Sonntag, 2. Februar 2020

Irland 2019 - Tag 9


Hier zuerst die Fotos vom neunten Tag:


Sonntag, der 01.09.

An diesem Tag verabschiedeten wir uns wieder von Killarney und der Grafschaft Kerry. Es sollte weiter an der Westküste gen Norden gehen. Allerdings stand dazwischen ein ziemlicher Abstecher ins Landesinnere nach Birr an, den wir anders nicht so recht unterbringen konnten. Unser dortiges Ziel war Birr Castle, dazu später aber noch mehr.
Nach dem Aufstehen und der Morgentoilette, packten wir unsere Sachen zusammen und gingen dann zum Frühstücken. Nach der Stärkung und dem Check-out gingen wir mit unseren Sachen dann zum Parkplatz, packten alles in den Wagen und machten uns auf den Weg. Direkt vom Start weg hatten wir rund 2,5h und rund 185km Fahrt vor uns, bis wir in Birr samt seinem Schloss ankamen.



Bevor es aber in den Park ging, schauten wir uns noch eine Astronomie-Ausstellung im Visitors-Centre an. Es hat nämlich einen besonderen Grund, wieso sich hier so eine Ausstellung mit einer Sammlung von Forschungsergebnissen befindet. Im Schlosspark steht nämlich Leviathan, ein großes Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 1,83m und einer Brennweite von etwa 16m. Gebaut wurde dieses, für seine Zeit, regelrechtes Ungetüm zwischen 1842 und 1845. Es war bis 1917 das mit Abstand größte Teleskop der Welt und bot für seine Zeit sensationelle Einblicke. Mit ihm erkannte der 3. Earl of Rosse die Spiralform von diversen "Nebeln" am Nachthimmel, wie sie viele der uns heute bekannten Galaxien aufweist. Bei 14 Galaxien konnte er die Form nachweisen, 224 weitere bisher unbekannte Nebel entdeckte er mit seinem Teleskop.




Nach dem Tod des Erbauers wurde Leviathan abgebaut, erst der 6. Earl of Rosse lies es ab 1994 wieder aufbauen, 1999 war die Rekonstruktion abgeschlossen. Es ist heute mit elektrischen Motoren und einem modernen Spiegel ausgestattet und voll funktionsfähig.



Von dieser "Hauptattraktion" gingen wir dann weiter auf Parkbesichtigung, es gibt nämlich noch so einiges zu entdecken in diesem riesigen Areal. Das Schloss selber gibt es nur mit Führungen zu bewundern, aber die Parkanlage interessierte uns eh mehr. Und das lohnt sich auch abseits vom Leviathan unbedingt! Wunderschöne Bereiche mit Wasserläufen und verschiedenste natürlich wirkende Vegetationen gibt es zu bewundern.







Neben dem alten Teleskop gibt es auch einen Bereich mit modernen Technik, hier im Garten befindet sich ein Teil des LOFAR (Low Frequency Array), einem über ganz Europa verteiltes Radio-Interferometer. Hier werden eine größere Anzahl einzelner kleinerer Antennenfelder zusammen geschaltet, um damit eine Winkelauflösung von (mehr als) einer Bogensekunde abzudecken. 



Nicht nur die Astronomie war bei den Earls beliebt, auch Pflanzen aus aller Welt fanden ihr Interesse. So gibt es diverse Areale im Park, in denen verschiedenste Pflanzen aus aller Welt, besonders häufig aus Südamerika gepflanzt wurde. Auch herrscht ein Faible für Mammutbäume, diverse verschiedene Arten sind im Garten verteilt angepflanzt. Einige stehen schon über 100 Jahre und haben damit schon (für unsere Verhältnisse) beeindruckende Höhen erreicht.




Zudem gibt es eine Mammutbaum-Baumschule mit lauter Setzlingen, wenn die kleine Bäumchen irgendwann einmal eine "sichere" Größe erreicht haben, soll hier der größte Redwood-Grove außerhalb von Kalifornien stehen. Viele der kleinen Bäumchen haben bekannte Paten. Ist auf jeden Fall mal ein Erlebnis, die Spitze eines Mammutbaums anfassen zu können.




Wir schlenderten also kreuz und quer durch den schönen Park, fanden immer wieder schöne kleine Wasserläufe oder aber auch besondere Sachen wie die größte Buchsbaum-Hecke der Welt.







Schließlich war es langsam an der Zeit, sich wieder auf den Rückweg zum Parkplatz zu machen. Kurz vor dem Ausgang ging der Weg noch an einem Spielplatz vorbei. Selbst sowas muss hier natürlich besonders sein. Mit Schloss und so...



Wieder am Auto machten wir uns dann auf den Weg nach Ennis, unserem Tagesziel. Dieser Ausflug nach Birr hatte sich auf jeden all gelohnt! Unser Ziel war das zentral gelegene Rowan Tree Hostel. Nach rund 1,5h und etwa 100km Strecke kamen wir dort an, wir fanden einen großen Parkplatz auf der Rückseite der Herberge am River Fergus, passenderweise mit einer Fußgängerbrücke direkt rüber zum Hostel.



Wir hatten ein recht geräumiges 4er Zimmer mit modernem Bad für uns, soweit alles prima. Nachdem wir uns etwas eingerichtet hatten machten wir uns dann etwas später auf den Weg in die City, eine passende Restauration für das Abendessen zu finden. 





Wir schlenderten etwas durch die ganz hübschen Sträßchen und entschieden uns dann für die italienische Küche bei La Strada. Wirklich in Erinnerung ist mir das aber auch nicht geblieben.



Danach ging es langsam wieder zurück zum Hotel, es folgte die verdiente Dusche und bald darauf ging es ab ins Bett.

Die gefahrene Strecke:

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Donnerstag, 23. Januar 2020

Irland 2019 - Tag 8


Zunächst hier alle Fotos vom achten Tag:


Samstag, der 31.08.

An diesem Tag stand für uns der Ring of Kerry auf dem Programm, diese recht berühmte etwa 180km lange Küsten-Panoramastraße. Vom Vortag wussten wir schon, wie die Busse fahren, wir also anders herum (im Uhrzeigersinn). Aber zunächst ging es in unserem Hostel rüber ins Haupthaus zum Frühstücken. Ganz gut was los dort im Küchenbereich, nun merkte man die zahlreichen Gäste deutlich. Aber wir fanden ein Plätzchen und auch den Rest recht problemlos. Danach packten wir unsere Sachen und ich ging zum Kathedralen-Parkplatz, wo unser Wagen stand. Dann wollte ich Genia am Hostel einsammeln, leider war ich wohl etwas zu schnell, sie stand noch nicht an der Straße. Spontan anhalten konnte ich nicht, also drehte ich eine Runde durch die Stadt. Leider war die deutlich länger als ich dachte, weil es hier diverse Einbahnstraßen gibt und ich mich ziemlich verfranste. Also irgendwann an einer Ausfallstraße wieder das Navi an, welches mich dann im großen Bogen um die City herum schickte. So dauerte es rund 10min, bis ich wieder beim Hostel war. Diesmal klappte das mit dem Zusteigen auch, nun konnte es endlich los gehen. Unseren ersten Stopp machten wir schon kurz nach dem Start gerade außerhalb von Killarney, am Ross Castle




Rein wollten wir nicht gehen, zu viel stand heute auf dem Programm. Zudem sehen die meisten Schlösser von Innen ja auch recht ähnlich aus, brauchten wir also nicht unbedingt. Aber eine Panoramaaufnahme machte ich dann noch am Ufer.


Weiter ging es auf der N71 bis zum nächsten kurzen Stopp am Looscanaugh Lough, wo die schöne Gegend und die nun herauskommende Sonne nach einem Landschaftsfoto schrie.


Die Straße schlängelte sich Richtung Süden und bald schon kamen wir wieder an Meer, diesem folgten wir in Mal knappen oder auch Mal weiterem Abstand. Auch hier gab es immer wieder schöne Aussichten.



Als wir direkt am schönen Strand von Castle Cove vorbei kamen, war es wieder Zeit für einen Stopp. Schöner weißer Strand mit feinem Sand, links und rechts von Felsen gesäumt, dazu überwiegend blauer Himmel mit Sonnenschein. Fast wie auf einer der vielen Mittelemeerinseln.


Bei O'Carroll's Cove Beach Bar & Restaurant gönnten wir uns dann auch mal einen Kaffee und einen kleinen Snack. Danach war es auch mal an der zeit, meine Anafi in die Luft zu bringen, um noch ein paar Aufnahmen zu machen.


Auch aus der Luft ein wirklich schönes Fleckchen Erde. Ich packten den Flattermann wieder ein und wir machten uns wieder auf den Weg. Es ging etwas weg vom Meer und somit auch wieder etwas in die Höhe, was den Ausblick nur verbesserte.



Man konnte über weite Teile der Küstenlinie und auch zu den kleinen Inseln Scariff und Deenish Island hinüber sehen. Ein Stückchen weiter kamen wir dann zu den Kerry Cliffs, auch hier war natürlich ein Stopp angesagt.








Einfach nur wunderschön hier. Das Wetter machte auch mit, immer wechselte sich der strahlend blaue Himmel mit weißen Schäfchenwolken ab. Zudem konnte man von hier noch ein weiteres berühmtes touristisches Ziel sehen, zumindest seit der letzten Star Wars-Trilogie (Episode 7-9): In etwa 15km Entfernung liegt die Felseninsel Skellig Michael, die in den Filmen als Versteck von Luke Skywalker dient.



Da musste dann doch mal das Tele-Objektiv raus. Die kleine Nachbarinsel (etwas näher zum Festland) ist Little Skellig. Hier hatten wir dann auch unseren Wendepunkt ganz im Westen der Halbinsel erreicht, nun ging es Richtung Nordküste und langsam wieder gen Osten. der nächste Halt auf der Strecke war dann an zwei alten, steinernen Ringforts.


Hier konnten wir uns Cahergall und Leacanabuaile. Das erstere lag näher am Parkplatz und war zudem auch das größere Fort, also zunächst einmal dorthin.






Die Anlage ist schön restauriert und so kann man auch gefahrlos oben auf die Randmauer gehen und den Ausblick genießen, dazu kam noch das schöne Wetter. Dann führte uns der Sticjweg zurück zum Wagen, Genia wollte noch zum anderen Fort gehen, ich wollte stattdessen lieber die Drohne in die Luft bringen, um mir die Sache etwas von eben zu betrachten.






Und weil die Ausblicke hier in alle Richtungen so toll waren, machte ich dort oben gleich noch eine Panoramaaufnahme.


Von hier ging es zurück Richtung "Ringstraße". Dabei fiel mir eine alte Eisenbahnbrücke auf, die über die Meerenge ging. Es handelt sich um das Valentia River Viaduct, welches mich doch etwas näher interessierte. Nachdem wir die Straßenbrücke passiert hatten, ging es direkt an der nächsten Straße links ab, irgendwie sollte es dort schon zur Eisenbahnbrücke gehen. Und nach einigen Häusern der Siedlung dort kamen wir auch an die passende Stelle. Interessanterweise gab es auch dort wieder so eine Art kleines Steinfort, was aber nicht wirklich verzeichnet ist. Egal, wir hatten eine gute Stelle, um auf die Brücke zu schauen.



Nun war es auch direkt wieder Zeit, die kleine Drohne in die Luft zu schicken. Das Licht war herrlich, so langsam machte sich die Sonne auf den Weg nach unten.




Das war ein toller Abschluss unserer Runde um die Halbinsel. Obwohl eine der Haupt-Panoramastraßen auf der Insel war es nirgends voll, hin und wieder kam uns ein Bus entgegen, an den Cliffs standen auch mal zwei Stück davon auf dem Parkplatz, aber die Menschen verliefen sich sehr. Meistens waren wir mehr oder minder fast alleine. Die Runde lohnt sich definitiv, der Ring of Kerry ist nicht umsonst so beliebt. Auch aus Motorradfahrersicht ist die Strecke recht reizvoll, oft geht es kurvig hin und her.
Wieder zurück in Killarney parkten wir auf einem großen Parkplatz unweit der Hauptstraße und kauften noch etwas ein. Da es schon etwas später war und man dort über Nacht kostenlos stehen konnte, mussten wir nicht wieder bis zur Kathedrale. Am nächsten morgen sollte es ja weiter gehen, somit wollten wir ja wieder zeitig unterwegs sein.
Ausgehungert waren wir nun auch und da es uns am Vorabend sehr gut geschmeckt hat, gingen wir wieder ins Caragh Restaurant. Hier trug das ganze Personal an diesem Abend Sport-Trikots in den Farben von Kerry, die und auch schon den ganzen Tag unterwegs als Fahnen aufgefallen waren. Es war der Abend vor dem Endspiel im Gaelic Football und da standen sich die beiden großen Rivalen Kerry und Dublin im großen Spiel im Croke Park gegenüber. Es herrschte entsprechend tolle Stimmung und unser Essen war auch wieder ganz hervorragend.
Danach gingen wir zufrieden zurück ins Hostel, duschten noch und danach hieß es ab ins Bett.

Nachtrag: Das Finale am nächsten Tag endete mit einem Unentschieden, das Wiederholungsspiel zwei Wochen später entschied Dublin für sich, jeweils vor ausverkauften Haus mit 82.300 Zuschauern.

Die gefahrene Strecke:

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