Dienstag, 22. Dezember 2015

Mopped-Navi

Nun gibt es endlich mal Neuigkeiten zu berichten!
Die Sache mit dem Navi war und ist ja schon lange irgendwie Thema. Seit Ewigkeiten nutze ich alte TomToms für die Motorrad-Navigation. Damit meine ich in erster Linie das Abfahren selbstgebauter Touren und nicht die Eingabe eines Zieles und dann das Vertrauen in das Navi. Sowas mache ich, wenn ich mit dem Auto von A nach B will.
Daher brauchte ich nur ein Navi mit Reiseroutenplanung und eine wasserdichte Tasche.
Zunächst war es ein altes TomTom One V2 im Tankrucksack, später dann viele Jahre ein TomTom Go 520T in einer extra Navi-Tasche. Schließlich alles in Verbindung mit einem Jabra BT3030-Headset.
Doof war halt immer die Tatsache, dass man in der Tasche den Navibildschirm bei Sonnenschein recht schlecht erkennen konnte. Das gleiche natürlich auch bei Regen, besonders noch mit übergezogener Regenhaube (bei mäßigen Niederschlag allerdings unnötig), irgend eine Scheibenschicht beschlägt ja doch.

Als dann das neue TomTom-Moppednavi auf den Markt kam, war ich dann bald soweit mir so ein Teil zu holen, trotz des ganz saftigen Preises solcher Geräte. Die Alternative Garmin kostet in der Regel ja noch mehr und ich bin einfach nicht bereit dafür über 400€ auf den Tisch zu legen.
Wie gesagt, das TomTom hatte mich fast soweit.
Zum Glück hatte Sebastian sich auch dieses neue Gerät geholt (und seinen alten TT Rider vorher verkauft). Was war der über das neue teil am schimpfen. Wir haben lange über Eigenheiten und Probleme gesprochen, zudem weiß Sebastian ja nun auch, wie ich Touren plane und so ein Gerät nutzen würde. Im Gegensatz zu den oft eher unpräzisen Tests in der Fachpresse bzw. das dort eher die Onboard-Funktionen genutzt werden.
Im Endeffekt bedeutete das: Vom neuen Rider lasse ich wohl besser die Finger.
Somit war für mich die Sache eigentlich schon fast wieder durch, ich würde weiter mit meinem funktionierenden und günstigen Kompromiss durch die Gegend fahren.

Dann plötzlich dieses ebay Wow-Angebot. Ein Blaupunkt MotoPilot. Ein "echtes" Moppednavi, also mit stabiler Halterung und wasserdicht für sagenhafte 110€ (B-Ware mit voller Garantie).
Mit kompletten Europa-Karten von TomTom/TeleAtlas und lebenslanger Update-Garantie!
Direkt angefixt suchte ich schnell nach Tests zu dem Gerät. In den gängigen Zeitschriften fand ich an aktuelleren Daten aber keinen Test mit dem Gerät. Im Netz gab es allerdings welche älteren Datums und das Ergebnis war ziemlich ernüchternd. Um es genauer zu sagen: Ziemlich schlecht.
Durch die Bank war keiner von dem Gerät überzeugt, viele Funktionen würden schlecht bis gar nicht funktionieren usw. Wie üblich lagen dort immer die bekannten Garmins und TomToms ganz vorne. Halt für 400-600€. Der MotoPilot sollte ursprünglich auch knapp 300€ kosten, was das Ergebnis nicht besser machte...
So hatte ich das Teil quasi schon bald wieder abgeschrieben, bis ich dann diesen Test hier fand.
Das besondere hieran (neben dem Testergebnis) ist nämlich die Erwähnung einen großen Updates.
Die ganzen anderen Test hatte das Gerät getestet, als es neu war, inkl. seiner ursprünglich (schlechten) Software.
Kurzum: Vorher wohl alles geht so bis schlimm, nach dem Update quasi alles einigermaßen gut.
Das stimmte mich nun doch um und ich bestellte. Sollte das Gerät meine Ansprüchen nicht genügen konnte ich es ja immer noch binnen 2 Wochen zurück geben.


Einige Tage später konnte ich das Gerät dann in den Händen halten.
Der Ersteindruck war durchweg gut. Das Gehäuse wirkt sehr stabil, die Bauform ist kompakt in Höhe und Breite und auch die Halterung erscheint recht wertig. Befestigt wird der Halter durch ein RAM-Mount-System, welches recht verbreitet ist. Am Halter angeschlossen ist ein kurzes Kabel mit Stecker, um diesen problemlos entfernen zu können. D.h. der Halter wird inkl. Stromanschluss nicht wie bei manchen anderen Geräten wirklich dauerhaft an der Maschine befestigt. Zudem gibt es die Halterung leider auch nicht einzeln zu kaufen, allein daher macht eine einfache Demontage für den Einsatz an verschiedenen Motorrädern schon Sinn.


Als erstes machte ich mich natürlich mal an die für mich wichtigste Funktion: Das Abfahren von selbstgestrickten Routen. Zu Datenaustausch verwendet der MotoPilot das GPX-Format.
Also nahm ich eine meiner zahlreichen Runde der näheren Umgebung und wandelte sie mit ITNConv um. Dann auf den internen Speicher an entsprechende Stelle und das Ergebnis mal ansehen.
Nun, es gab die abgesteckte Route (die sah auch so aus wie sie sollte), allerdings keine einzelnen Wegpunkte.
Ich versuchte es bei dem Tool noch einmal mit einer anderen GPX-Variante (gibt es die eigentlich?), das Ergebnis war identisch. Als nächstes testete ich mit RouteConverter, ein anderes kleines Programm, welches ich öfters nutze. Das Ergebnis blieb trotz aller "verschiedenen" GPX-Exportierungen identisch: Route ist da, Wegpunkte nicht.
Das änderte sich erst, als ich die Seite von Motoplaner (eine webbasierte Routenplanung) ausprobierte, dort gib es den Export in verschiedene Formate und zudem für verschiedene Geräte.
In dieser Liste steht nun mein Blaupunkt MotoPilot mit drin. Und siehe da, nun hat meine Route auch die einzelnen Wegpunkte in der Liste.
Die Ursache ist wohl einfach die Nichteinhaltung des korrekten Formats seitens des Herstellers, zumindest ist das im RouteConverter-Forum zu lesen, wo einige Nutzer sich mit dem Entwickler des Programms wegen der Unterstützung des Geräts kurzgeschlossen hatten.


Nun war Zeit für einen ersten Praxistest!
Die Sache bei so einer Route ist halt, wie so ein Navi damit umgeht, wenn es mal irgendwo ungeplant nicht weiter geht (z.B. Straßensperrung). In der Regel sucht man sich einen alternativen Weg und fährt dann seine Tour weiter. Befindet sich aber ein Wegpunkt in dem gesperrten Stück, muss man diesen aus der Liste löschen, sonst will das Navi ja immer wieder dort hin, weil dieser Punkt eben noch nicht besucht wurde.
Der MotoPilot kann, wenn eine Route erstellt/geladen wird verschiedene Optionen anbieten:
Von Start zu Ziel, von Ziel zu Start oder aber auch zur Route und dann zum Ziel bzw. zur Route und dann zum Start. Gerade die letzten Optionen scheinen ganz interessant, wenn man die Route eben verlassen muss und das Navi irgendwie nicht so recht zurück finden will.
Praktische Werte habe ich dazu aber noch nicht, ganz simple Test mit dem Verlassen der vorgegebenen Strecke führten mich schnell wieder zurück zu dieser. Ich werde dann Richtung Frühling mal etwas ausführlicher Testen, ob das "falsche" GPX ohne Wegpunkte für die Route reicht oder ich doch besser eine "saubere" Version inkl. aller Wegpunkte nehme.

Die erste Praxisrunde wegen Nutzung auf meiner Super Ténéré waren ansonsten sehr gut.
Das Gerät ist mit Handschuhen gut zu bedienen und das Display ist auch bei Sonnenschein sehr gut ablesbar. Welten besser als meine alte TomTom-in-Tasche-Lösung.
Einzig die Bluetooth-Ansagen sind in Kombination mit meinem Jabra BT3030 wenig toll. Es funktioniert, klingt aber wie Radio Luxemburg über Mittelwelle. da war das TomTom klanglich schon angenehmer.
Aber nun gut, immerhin funktionieren die Ansagen, laut mancher Foren ist das leider nicht ganz so selbstverständlich. Am reichhaltigsten an Informationen und Tipps hat sich übrigens eindeutig das Honda-Board heraus gestellt. Ist zwar alles in einem Thema derbe unübersichtlich, aber zumindest gibt es Infos satt. Inzwischen habe ich mir auch weitere Kabel zur Stromversorgung besorgt, eben durch die dortigen Informationen. Die Halterung wird ja normalerweise über einen passenden Stecker direkt über das Bordnetz (also 12V) gespeist, aber das funktioniert wohl auch mit einem USB-Kabel mit passendem Stecker! Somit gleich mal doppelt geordert (allerdings noch nicht getestet)...

Nachtrag: Da es inzwischen Anfragen zu dem USB-Kabel gab, hier mal die Bezeichnung dazu.
Das Kabel nennt sich "USB 2.0 Stecker auf/zu DC Buchse 3.5mmx1.35mm Netzteilbuchse".
Nach sowas mal bei ebay suchen, es sollten sich Angebote (meist aus China) dazu finden lassen.

Inzwischen gab es nun auch ein weiteres Update, Softwareversion 4.1 statt 3.6 und die Karten sind wegen ihrer größeren Datenmenge nun in 3 Teile gesplittet: West-, Central- und Osteuropa statt wie vorher einer Karte. Das alles passt nun leider nicht mehr auf den internen Speicher.
Als nächstes werde ich mir wohl noch an beiden Maschinen RAM-Mount-Kugeln für die Halterung montieren und weiter testen.

Ich werde sicher noch einmal vom MotoPilot berichten.

Kommentare:

  1. Ich bin mit dem Rider 400 (nach kleinen Startschwierigkeiten) sehr zufrieden. - Hatte es bei eurem bzw. Sebastians Test schon das Update drauf?

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  2. Er hatte das Teil gekauft als es ganz neu war.
    Danach gab es wohl 2 Updates, die seine Probleme aber wohl nicht wirklich gelöst haben.
    Den jetzt aktuellen Stand hat er nicht mehr "erlebt"...

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  3. Hallo
    ich überlege auch ein Motopilot zu kaufen.
    Allerdings möchte ich den Stromanschluss über meine Bordsteckdose machen,da meine Batterie unter dem Tank ist. Hast du schon deine Stecker ausprobiert? Welche Verbindung brauche ich? Eine Seite USB wäre gut.

    Gruß
    Olli

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    1. Ja, habe das alternative Ladekabel inzwischen auch ausprobiert.
      Funktioniert tadellos...

      Allerdings ist das Navi gerade zur Reparatur, da es im Einsatz bei starkem regen nicht dicht war: Wasser ist wohl im Bereich des Speicherkartenslots (trotz Gummidichtung) eingedrungen.

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  4. Hallo,
    ich habe auch ein Motopilot und suche für die Aktivhalterung genau so ein Kabel mit USB anschluß. Wo kann ich dieses Kabel kaufen?
    Danke

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    1. Habe die nötige Info mal im Artikel hinzugefügt.
      Aktuell gibt es auch wieder eine Angebot dazu (http://www.ebay.de/itm/201436212096).

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  5. Hallo , beim Anschluß meines gebraucht erworbenen Motopilot 35 will der PC die Platte formatieren? Ist das beim ersten mal normal und dann sind doch alle Karten weg? Oder hab ich hier was falsch eingestellt? Wollte eigentlich Karten auf das Gerät exportieren. Gruß Michl

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