch Qualität überzeugt und schon gar nicht mit Seitensicherungen glänzte! Größtenteils gibt es keine Randsicherung, oft nicht mal eine durchgehende Begrenzungslinie! So fuhren wir also im Dunklen über diesen Pass, teilweise im Schritttempo, aber lieber spät zum Zelt kommen als flott über die Böschung gehen.
Naja, haben es heile geschafft... Dummerweise hatte kein Laden mehr auf, so mussten wir auch noch auf unser Ankommbier verzichten! Und an keinem anderen Tage hätte es so gut geschmeckt wie an diesem Tage! So blieb nur der Sprung unter die Dusche und ab in die Falle....

Die Tagestour:


Die Route: 
Barcelonette - Col de la Coyolle - St. Martin - Guillaumes - Enriez - Col des Toutes Aures - Vergons - Castellane - La Palud - Moustiers - Aiguines - Comps - Montferrat - Figanieres - Callas - Col du Bel Homme - La Bastide - Col de Valferiere - St. Auban - Entrevaux - Beuil - Guillaumes - St. Martin - (fast!) Col du Champs - St. Martin (!) - Col de la Coyolle - Barcelonette

Das Streckenprofil:



27.08.2004 (Fr) - 200,46km - 3h40:33 - Ø56,20km/h

Nach dem Höllentrip vom Vortag sollte diese Tagestour deutlich mehr Entspannung bringen, so wurde die Route bewusst deutlich kürzer gewählt! Wir wollten den höchsten "Pass" erklimmen (den Col de la Bonette mit 2802m, der eine Schleife um einen Berggipfel ist, knapp 80m oberhalb der eigentlichen Passhöhe) und dann lässig und zeitig wieder ankommen.

Oben am Bonette, die Ruinen des Camp des Fourches und am Col de Larche:

  

Unterwegs lernten wir während einer Pause jemanden aus dem Schwarzwald kennen - ich habe inzwischen den Namen vergessen, peinlich - der wegen des schlechten Wetters in der Heimat nicht mit dem Mopped unterwegs war sondern mit seinem Cabriolet. Schnell kamen wir ins Gespräch und wie sich herausstellte, wohnten wir im gleichen Ort und er schien auch noch ein absoluter Kenner der Gegend zu sein. So verabredeten wir uns zum gemeinsamen Abendessen und tauschten Telefonnummern aus.
Ehrlich gesagt wussten wir anfangs nicht, ob er wirklich so ein "Experte" war oder einfach nur ein Dummschwätzer, aber dieser Zweifel sollte rasch verfliegen! Wir hatten einen sehr netten Abend auf einem schönen, zentralen Platz in Barcelonette bei leckerem Essen.

Die gefahrene Runde:


Die Route: 
Barcelonette - La Sauze - Super Sauze - Jausier - Col de La Bonette - Col de Resteford - La Pra - St. Etienne - Isola - Isola 2000 - Col de la Lombarde - Sambuco - Argentera - Col du Larche - Jausiers - Barcelonette

Das Streckenprofil:



28.08.2004 (Sa) - 397,33km - 6h51:48 - Ø59,52km/h

An diesem Tage stand die erste Etappe unserer langen Rückreise auf dem Programm. Wir entschlossen uns bis zum Lago Maggiore zu fahren um dort Quartier zu machen. Wieder ein ordentlicher Ritt, noch einmal durch die phantastische Landschaft der franz. Alpen.

Unterwegs, oben auf dem Col d'Izoard und am Lago Maggiore:

   

Später dann pures Urlaubsfeeling am Ziel: Warm, sonnig, überall Urlauber in Badesachen und Strandlook.

Die gefahrene Strecke:


Die Route: 
Barcelonette - Jausier - Col de Vars - Guillestre - Arvieux - Col d'Izoard - Briancon - Col de Gimont - Cesena - Oulx - Susa - Bussoleone - Almese - Col de Colombardo - Viu' - Lanzo Torinese - Salassa - Ivrea - Biella - Gattinara - Arona

Das Streckenprofil:



29.08.2004 (So) - Ruhetag

Nach den zahlreichen Kilometern der letzte Tage gönnten wir uns noch einmal eine Pause. Die Alternative wäre gewesen, noch eine weitere Zwischenstation bis München einzulegen, da der restliche Weg noch ziemlich beachtlich war. Aber wir blieben und genossen einen schönen sommerlichen Tag zur Entspannung am wunderschönen See.

  

Die möglichen weiteren Zwischenziele lagen zudem in den Bereichen, die wir im Vorjahr in Österreich besucht hatten, so dass wir noch ganz so sehr die Sorge hatten, etwas "wichtiges" zu verpassen.


30.08.2004 (Mo) - 520,27km - 8h09:35 - Ø64,95km/h

Die (lange) Rückfahrt teilten wir uns ein: Zuerst schön durch die Berge das Rheintal entlang und dann ab dem Bodensee über die Autobahn bis München.

Besonders reizvoll war dabei die Viamala-Schlucht, wo sich der Hinterrhein tief in den Felsen gegraben hat! Je näher wir Deutschland kamen, desto schlechter wurde auch das Wetter wieder.
Ab Lindau ging es dann über die BAB, teilweise im Regen.... war uns aber dann auch egal!

In der Viamala-Schlucht und nach dem Verladen in den Bulli:

   

Kurz vor der Münchner Stadtgrenze (wir fuhren gerade von der Autobahn) bemerkte Frank einen Plattfuß hinten an seiner BMW. Wir fuhren langsam bis zur nächsten Tankstelle.... ein kleines, spitzes, Metallteil hat sich schön durch das Gummi gebohrt!
Leider war das Loch zu groß, so dass der ReifenPilot es nicht abdichten konnte. So ließen wir die Maschine samt Gepäck an der Tankstelle zurück und fuhren mit meinem Bock gemeinsam zu unsere "Basis" nach Grünwald, tauschten die Maschine mit Franks Bulli und holten die BMW ab.

Etwas viel hin und her, aber im Prinzip hatten wir Glück, dass dieses Maleur erst so kurz vor dem Ziel passierte. Also trotz Panne ein versöhnlicher Abschluss!

Die gefahrene Strecke:


Die Route: 
Arona - Sesto Callende - Angera - Laveno - Luino - Bellinzona - Roveredo - Passo del San Bernadino - Splügen - Via Mala - Thusis - Chur - Landquart - Buchs - Altstätten - St. Margarethen - Bregenz - Lindau - BAB München - Grünwald

Das Streckenprofil:


Was für ein großartiger Urlaub das war. Sollte sicher nicht die letzte Tour in die franz. Alpen sein.

Insgesamt kamen 3493km zusammen.

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